Archiv ‘Lebensversicherung’

Lebensversicherer vor Konsolidierung

Die Zahl der Lebensversicherer in Deutschland wird sich in den nächsten Jahren deutlich verringern, erwarten Teilnehmer einer Fachkonferenz in Köln. Das könne vor allem mittelgroße Anbieter betreffen, sagte Stuttgarter-Vorstand Wolfgang Fischer (Bild). Versicherungsanalyst Michael Huttner betonte, dass das Thema Kosten für die Anbieter das Wichtigste sei.

Lebensversicherung: Zurich gibt Klassik ganz auf

Der Versicherer Zurich will das bereits stark eingedampfte Geschäft mit klassischen Verträgen ganz aufgeben. Bislang verkauft das Unternehmen solche Policen unter anderem noch über die Deutsche Bank. Stattdessen stärkt Lebens-Chef Marcus Nagel den Absatz von fondsbasierten Einmalbeitragspolicen. Angesichts der demographischen Entwicklung sieht er hier großes Potenzial. Außerdem arbeitet das Unternehmen an der Digitalisierung von Prozessen. Im Fokus stehen Kundenkommunikation und elektronische Vertragsverwaltung.

Map-Report: Europa punktet im Kurzfristvergleich

Aus dem Kurzfristvergleich des Map-Reports für Lebensversicherer ist Europa als Testsieger hervorgegangen, gefolgt von Debeka, WGV, HUK-Coburg, DEVK, Allianz, der Neuen Bayerischen Beamten, Hannoversche, Cosmos Direkt und Stuttgarter. Konnten sich früher nur junge Lebensversicherer, die noch keine 30 Jahre am Markt sind, am sogenannten P-Rating beteiligen, hat der Branchendienst die Analyse aufgrund der schwindenden Teilnehmerzahl für alle Gesellschaften geöffnet. Auch an der Bewertungsmethodik hat der Map-Report gefeilt.

Assekuranz trotzt Niedrigzinsen

Die deutsche Assekuranz hat die Schwierigkeiten rund um die Niedrigzinsen bisher recht gut bewältigt, glaubt die Ratingagentur A.M. Best. Lebensversicherer sowie Schaden- und Unfallversicherer konnten ihren Umsatz 2014 um knapp drei Prozent steigern, zeigt eine Analyse. Wegen der Niedrigzinsen rechnet A.M. Best damit, dass die Versicherer bei der Kapitalanlage zunehmend auf Alternativen zu Rentenpapieren setzen werden.

Generali will Lebens-Altverträge separat verwalten

Die deutsche Generali wird die Verwaltung von Lebensversicherungsbeständen mit hohen Zinsgarantien von dem aktuellen Neugeschäft trennen. Das sagte Konzernchef Giovanni Liverani auf einer Fachtagung in München. Liverani schloss dabei einen externen Run-off der Altverträge nicht aus. Der Manager hatte im Mai bekanntgegeben, sich weitgehend aus dem klassischen Geschäft mit Zinsgarantien zurückzuziehen. Er forderte die anwesenden Versicherungsmanager auf, neue Angebote zu entwickeln, auch wenn sie bestehende Produkte kannibalisieren könnten. Ansonsten würde die Versicherungswirtschaft von Start-Ups kannibalisiert.

BaFin: Zinszusatzreserve kann überfordern

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft fordert schon seit längerem eine Änderung der Regeln zur Berechnung der Zinszusatzreserve. Während die Vorschläge bei einer Konferenz des Verbands zur Versicherungsaufsicht bei Experten von SPD und CDU auf wenig Verständnis stießen, zeigte sich der neue Versicherungs-Chefaufseher Frank Grund offener. Er sagte, dass die BaFin auf Antrag bereits für 2015 gewisse Erleichterungen ermögliche.

Front gegen die Abschaffung des Garantiezinses

Ungewohnte Einmütigkeit: Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, die Deutsche Aktuarvereinigung, der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute und der Bund der Versicherten (BdV) sehen die Pläne der Bundesregierung zur Abschaffung des Höchstrechnungszinses in der Lebensversicherung kritisch. Die meisten halten eine Festlegung der Obergrenze zumindest bei den klassischen Policen mit langen Laufzeiten für notwendig. Die Aktuare plädieren für Anpassungen, der BdV warnt vor einer höheren Intransparenz, wenn der einheitliche Garantiezins verschwindet.

Regierung prüft Abschaffung des Höchstrechnungszinses

Die Bundesregierung will den Höchstrechnungszins in der Lebensversicherung in der jetzigen Form abschaffen. Sollte sie sich damit durchsetzen, würde das eine jahrzehntealte Institution in der Lebensversicherung aufs Altenteil schicken – doch praktisch würde sich für die meisten Gesellschaften wenig ändern. Sie dürften weiter Garantien aussprechen, das Höchstniveau hinge aber vom Zinsniveau, der Kapitalkraft und der entsprechenden Zustimmung von Aktuaren und Wirtschaftsprüfern ab.

Allianz Deutschland hält an Leben-Beständen fest

Die Allianz Deutschland sieht keinen Grund, Bestände in der Lebensversicherung abzugeben. Das sagten Deutschlandchef Manfred Knof und Lebens-Vorstand Markus Faulhaber. Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender der Obergesellschaft Allianz SE, hatte in der vergangenen Woche erklärt, der Konzern schließe die Aufgabe von Beständen nicht aus, bezog das aber auf das Ausland. Knof und Faulhaber kündigten eine deutliche Reduzierung des Geschäftsanteils mit klassischen Produkten an.

Risikomanager in Venedig

 Was die Woche bringt   An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Treffen der europäischen Risikomanager in Venedig und Allianz-Pressegespräch zur Zukunft der Lebensversicherung

Zurich: Neue Köpfe in der Schadenversicherung

 Leute – Aktuelle Personalien  Der neue Chef der schadenbelasteten Schaden- und Unfallsparte der Zurich Kristof Terryn hat einige enge Mitarbeiter ausgewechselt. Für die Finanzen ist künftig Nick Burnet zuständig, der neue Chef-Underwriter in dem Bereich heißt Alan Fairhead, das Großkundengeschäft in Nordamerika übernimmt Paul Horgan. Alle Neubesetzungen kommen aus dem Unternehmen. Außerdem: Die DEVK hat ihren Pressesprecher Michael Knaup zum stellvertretenden Vorstandsmitglied der DEVK Lebensversicherung mit zusätzlichen Aufgaben ernannt.

Map-Report ändert Bewertungsschema

Der Branchendienst Map-Report hat sein aktuelles Ranking der Lebensversicherer veröffentlicht, die seit über 30 Jahren am deutschen Markt aktiv sind. Besonders gut abgeschnitten haben Debeka, Europa, HUK-Coburg und Cosmos. Sie erhielten die Bestbewertung „mmm“ im m-Rating. Da sich angesichts des Niedrigzinsumfeldes immer mehr Anbieter aus dem Geschäft mit der klassischen Lebensversicherung zurückziehen, hat der Dienst seine Bewertungskriterien angepasst.

Bäte: Allianz prüft Verkauf von Lebensbeständen

Die Allianz denkt über den Verkauf von Beständen in der Lebensversicherung nach. Das sagte Konzernchef Oliver Bäte der britischen Financial Times in einem Interview. Eine Entscheidung sei aber noch nicht getroffen. Bei den Überlegungen soll es vor allem um internationale Bestände gehen. Bäte begründete den möglichen Verkauf mit dem hohen Kapitalbedarf dieser Portfolien und der Tatsache, dass sie bei Aktionären nicht beliebt sind. Bäte sagte weiter, dass sich die Allianz für den „worst case“ eines langjährigen Japan-Szenario wappnet – „nicht weil es wahrscheinlich ist, aber weil wir darauf vorbereitet sein müssen“.

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