Archiv ‘Lebensversicherung’
Stuttgarter berechnet Kosten falsch
Peinliches Problem für die Stuttgarter Lebensversicherung und Vorstand Guido Bader, aktuell auch Vorsitzender der Deutschen Aktuarvereinigung: Der Versicherer hatte jahrelang bei neuen Lebensversicherungsverträgen zu hohe Kosten berechnet. Das Unternehmen hat den Fehler selbst gefunden, es handelt sich auch eher um kleine Summen. So etwas passiert in vielen Unternehmen immer wieder. Problematisch ist die Art und Weise, wie die Stuttgarter mit dem Problem umgehen will: Die betroffenen Kunden sollten möglichst nichts von dem Fehler mitbekommen.
Wertverlust durch Niedrigzins
Seit der Finanzkrise sind die Ablaufprognosen von klassischen Lebensversicherungen um 5,5 Prozent zurückgegangen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Policenaufkäufers Partner in Life. Unternehmenschef Dean Goff sieht hier vor allem die Niedrigzinsphase am Werk. Auch der Aufbau der Zinszusatzreserve hat die Ausschüttungsfähigkeit der Lebensversicherer in Mitleidenschaft gezogen. Goff rät den Gesellschaften, ihre Kunden transparent über ihr Vertragsguthaben zu informieren. Denn nur dann könnten sie erkennen, dass die Verträge trotz Einbußen immer noch eine ordentliche Rendite liefern.
Assekurata: Den Lebensversicherern geht es besser
Die Lage der deutschen Lebensversicherer hat sich nach einer langen Durststrecke etwas verbessert. Die Ratingagentur Assekurata zieht in ihrem Marktausblick ein „leicht positives“ Fazit. In den Vorjahren hatten sich die Analysten deutlich pessimistischer geäußert. Der Gesetzgeber habe nun mit der Korridormethode bei der Zinszusatzreserve (ZZR) eine valide Planungsperspektive geschaffen. Dennoch werden viele Versicherer noch lange ZZR-Mittel zuführen müssen. Den Aufbau der Reserve bezeichnet Assekurata als großen Kraftakt. „Ohne massive Auflösungen von Bewertungsreserven wäre dies vielfach nicht möglich gewesen“, schreibt Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung.
Brodesser: BaFin-Stärkung statt Provisionsdeckel
Carsten Brodesser ist seit zwei Jahren der Fachmann der CDU für Versicherungsthemen im Bundestag. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor macht er einen Alternativvorschlag zum angekündigten Provisionsdeckel für Lebensversicherungen und spricht über Nachbesserungsbedarf bei der Provisionsobergrenze für Restschuldversicherungen. Die staatlich geförderte Riesterrente will er verschlanken und für Selbstständige öffnen. Zudem erklärt er, warum ihn der fehlende Insolvenzschutz bei regulierten Pensionskassen beschäftigt.
Allianz findet ersten Kunden für Software ABS
Es hat mehr als ein Jahr gedauert. Aber jetzt hat die Allianz den ersten externen Versicherer gefunden, der die Allianz-Software ABS nutzen wird. Die Run-off-Plattform Frankfurter Leben-Gruppe wird künftig 650.000 Verträge mit ABS verwalten. Beide Unternehmen bestätigten entsprechende Informationen von SZ und Versicherungsmonitor. Die Allianz hatte Ende 2017 angekündigt, den Kern ihres Programmpakets frei zugänglich zu machen und in eine Stiftung einzubringen. Für die praktische Nutzung brauchen Versicherer allerdings noch länder- und firmenspezifische Anwendungen, die eine Allianz-Tochter mit dem Namen Syncier – früher Insphere – gegen Gebühr bereitstellt.
Axa ist größter Versicherer Europas
Im Ranking der 15 größten europäischen Versicherer, die der Anbieter Mapfre jährlich erstellt, belegt der französische Versicherer Axa nach wie vor den ersten Platz, gefolgt von der Allianz, Generali, Prudential und Zurich. Verbessern konnte sich die Munich Re-Tochter Ergo, die jetzt Platz 13 statt 14 besetzt. Während die Versicherer im vergangenen Jahr Zuwächse bei den Prämieneinnahmen erzielen konnten, mussten sie zum Teil empfindliche Einbußen beim Nettogewinn verbuchen.
Unterstützung für Provisionsdeckelgegner aus der SPD
Widerstand gegen den geplanten Provisionsdeckel in der Lebensversicherung gibt es anscheinend nicht nur in der CDU. Auch in der sozialdemokratischen Partei gebe es Kritik an dem Vorhaben, schreibt der SPD-Bundestagsabgeordnete René Röspel in einer Antwort auf einen Protestbrief eines Versicherungsmaklers gegen den Deckel, die der Branchendienst Versicherungstip veröffentlicht hat. Versicherungstip steht dem Zusammenschluss von Maklerversicherern BFV nahe. Der Dienst sieht auch in der Positionierung des sogenannten Wirtschaftsforums der SPD einen Beleg dafür, dass das Thema Provisionsdeckel im Umfeld der Partei „zunehmend sachlich“ diskutiert werde. Am Mittwoch hat einmal mehr die wöchentliche Sitzung des Bundeskabinetts stattgefunden, ohne dass der Provisionsdeckel auf […]
Zinsreserve senkt Garantielast der Lebensversicherer
Deutsche Lebensversicherer müssen dank der Zinszusatzreserve (ZZR) weniger Gewinne am Kapitalmarkt erzielen, um ausgegebene Garantien zu erfüllen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse der Ratingagentur Fitch. Durch die ZZR senkten sich die Garantieverpflichtungen für die deutschen Anbieter 2018 von im Durchschnitt 2,9 Prozent auf 1,9 Prozent. In den kommenden zehn Jahren könnte sich dieser Wert bis auf 1,04 Prozent reduzieren, erwartet Fitch.
Iptiq startet in der Sachversicherung
Der Luxemburger Lebensversicherer Iptiq weitet sein modular aufgebautes, digitales Serviceangebot für Partner aus der Versicherungsbranche in diesem Jahr auf die Sachversicherung aus. Das kündigte Iptiq-Manager Carl Christensen im Interview mit dem Versicherungsmonitor an. Die Tochter des Schweizer Rückversicherers Swiss Re ist seit 2014 in der Lebens- und Krankenversicherung aktiv. Dort tritt das Unternehmen als Risikoträger auf und bietet Erstversicherern und anderen auf das Endkundengeschäft fokussierten Akteuren Dienstleistungen wie Produktentwicklung, Underwriting, Bestandsverwaltung und die Abwicklung von Versicherungsfällen an.
Hanse Merkur will als Verein punkten
Der mittelgroße Hamburger Versicherer Hanse Merkur versucht, seine Rechtsform als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit als Instrument im Marketing zu nutzen. Der Markenzusatz „Versicherungsgruppe“ entfällt, stattdessen nutzt der Konzern ein 2018 eingeführtes neues Logo aus drei Menschen auf Augenhöhe. Mit den Zahlen für 2018 ist Konzernchef Eberhard Sautter zufrieden – die Beitragseinnahmen legten brutto um 4 Prozent auf 2,05 Mrd. Euro zu. Haupttreiber war der Bereich Gesundheit und Pflege mit plus 5,3 Prozent. In der Lebensversicherung ging es leicht abwärts, das soll sich 2019 wieder ändern. Bis 2025 will Sautter beim Umsatz mindestens 3 Mrd. Euro erreichen.
Generali Leben wird zu Proxalto
Im April hat der Run-off-Spezialist Viridium den Kauf der Generali Leben abgeschlossen, jetzt kündigt er die Umbenennung der Gesellschaft an. In Zukunft wird das Unternehmen unter dem Namen Proxalto firmieren. Die Umbenennung soll im Oktober stattfinden. In den kommenden Wochen sollen die Kunden informiert werden. Generali wird 2020 die bisherige Aachen Münchener in Generali Deutschland Lebensversicherung umbenennen.
Finanzministerium konkretisiert Provisionsdeckel
Nachdem die Verbände bis Anfang Mai Zeit hatten, sich zum Referentenentwurf für einen Provisionsdeckel in der Lebensversicherung sowie für Restschuldpolicen zu äußern, liegt jetzt ein aktueller Entwurf des Bundesfinanzministeriums (BMF) vor. Das um drei Seiten längere Papier ist auf den 14. Juni datiert. Es konkretisiert unter anderem, dass Provisionen in der Lebensversicherung „proportional zur Erfüllung mehrerer qualitativer Kriterien“ den Deckel von 2,5 Prozent überschreiten können. Die Bundesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Versicherungsmakler sieht in der Änderung eine Verschlechterung. Aktuell wartet die Branche darauf, dass sich das Bundeskabinett mit dem Projekt beschäftigt.











