Archiv ‘Lesetipp’

Industrieversicherer unter Druck

 Themenschwerpunkt Industrieversicherung  Die Industrieversicherer stehen vor großen Veränderungen: Die Digitalisierung, der harte Wettbewerb und hohe versicherungstechnische Verluste in wichtigen Sparten zwingen sie, das Geschäftsmodell zu ändern. Auch ihre Kunden verlangen, dass sich die Versicherer an die geänderten Bedürfnisse der großen Konzerne anpassen. Große Firmen arbeiten inzwischen in vielen Bereichen komplett digital, von ihren Versicherern fordern sie das gleiche. Die Versicherer müssen mitziehen, ihre IT modernisieren, den Abschlussprozess beschleunigen und Plattformen aufbauen. Diese Themen bieten genug Diskussionsstoff für Kunden, Makler und Versicherer. Der Versicherungsmonitor hat Branchenexperten zum Roundtable-Gespräch eingeladen. Das aktuelle gedruckte Dossier, das jetzt erschienen ist, gibt die Diskussion […]

Olaynig rückt in Marsh-Geschäftsführung auf

 Leute – Aktuelle Personalien  Thomas Olaynig wird beim Großmakler Marsh nun auch Geschäftsführer. Der 38-Jährige hatte vergangenes Jahr bereits einige Aufgaben des damaligen Geschäftsführers Georg Bräuchle übernommen. Zusätzlich hat Marsh mit Mirela Radoncic eine neue Leiterin für das Konzernkundengeschäft. Außerdem: Der Makler und Berater Aon wirbt mit Tatjana Christians eine Brexit-Expertin von der Bank Barclays ab, und die Basler-Vertriebstochter Zeus bekommt mit Lisa Kurz einen zweiten Vorstand.

Ping An kommt nach Europa

Der chinesische Versicherungsriese Ping An kommt auf den europäischen Markt, allerdings anders als zunächst gedacht. Über seine Tochter One Connect Financial Technology wird er als Technologieanbieter aktiv. One Connect hat zahlreiche Lösungen im Angebot, die auf Technologien wie künstliche Intelligenz, Blockchain, Cloud Computing und biometrische Identifikation setzen. Anbieten wird die Technologien Finleap Connect, die neue Tochter des Berliner Firmeninkubators Finleap.

HDI: Sigulla geht, Betz kommt

 Leute – Aktuelle Personalien  Der Industrieversicherer HDI Global treibt die Verjüngung seines Vorstands voran. Am 1. Dezember 2019 wird der 48-jährige Yves Betz (Bild), der bisher bei der Zurich Deutschland das Firmen- und Industriekundengeschäft verantwortet hat, Teil des Führungsgremiums. Betz folgt auf Stefan Sigulla, der den Vorstand bereits zum 31. August verlässt. Mit Betz Bestellung ändert sich auch der Zuschnitt des Vorstandsressorts. Statt wie Sigulla das Haftpflichtgeschäft zu verantworten, wird Betz für die Regionen Europa sowie Nord- und Südamerika zuständig sein.

Grund: Krise der Lebensversicherer nicht vorbei

Versicherungsaufseher Frank Grund sieht die Krise der Lebensversicherer noch nicht ausgestanden. Die Zinsstrukturkurve, mit der die Unternehmen ihre Rückstellungen berechnen, hat ihren historisch niedrigsten Stand erreicht. Das könnte dazu führen, dass die Zahl der Versicherer unter intensivierter Aufsicht der BaFin wieder ansteigt, erklärt Grund im Interview mit der Süddeutschen Zeitung und dem Versicherungsmonitor. Zudem spricht er über Pensionskassen, die Überarbeitung des Aufsichtsregimes Solvency II, den geplanten Provisionsdeckel, Run-off und Cyberrisiken.

Nach dem Einkauf automatisch versichert

Die Wiesbadener R+V testet ein neues System, das sich vor allem an jüngere, Internet-affine Zielgruppen richtet. Die „Insurebox“ liest das Konto mit und bietet nach dem Einkauf eines Gegenstandes, der teurer als 150 Euro ist, automatisch einen Versicherungsschutz – der für fünf Tage kostenlos ist. Danach kann der Kunde gegen Prämie den Schutz verlängern. Die Gesellschaft verbindet die neuen Zahlungsstromanalysen mit einer Gegenstandsversicherung. Billig ist der Schutz nicht – aber es sind auch selbst verursachte Risiken abgedeckt.

Darag sticht Axa bei Sovag aus

Die im September 2018 vereinbarte Übernahme der Bestände des Hamburger Versicherers Sovag mit dem Vorstandsvorsitzenden Arndt Gossmann durch Axa Liabilities Managers ist gescheitert. Das bestätigten Vertreter beider Unternehmen. Offenbar ist es der Axa nicht gelungen, innerhalb der vereinbarten neun Monate die Zustimmung der Finanzaufsicht BaFin beizubringen. Die Sovag hat nach Informationen des Versicherungsmonitors bereits eine neue Vereinbarung mit dem Axa-Rivalen Darag geschlossen, die bereits bei der BaFin eingereicht wurde.

Stuttgarter berechnet Kosten falsch

Peinliches Problem für die Stuttgarter Lebensversicherung und Vorstand Guido Bader, aktuell auch Vorsitzender der Deutschen Aktuarvereinigung: Der Versicherer hatte jahrelang bei neuen Lebensversicherungsverträgen zu hohe Kosten berechnet. Das Unternehmen hat den Fehler selbst gefunden, es handelt sich auch eher um kleine Summen. So etwas passiert in vielen Unternehmen immer wieder. Problematisch ist die Art und Weise, wie die Stuttgarter mit dem Problem umgehen will: Die betroffenen Kunden sollten möglichst nichts von dem Fehler mitbekommen.

Zielke: Korridormethode ist nur Übergangslösung

Die neue Korridormethode für die Berechnung der Zinszusatzreserve wird Lebensversicherern nicht lange Freude bereiten, prognostiziert Analyst Carsten Zielke. Denn nach Berechnung seiner Firma Zielke Research Consult werden bereits 2023 trotz Korridormethode die laufenden Erträge die Verpflichtungen der Anbieter nicht mehr decken können. Deshalb müssten die Versicherer unbedingt ihre Kapitalanlageportfolien diversifizieren. Damit das jedoch überhaupt möglich ist, muss laut Zielke der Rechnungslegungsstandard angepasst werden.

Bischof: Lemonade ist nicht das Nonplusultra

Hinter dem US-Versicherer Lemonade steckt weniger, als der aktuelle Hype vermuten lässt. Allerdings ist sein kundenorientiertes Geschäftsmodell beispielhaft. Das sagt Thomas Bischof, Vorstandsmitglied und Versicherungschef beim Bauspar- und Versicherungskonzern Wüstenrot und Württembergische. Der Konzern hat im vergangenen Jahr kräftig in die Digitalisierung und die IT investiert. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor erklärt Bischof, warum künstliche Intelligenz zwar wichtig, aber nicht der einzige Schlüssel zum Erfolg ist, und vor welchen Schwierigkeiten der Konzern noch steht.

Brodesser: BaFin-Stärkung statt Provisionsdeckel

Carsten Brodesser ist seit zwei Jahren der Fachmann der CDU für Versicherungsthemen im Bundestag. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor macht er einen Alternativvorschlag zum angekündigten Provisionsdeckel für Lebensversicherungen und spricht über Nachbesserungsbedarf bei der Provisionsobergrenze für Restschuldversicherungen. Die staatlich geförderte Riesterrente will er verschlanken und für Selbstständige öffnen. Zudem erklärt er, warum ihn der fehlende Insolvenzschutz bei regulierten Pensionskassen beschäftigt.

Daniel Schreiber: „Die Leute haben auf uns gewartet“

Der Versicherer Lemonade gibt sich selbst 20 Jahre, um sein Geschäftsmodell durchzusetzen. Das sagt Gründer und Unternehmenschef Daniel Schreiber im Interview mit SZ und Versicherungsmonitor. Die großen, traditionellen Versicherer werden nicht so bald zusammenbrechen, haben aber langfristig keine Zukunft, glaubt Schreiber. Der Vertrieb soll auf digitale Wege und die Zusammenarbeit mit Banken beschränkt bleiben. Schreiber erläutert auch, warum drei Bots für Lemonade so wichtig sind – der Underwriting-Bot Maya, der Schadenbot Jim und der interne Bot Cooper. Hier die erweiterte Fassung des Interviews.

Bildergalerie: Versicherungsmonitor Breakfast Briefing

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) im Schadenmanagement von Versicherern war das Thema des zwölften Versicherungsmonitor-Breakfast Briefings. Am Mittwochmorgen diskutierten Experten von Versicherern, Maklern, Technologie-Anbietern und weitere Fachleute im Hotel Mondial am Dom in Köln. Was kann KI leisten? Wie müssen die Datenquellen beschaffen sein? Wo müssen Versicherer jetzt investieren und was kann dabei schiefgehen? Fragen wie diese wurden von Rednern und Publikum rege und teils kontrovers diskutiert. Die Keynote lieferte Christian Krams, Mitglied des Vorstands Versicherungskammer – BavariaDirekt. Mit dabei waren außerdem Experten von Munich Re, Omnius, Eucon und HDI. Die Bildergalerie gibt Ihnen einen Eindruck von der Veranstaltung.

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Scheinselbstständigkeit trifft Provinzial

Die Provinzial Nordwest in Münster rechnet mit Nachzahlungen und Bußgeldern in Millionenhöhe, weil das Unternehmen selbstständige IT-Mitarbeiter beschäftigt hat oder noch beschäftigt, die möglicherweise als Scheinselbstständige eingestuft werden. Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor geht es aktuell um 29 Verträge, allerdings sind die Prüfungen noch nicht abgeschlossen. Das Problem hat nicht nur die Provinzial: Zahlreiche Versicherer beschäftigen IT-Experten auf Vertragsbasis oder leihen sie bei anderen Unternehmen aus.

Ecclesia und Aon Kopf an Kopf

 Versicherungsmonitor-Analyse  Ecclesia und Aon liegen fast gleichauf, wenn es um die Marktführerschaft unter den deutschen Industrieversicherungsmaklern geht. Das ergeben die Recherchen des Versicherungsmonitors für die erste Marktanalyse der Branche seit 2006. Marsh, Funk und Martens & Prahl belegen die folgenden drei Plätze. Deutlich wird, dass in der Branche Konsolidierungsbedarf besteht. Die Anforderungen der Industriekunden an die digitale Ausstattung der Maklerhäuser nimmt zu. Dazu kommen externe Faktoren: Die globale Übernahme des Maklers JLT durch Marsh hat auch Auswirkungen auf den deutschen und europäischen Markt und könnte zu weiteren Übernahmen führen.

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