Archiv ‘Lesetipp’

Lemonade zofft sich mit Telekom

Um die Nutzung der Farbe Magenta ist ein Streit zwischen dem US-Versicherer Lemonade und der Deutschen Telekom entbrannt. Der Telekommunikationsriese sieht die pinke Unternehmensfarbe von Lemonade, die das Start-up nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland verwendet, zu nah an ihrem eigenen Magenta-Ton und hat eine einstweilige Verfügung gegen Lemonade erwirkt. Das Start-up will sich aber nicht kampflos geschlagen geben – und die Farbmarke der Telekom für nichtig erklären lassen.

Thomas Cook-Pleite: VZBV prüft Klage gegen Zurich

Nach der Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook prüft der Verbraucherzentrale Bundesverband eine Musterfeststellungsklage gegen dessen Versicherer Zurich. Das berichtet die Zeitung Die Welt. Die Kritik der Verbraucherschützer: Der Versicherer muss gewusst haben, dass die Deckungssumme von 110 Mio. Euro bei weitem nicht ausreiche, um im Fall einer Insolvenz alle Reisenden zu entschädigen. Dennoch hätte Zurich das Risiko so übernommen. Die Rückholung der gestrandeten Urlauber hat bislang 80 Mio. Euro gekostet, also den Großteil der Versicherungssumme.

Bildergalerie: Die DKM 2019

Derzeit läuft in Dortmund die Vermittlermesse DKM auf Hochtouren. Am Morgen strömten die Besucher durch den frisch renovierten Eingangsbereich der Dortmunder Westfalenhallen. Im Innern der Messe herrschte wieder ein buntes Treiben. Zwischen virtuellen Kickerspielen, Mini-Werbezeppelinen, und Messe-Hostessen in Fußball-Trikots und Dirndln präsentierte sich die Branche den Vermittlern. In diesem Jahr erwarten die Veranstalter rund 17.000 Besucher. 358 Aussteller präsentieren ihr Unternehmen auf der Messe. Eindrücke von der DKM finden Sie in unserer Bildergalerie.

Thinksurance sammelt 13 Mio. Euro ein

Thinksurance, ehemals Gewerbeversicherung24, hat eine dicke Finanzspritze erhalten. Der Risikokapitalgeber Eight Roads Ventures investiert 13 Mio. Euro in das Start-up. Damit sind bisher rund 17 Mio. Euro in das Unternehmen geflossen. Mit dem Geld will die 2016 gegründete Firma ihre neue Strategie weiter vorantreiben. Als Online-Vergleichsportal für Gewerbeversicherungen gestartet, mausert sich Thinksurance zunehmend zum Technologieanbieter.

Aus dem Zinstief dank der Aufsicht

 The Long View – Der Hintergrund  Die Anpassung der Zinszusatzreserve hat nur kurzfristig Erleichterungen für die Lebensversicherer gebracht. Statt an die nächste Reform zu denken, sollte Deutschland lieber eine Änderung der Solvency II-Direktive für deutsche Anbieter nutzbar machen. Seit dem 8. Juli 2019 müssen Versicherer nur 22 Prozent Risikokapital vorhalten, wenn sie in Aktien investieren. Die bringen im derzeitigen Niedrigzinsumfeld eine wesentlich höhere Rendite als festverzinsliche Wertpapiere. Ohne ein solches Gegensteuern bei der Kapitalanlage werden die Solvenzquoten langfristig nicht zu halten sein.

Brexit macht Extremus wichtiger

Die Terrorangriffe von 11. September 2001 erschütterten die Welt. Als eine Reaktion darauf riefen Länder wie Deutschland, Großbritannien und die USA staatlich geförderte Terrorversicherungen ins Leben. Allerdings sind die Staatsgarantien begrenzt – in Deutschland und den USA könnten die Programme bald auslaufen. Ob die Kapazitäten am privatwirtschaftlichen Markt ausreichen, um die Deckungssummen des deutschen Terrorversicherers Extremus und des amerikanischen Programs TRIP aufzufangen, ist unklar. Katastrophenanleihen haben die Kapazitäten deutlich erhöht, allerdings könnte durch den Brexit bald viel Kapital wegbrechen.

Schwerer IT-Ausfall bei der Allianz

Die Allianz Deutschland musste am Freitag mit einem weitreichenden Ausfall der IT fertigwerden. Seit Ende August häufen sich solche Zwischenfälle, schon Anfang September war die IT mehrere Tage lang nur selten und schwer erreichbar. Über die Ursachen für die wiederholten Störungen schweigt sich das Unternehmen aus. Bei Vermittlern und Kunden wächst die Verärgerung, Vorstände und andere Manager entschuldigen sich. Wir dokumentieren den Text der Entschuldigungs-Mail.

In eigener Sache: Neue Kolumnisten

Der Versicherungsmonitor begrüßt zum Oktober 2019 neue Kolumnisten. In der Rubrik „Meinung am Mittwoch“ dürfen sich unsere Leser auf spannende Beiträge freuen von Alexandra Ganz-Cosby, Claas de Groot, Stefan Knoll, Alexander Nagler und Torsten Oletzky. Für „Legal Eye – Die Rechtskolumne“ schreiben demnächst Anna Cryns-Moll, Wessel Heukamp, Marie Holzhauer und Achim Schmid. Wir danken unseren bisherigen Kolumnisten sehr herzlich für ihre Arbeit.

KI: Die Technik ist nicht mehr das Problem

Heutzutage eine gute künstliche Intelligenz zu programmieren, ist überhaupt kein Problem. Es liegt heute nicht mehr an der Technik, sagte Birgit König von Allianz Digital Health beim Digitalen Versicherungsdinner der Süddeutschen Zeitung. Google und andere Softwareunternehmen stellen bereits vortrainierte KI-Systeme kostenlos zur Verfügung, berichtete sie. Allerdings fehlen der Assekuranz die Daten, um diese Programme wirklich nutzen zu können. Das größte Problem steht Versicherern aber bevor, wenn sie diese Hürde überwunden haben.

Ping An investiert in Portal Joonko

Der weltgrößte Versicherer Ping An hat sich an der ersten Finanzierungsrunde des Berliner Finanzportals Joonko beteiligt. Zusammen mit Raisin, bekannt durch seine Marke Weltsparen, investieren die Chinesen mehr als 10 Mio. Euro als Seed-Finanzierung. Joonko unter seiner Chefin Carolin Gabor will noch in diesem Jahr mit einer Autoversicherung auf den Markt kommen und wird dabei von Ping An und Raisin technisch unterstützt. Die Plattform ist eine Initiative des Inkubators Finleap, an dem sich Ping An schon 2018 mit rund 40 Mio. Euro beteiligt hat.

Vodafone verkauft Autoversicherungen

Einer der größten Mobilfunkanbieter Deutschlands will künftig im Kfz-Versicherungsmarkt mitmischen. Vodafone Deutschland bietet in Kooperation mit dem Berliner Start-up Emil ein sogenanntes „Try-before-you-buy“-Modell an, das Elemente der Telematik mit einer Zahlung pro Kilometer verbindet. Wie die Autohersteller versucht jetzt ein Mobilfunkanbieter, die Schnittstelle zum Kunden zu besetzen – und nutzt dafür seine erheblichen Erfahrungen im Bereich Telematik und Fahrzeugsicherheit.

Scor verspricht Quantensprung

Scor-Konzernchef Denis Kessler schwört sein Unternehmen auf einen neuen Dreijahresplan ein. „Quantum Leap“, also Quantensprung, heißt er und soll die Nummer vier unter den Rückversicherern der Welt technologisch an die Spitze der Branche katapultieren. Für Scor gehört zur Zukunftsstrategie auch die möglichst rasche Umsetzung des Bilanzierungsstandards IFRS 17, der besser geeignet sei, die Unternehmenswirklichkeit abzubilden. Kessler will auch in den USA stark wachsen und verteidigte die Ablehnung des Übernahmeangebots des Versicherers Covéa im Jahr 2018.

Blackfin vor Kauf von Formaxx und Mayflower

Weiterhin gibt es viel Bewegung bei Vertrieben und Maklerpools: Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor kauft der französische Investor Blackfin zwei weitere Unternehmen, nachdem er im März bereits den Vertrieb Bonnfinanz von der Zurich übernommen hat.  Deutschlandchef Kai Wilhelm Franzmeyer verhandelt mit Bernhard Termühlen, dem die Vertriebsorganisationen Formaxx und Mayflower gehören. Ein Deal soll kurz vor dem Abschluss stehen. Die Franzosen zahlen hohe Preise.

A.M. Best attackiert die Rückversicherer

Die US-Ratingagentur A.M. Best wirft den Rückversicherern vor, mit veralteten Modellen und Underwriting-Tools zu arbeiten, die keine Antwort auf die Veränderungen des Marktes bieten. Die Branche habe sich in den Jahren mit geringen Schäden eine Selbstzufriedenheit angewöhnt, die in den Schadenjahren 2017 und 2018 zu Verlusten aus Waldbränden (Bild) und Stürmen führte. Zwar gibt es jetzt Versuche, den Preistrend zu drehen, aber A.M. Best hat Zweifel an der Dauerhaftigkeit dieser Entschlossenheit.  Die Agentur hat auch ihre Rangliste der Rückversicherer veröffentlicht – Swiss Re hat Munich Re vom Platz des weltweit größten Rückversicherers verdrängt.

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