Archiv ‘Lesetipp’

Houston, wir haben eine Versicherung

 Nachschlag – Der aktuelle Kommentar  Eine Versicherung wie eine Mondlandung und wie gemacht für das digitale Zeitalter – falsche Bescheidenheit gehört offenbar nicht zu den Schwächen von Insureabout-Chef Timo Dreger. Auf einer Bancassurance-Konferenz in Berlin erklärte er, warum die Welt auf seine Versicherung für gebrauchte Smartphones gewartet hat. Der Mann im NASA-Overall setzt auf Selbstbewusstsein und Zielstrebigkeit – dennoch fallen kleine Schönheitsfehler bei der galaktischen Deckung auf. Der Berlin-Korrespondent des Versicherungsmonitors warf mit Dreger einen Blick in die Sterne.

Debeka-Chef Brahm: Kein Mitarbeiter zu viel

Thomas Brahm, seit Juli 2018 Vorstandschef des führenden privaten Krankenversicherers Debeka, hält nichts von großen Streichaktionen bei Arbeitsplätzen. Die Debeka will weiter wachsen – und eher Personal anbauen als abbauen. Im Interview mit Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor spricht Brahm über die Digitalisierung, den Umbau der IT, das Portal „Meine Gesundheit“, die Erfahrungen mit Beamten in Hamburg und die Mitgabe der Alterungsrückstellung. Und er beschreibt den Schock, den die beinahe vollständige Aufgabe der klassischen Lebensversicherung im Haus ausgelöst hat.

Dem Excel-Sheet den Kampf ansagen

Neue Technologien werden in der Industrieversicherung noch viel zu wenig eingesetzt, kritisiert Marcus Reichel, Risikomanager beim Baustoffhersteller Knauf. Die Versicherer nutzen vorhandene Daten zu wenig zum Nutzen der Kunden, sagte er auf der Euroforum Haftpflicht-Konferenz in Hamburg. Außerdem werde immer noch zu viel mit Excel-Dateien gearbeitet, das führe zu vielen Fehlern. Die öffentliche Ankündigung einiger Versicherer, die Prämien in der D&O-Versicherung zu erhöhen, hält er für den falschen Weg.

Brasilianische Dammkatastrophe trifft Versicherer

Die Allianz führt nach Informationen des Versicherungsmonitors ein Konsortium, das den brasilianische Bergbaukonzern Vale gegen Haftpflichtschäden rückversichert. Der Versicherer ist deshalb an den Schäden aus der Dammbruch-Katastrophe in Brumadinho beteiligt, bei der mindestens 58 Menschen starben. Mehr als 300 werden vermisst. Aus rechtlichen Gründen werden alle Industrierisiken in Brasilien bei örtlichen Firmen versichert und dann oft in Rückdeckung gegeben. Über die Höhe der Haftpflichtversicherung gibt es widersprüchliche Angaben. Die Sachpolice soll Chubb führen.

Ping An nimmt deutschen Markt ins Visier

Der chinesische Versicherungsgigant Ping An nähert sich dem deutschen Markt. Es sei ein Trugschluss zu glauben, die Entwicklungen der Chinesen seien für den deutschen Markt irrelevant, sagte Donald Lacey, Chief Operating Officer des Ping An Global Voyager Fund. Lacey sprach beim Versicherungstag der Süddeutschen Zeitung in Bergisch Gladbach. Die technologischen Entwicklungen des Versicherers seien in kurzer Zeit auf andere Märkte übertragbar. Unterschiede, etwa bei den Datenschutzvorgaben in Deutschland und China, stellten keine unüberwindbare Barriere dar. Der Amerikaner sieht die europäischen Versicherer vor einer großen Krise.

Allianz bestätigt Euler-AGCS-Projekt

Die Allianz hat bestätigt, dass es interne Diskussionen über ein engeres Zusammenrücken des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) und des Kreditversicherers Euler Hermes gibt. „Wir untersuchen in einem gemeinsamen Projekt, wie die Unternehmen möglicherweise künftig enger zusammenarbeiten könnten“, erklärte ein AGCS-Sprecher in einer Stellungnahme. Damit reagierte das Unternehmen auf einen Artikel im Versicherungsmonitor, nach dem die Allianz SE die beiden global tätigen Unternehmen fusionieren will. Dagegen erklärte der AGCS-Sprecher, es sei viel zu früh, etwas über die praktischen Folgen des Projektes zu sagen, da es viele Optionen gebe.

Insurninja: Übersetzer für die Gaming-Industrie

Der Kölner Assekuradeur Insurninja ist Anfang des Jahres mit seiner ersten Police auf den Markt gekommen, einem Schutz für Gaming-Equipment. Das Insurtech will als Assekuradeur Policen speziell für Gamer und E-Sportler entwickeln. Gründer und Geschäftsführer Niklas Ex erklärt im Interview mit dem Versicherungsmonitor, warum der Markt für Versicherer interessant ist. Er räumt aber auch ein, dass der Einstieg nicht einfach ist. Insurninja will deshalb als Übersetzer zwischen Assekuranz und Gaming-Welt fungieren.

Havarie der MSC Zoe kostet Versicherer Millionen

Die Havarie der MSC Zoe wird Schiffsversicherer noch lange beschäftigen und Millionen kosten. Davon zeigen sich Experten überzeugt. Auch der Industrieversicherer AGCS rechnet mit Schäden. Der Frachter war Anfang Januar auf der Fahrt von Antwerpen nach Bremerhaven in schwere See geraten und hatte rund 280 Container verloren. Die meisten sind inzwischen geortet, aber die Bergung wird wohl noch Monate dauern.

US-Waldbrand teuerste Katastrophe 2018

Naturkatastrophen haben im vergangenen Jahr zu versicherten Schäden in Höhe von rund 80 Mrd. Dollar geführt – deutlich weniger als die Rekordschäden 2017, berichtet der Rückversicherer Munich Re. Teuerster Schaden für die Assekuranz war ein Waldbrand in Kalifornien mit 12,5 Mrd. Dollar dicht gefolgt vom Wirbelsturm „Michael“ mit 10 Mrd. Dollar. Bei den Bränden an der Westküste der USA sieht Munich Re klare Hinweise auf einen Einfluss des vom Menschen mitverursachten Klimawandels.

2018: Der Jahresrückblick

Die Provinzial Rheinland und die Westfälische Provinzial fusionieren, der Axa-Konzern schluckt für mehr als 15 Mrd. Dollar die Industrie- und Rückversicherungsgruppe XL, die Generali verkauft ihre deutsche Lebensversicherung an den Abwickler Viridium und die Bundesregierung ändert die Regeln für die Berechnung der Zinszusatzreserve – 2018 war ein spannendes Jahr für die Versicherungsbranche. Für Wirbel sorgten auch die Debatte um einen Provisionsdeckel in der Lebensversicherung, die Pläne der Allianz für einen europäischen Direktversicherer und die zahlreichen personellen und strategischen Umbaumaßnahmen bei Axa, Ergo & Co. Der Versicherungsmonitor blickt auf die aufregendsten Deals, die wichtigsten Personalien und die größten Ereignisse des Jahres […]

Allianz-Sprachunterricht für Amerikaner

 Was wirklich wichtig ist  Klatsch, Tratsch und die wirklich wichtigen Informationen über Unternehmen und Manager – das gibt es am Kaffeeautomaten, auf dem Flur und hier. Heute: Alliance, Alliands, Alience? Der Name von Deutschlands größtem Versicherer Allianz geht vielen US-Amerikanern schwer von der Zunge. In den 1970er Jahren halfen die Münchener der Bevölkerung bei der korrekten Aussprache. Bitte langsam und deutlich nachsprechen: „Say Ah… Lee… Ahnz“, stand auf einer Werbeanzeige des Versicherers. Daneben war ein Papagei gedruckt – wohl zur moralischen Unterstützung beim Nachplappern.

Jörg Schneider bleibt sich treu

Seit 30 Jahren ist er bei der Munich Re, seit 18 Jahren Finanzvorstand. Zum Jahresende hört Jörg Schneider, 60, auf. „Irgendwann ist es auch mal gut“, sagt er im Interview mit Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor. Hier die erweiterte Fassung des Interviews mit Schneiders Antworten zur Cyberversicherung und zur XL-Übernahme durch Axa – und warum die Munich Re keine Chance hat, wenn sie einfach so weiter macht wie bisher. Schneider verteidigt den konservativen Kurs und spricht sich gegen Großübernahmen anderer Rückversicherer aus. Aber er begrüßt die Wachstumsimpulse durch den neuen Vorstandschef Joachim Wenning. Sein nach eigenen Worten größter Fehler: Nach der […]

Cyber: Zurich zieht den Kriegsausschluss

Der weltweite Angriff mit der Windows-Malware Notpetya im vergangenen Jahr legte die IT bei vielen großen Unternehmen lahm. Auch dem US-Lebensmittelhersteller Mondelez, der durch Marken wie Milka und Toblerone bekannt ist, entstand ein Schaden von über 100 Mio. Dollar. Jetzt verklagt das Unternehmen die Zurich in den USA, bei der es eine Sachversicherung abgeschlossen hat, die auch IT-Ausfälle aufgrund von Schadensoftware deckt. Der Versicherer verweigert die Zahlung des Schadens, weil er die Attacke als kriegsähnliche Handlung wertet. Sollte sich die Zurich durchsetzen, könnte das dem Markt für Cyberversicherungen einen empfindlichen Dämpfer versetzen.

Klinikhaftpflicht: Eine politische Lösung ist nötig

 The Long View – Der Hintergrund  In Sachen Haftpflichtversicherung geht das Gesundheitswesen schweren Zeiten entgegen, sofern keine Hilfe von staatlicher Seite kommt. Sechs Jahre nach der Haftpflicht-Krise im deutschen Krankenhausmarkt stagniert zwar die Schadenfrequenz, die Schadenaufwendungen steigen jedoch. Eine kontinuierliche Prämienerhöhung ist deshalb nötig. Es bräuchte eine politische Lösung, um den Krankenhäusern zu ermöglichen, diese steigenden Kosten zu refinanzieren.

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