In zehn Jahren dürfte der dynamisch wachsende Schaden- und Unfallversicherungsmarkt in der Asien-Pazifik-Region an Westeuropa vorbeigezogen sein und sich als Nummer zwei hinter Nordamerika positioniert haben, prognostiziert McKinsey in einer aktuellen Studie. Eine weitere These: Das Schaden- und Unfallgeschäft ist und bleibt ein regionales Geschäft. Inländische Versicherer erzielen in den allermeisten Ländern höhere Beitragseinnahmen und sind rentabler als ihre ausländischen Wettbewerber. Außerdem wagt McKinsey einen Ausblick, welche Geschäftsbereiche nach der Corona-Pandemie zu den Gewinnern und welche zu den Verlierern zählen werden.
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Ergo-Chef Rieß verlängert bis 2025
Leute – Aktuelle Personalien Ergo-Chef Markus Rieß soll bis mindestens 2025 die Munich Re-Tochter führen. Der Vertrag war bereits Ende 2019 verlängert worden. Zuerst hatte das Handelsblatt darüber berichtet. Der frühere Deutschlandchef der Allianz steht seit 2015 an der Spitze der Ergo und hat das Düsseldorfer Unternehmen seitdem umfassend umgebaut. Außerdem: Aons langjähriger Chefaktuar Georg Thurnes zieht sich zurück und der Industrieversicherer Swiss Re Corporate Solutions hat einen neuen Chief Claims Officer.
Europäischer Run-off-Markt wächst gemächlich
In den USA und in Großbritannien geben bereits viele Versicherer auch geschlossene Lebensbestände an externe Abwickler weiter. Experten rechnen damit, dass der Markt in Europa in den nächsten Jahren ebenfalls an Fahrt aufnehmen wird. Allerdings wird das nicht schnell passieren. Die Angst der Lebensversicherer vor schlechter Presse ist vor allem in Deutschland noch stark ausgeprägt, sagte Johannes-Tobias Lorenz, Senior Partner bei McKinsey. Das Beispiel Generali zeige aber, dass ein Versicherer einen externen Run-off verkraften kann.
Marsh zieht es ins Saarland
Leute – Aktuelle Personalien Marsh hat eine neue Niederlassung in Saarbrücken eröffnet und Matthias Rohr (Bild) zum Leiter ernannt. Der Makler will damit noch näher an seine Kunden im Saarland und in Rheinland-Pfalz kommen. Außerdem: Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung verliert und gewinnt einen Gesellschafter. Beim Vermögensverwalter Axa Investment Managers nimmt Gérald Harlin die Zügel in die Hand. Er wird im Dezember Executive Chairman des Unternehmens. Deloitte hat eine Fachkraft von KPMG abgeworben. Beim Makler Aon wächst das Retirement- und Investment-Team, und der niederländische Versicherer Aegon hat Thomas Wellauer als Aufsichtsratsmitglied nominiert.
KI: Die Technik ist nicht mehr das Problem
Heutzutage eine gute künstliche Intelligenz zu programmieren, ist überhaupt kein Problem. Es liegt heute nicht mehr an der Technik, sagte Birgit König von Allianz Digital Health beim Digitalen Versicherungsdinner der Süddeutschen Zeitung. Google und andere Softwareunternehmen stellen bereits vortrainierte KI-Systeme kostenlos zur Verfügung, berichtete sie. Allerdings fehlen der Assekuranz die Daten, um diese Programme wirklich nutzen zu können. Das größte Problem steht Versicherern aber bevor, wenn sie diese Hürde überwunden haben.
Willmes wird Chef bei Ergo International
Leute – Aktuelle Personalien Die Ergo-Tochter Ergo International hat Oliver Willmes (Bild) zum neuen Vorstandsvorsitzenden ernannt. Er tritt die Nachfolge von Alexander Ankel an, der in den Aufsichtsrat wechselt. Außerdem: Claus Mischler rückt in den Vorstand des Lebensversicherers Mylife auf und wird Zentralvorstand Leben bei der Muttergesellschaft. Finleaps neue Einheit Finleap Connect erhält ein dreiköpfiges Management, gleichzeitig geht ein langjähriger Mitarbeiter zurück zu seinem alten Arbeitgeber McKinsey. Die DVAM erhält einen neuen Geschäftsführer.
Luminovo: München statt Silicon Valley
Das Münchner Start-up Luminovo will Unternehmen mithilfe von Deep Learning monotone Arbeitsschritte ersparen. Timon Ruban und Sebastian Schaal sind die Gründer und Geschäftsführer des 2017 gegründeten Unternehmens. Nach abgeschlossenem Master an der Stanford University und praktischen Erfahrungen in Unternehmen wie Google, McKinsey und Intel, haben sich die beiden jungen Männer für den Weg in die Selbstständigkeit entschieden. Welchen Mehrwert das Start-up der Versicherungsbranche mit seinen Produkten bieten kann und was es sich von der diesjährigen Förderung durch das Insurlab Germany erhofft, erklärt Sebastian Schaal in einem Interview mit dem Versicherungsmonitor.
Wie die Schadenbearbeitung der Zukunft aussieht
Künstliche Intelligenz (KI) wird nach Einschätzung der Unternehmensberatung McKinsey künftig die Schadenbearbeitung radikal beschleunigen. In Zukunft werden KI-basierte Computersysteme rund 60 Prozent der Schadenmeldungen selbstständig bearbeiten, prophezeit das Unternehmen in seinem Strategiepapier „Claims 2030“. Von besonders hoher Bedeutung sind proaktive Kundenkommunikation sowie präventive Maßnahmen, um Risiken frühzeitig zu erkennen. Darauf werden Versicherer künftig 20 Prozent ihrer Zeit verwenden, glaubt McKinsey.
Vergleichsportale: Kooperieren oder ignorieren?
Vergleichsportale haben in den vergangenen 20 Jahren ein enormes Wachstum hingelegt. Nachdem sie von der Versicherungswirtschaft lange Zeit kritisch beäugt und als Konkurrenz wahrgenommen wurden, haben sie sich inzwischen zu einem der wichtigsten Vertriebskanäle für Versicherungsprodukte entwickelt. In Europa läuft die Hälfte des Online-Versicherungsgeschäfts über die Vergleichsportale, schätzt die Unternehmensberatung McKinsey in einer aktuellen Studie. Die Konsequenzen für die traditionellen Anbieter sind enorm. Sie sollten sich eine Strategie überlegen, wie sie mit den Portalen umgehen wollen.
Bis zu 40 Prozent der Arbeitsplätze werden überflüssig
Der digitale Wandel kostet die Versicherungswirtschaft schon jetzt viele Arbeitsplätze. Der Unternehmensberater McKinsey erwartet eine Fortsetzung des Trends. Langfristig können durch Automatisierung und Analytik 20 bis 40 Prozent der Stellen wegfallen. Momentan sind die Fortschritte der Versicherer durch die Digitalisierung noch überschaubar. Außerdem rücken Versicherer das positive Kundenerlebnis oft zu sehr in den Fokus. Darunter leidet die Optimierung der internen Prozesse.
Wie der Deckel die Lebensversicherer retten könnte
Herbert Frommes Kolumne Trotz der Krise im Unionslager wegen der Asylpolitik wird in Berlin immer noch Fachpolitik gemacht. Dazu gehört das bislang nicht offiziell bestätigte Arbeitspapier der Regierung zur Zukunft der Lebensversicherung mit den Kernpunkten Erleichterung bei der Zinszusatzreserve, Provisionsdeckel, Run-off und Stärkung des Notfallfonds. Erneut machen Vermittlerverbände und manche Versicherer mobil gegen die Regierungspläne. Dabei kann nur ein Provisionsdeckel für die dringend erforderlichen Kostensenkungen sorgen und so den schleichenden Tod der Lebensversicherung verhindern.
McKinsey: 2030 beherrscht KI die Branche
Für Versicherer ist es höchste Zeit, in künstliche Intelligenz (KI) zu investieren, glaubt die Unternehmensberatung McKinsey & Company. Im Jahr 2030 wird KI die meisten Aufgaben in der Branche übernommen haben, heißt es in einer aktuellen Studie. Versicherer und besonders Makler, die sich nicht schon heute mit der Technologie auseinandersetzen, werden vom Markt verschwinden. Auch die Aufgaben der Versicherungsaufsicht werden sich sehr stark verändern. Besonders düster ist der Ausblick laut McKinsey für Underwriter. Ihre Aufgaben werden bis 2030 komplett von Maschinen übernommen.
McKinsey sieht Telematik stark im Aufwind
Die Verbreitung von Telematik-Technik in Autos wird stark zunehmen, prophezeit die Unternehmensberatung McKinsey. Neben einer steigenden Nachfrage von Verbrauchern nach intelligenter Fahrzeugtechnik werden Regulierungsvorhaben wie der seit März 2018 gültige E-Call dafür sorgen. Dadurch steigen die Erfolgsaussichten für datenbasierte Kfz-Versicherungen. Die Assekuranz fordert freien Zugang zu den von modernen Autos erhobenen Daten, die Branche treibt die Angst vor einem Datenmonopol der Hersteller um.
Jobs in Gefahr? Chefs mit Empathie gefragt
Niedrigzinsen und Digitalisierung bedrohen die Arbeitsplätze in der Versicherungsbranche. Bei Ergo, Allianz & Co. fallen in den kommenden Jahren tausende Stellen weg, die noch vor zehn Jahren als unantastbar galten. Wie können sich Versicherer in Krisenzeiten fair verhalten und Abbauprogramme sozialverträglich gestalten? Was ist angemessenes Verhalten von Führungskräften? Sie sollten mit offenen Karten spielen und frühzeitig informieren, meinen Headhunter, Karriereberater und Juristen.
Schollmeier geht zu McKinsey
Leute – Aktuelle Personalien Felix Schollmeier, Gründer und langjähriger Geschäftsführer des Insurtechs Finanzchef24, verlässt das Unternehmen und geht zur Unternehmensberatung McKinsey. Er bleibt Anteilseigner und Aufsichtsrat bei Finanzchef 24. Außerdem: Bernd Hendges, Geschäftsführer bei zahlreichen Gesellschaften der Ecclesia-Gruppe, hat das Unternehmen verlassen. Über die Gründe schweigen beide Seiten. Der britische Spezial- und Rückversicherer MS Amlin hat für den Vertrieb in Deutschland drei neue leitende Mitarbeiter eingestellt, und RSA hat Anny Khaitlin zur Leiterin Global Risk Solution in Europa ernannt.














