Archiv ‘Run-off’

Faßbender: Arag Leben-Verkauf kurz vor Abschluss

Der Düsseldorfer Versicherer Arag steht kurz davor, seinen Lebensversicherer an die Frankfurter Leben zu verkaufen. Der Arag-Vorstandsvorsitzende Paul-Otto Faßbender erwartet noch in diesem Monat eine Entscheidung der BaFin, ob der Abwicklungsspezialist Frankfurter Leben das Unternehmen mit dem geschlossenen Bestand übernehmen darf. Bei der Digitalisierung will Arag Tempo machen und investiert in den kommenden drei Jahren 50 Mio. Euro in den digitalen Umbau. Dezentral und von innen heraus – also ohne digitale Beiboote, wie sie manche Versicherer nutzen – soll die Digitalisierung gelingen. Der VW-Skandal beschäftigt die Düsseldorfer Rechtsschutzspezialisten weiterhin.

BaFin drängt auf ZZR-Abschwächung

Die Finanzaufsicht BaFin tritt für eine Entschärfung der Regeln ein, nach denen die Versicherer Mittel zur Zinszusatzreserve (ZZR) zuführen müssen. Das sollte Anfang 2018 geschehen und schon für die Bilanz 2018 wirken, sagte Versicherungsaufseher Frank Grund bei der Pressekonferenz der Behörde. Die Situation der deutschen Lebensversicherer sei nach wie vor ernst, sagte er. Grund kündigte außerdem an, dass die BaFin nach Umsetzung der EU-Vermittlerrichtlinie IDD in deutsches Recht im Februar Kriterien entwickeln werde, ab welcher Höhe Provisionen missbräuchlich seien. Das Interesse britischer Versicherer an einem Umzug nach Deutschland ist bislang verhalten.

Swiss Re verliert zehn Prozent der Beiträge

Hohe Schäden durch den australischen Sturm „Debbie“ haben den Gewinn des Schweizer Rückversicherers Swiss Re gedrückt. Im ersten Quartal erzielte die Gesellschaft 656 Mio. Dollar nach 1,2 Mrd. Dollar im Vorjahreszeitraum. Das Beitragsvolumen ist wegen des Preisdrucks in der Schadenrückversicherung konzernweit um 10,5 Prozent zurückgegangen. Aus Sicht von Finanzchef David Cole sind die Ergebnisse aber insgesamt befriedigend. Ähnlich sahen das offensichtlich die Anleger, die Aktie legte zu.

Run-off: Athene stemmt Kapitalerhöhung

Die Bermuda-Gesellschaft Athene will weitere Run-off-Deals mit deutschen Lebensversicherern abschließen. Dafür stärkt sie ihre Deutschland-Gesellschaft mit einer Kapitalerhöhung von 2,2 Mrd. Euro. Neben Athene beteiligen sich mehrere institutionelle Investoren. Athene sieht angesichts von Niedrigzinsen und den neuen Aufsichts- und Eigenkapitalregeln Solvency II großes Potenzial in der Abwicklung von alten Lebensversicherungsbeständen.

Brexit: Versicherer müssen Weichen stellen

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Mit dem offiziellen Austrittsgesuch der britischen Regierung vom 29. März 2017 rückt der Brexit immer näher. Auch wenn über die nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen noch große Unklarheit herrscht, sollten deutsche Versicherer mit Geschäftstätigkeit auf der Insel beginnen, ihre zukünftigen Aktivitäten im Hinblick auf den britischen Markt zu planen.

Viridum unterschreibt Protektor-Übernahmevertrag

Bei der schon länger angekündigten Übertragung des Lebensversicherungsbestands von Protektor an Viridium sind die nächsten Schritte getan. Die beiden Gesellschaften haben einen Übernahmevertrag unterschrieben und können diesen nun der Finanzaufsicht BaFin zur Zustimmung vorlegen. Zudem hat Protektor die Zustimmung für die Gründung einer Tochter von der Finanzaufsicht erhalten. Auf die neue Gesellschaft Salvamus soll der Bestand in einem ersten Schritt übergehen, bevor Viridium ihn übernimmt.

Generali: Umbau aus starker Position

Die deutsche Tochter des italienischen Generali-Konzerns sieht sich nach zwei Jahren Umbau in einer Position der Stärke. Sie will Deutschlandchef Giovanni Liverani für den weiteren Umbau nutzen. Das Unternehmen hat 2016 in Deutschland mit 847 Mio. Euro operativem Gewinn – ein Plus von 7 Prozent – ein Rekordergebnis erwirtschaftet. Doch Liverani hat nach wie vor eine Reihe von Baustellen. Das gilt vor allem für die Generali Lebensversicherung, die in den Run-off gehen könnte, und die Zukunft des Generali-Vertriebs. Unternehmenskreise erwarten noch in diesem Jahr Entscheidungen.

Faßbender: Arag ist allein zukunftsfähig

Der mittelgroße Rechtschutzversicherer Arag ist allein überlebensfähig und würde durch eine Fusion nur verlieren, glaubt der Eigner und Vorstandsvorsitzende Paul-Otto Faßbender. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor erläutert Faßbender die aktuellen Expansionspläne, darunter den Aufbau eines Rechtsdienstleisters in Köln, verteidigt den Verkauf des Lebensversicherers und beschreibt die Digitalisierungsprojekte. Faßbender nimmt auch Stellung zum Erbstreit mit seiner Schwester.

Start-up Friday hat Testbetrieb aufgenommen

Seit rund zwei Wochen läuft beim digitalen Kfz-Versicherer Friday der Pilotbetrieb mit ausgewählten Kunden. Die Policen, die auf mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets zugeschnitten sind, sollen in 90 Sekunden abschließbar, papierlos und monatlich kündbar sein. Die Konzernmutter Baloise will bis zur Kfz-Wechselsaison im Herbst an den Policen feilen und dann mit einem ausgereiften Produkt auf den Markt kommen, sagte Konzernchef Gert De Winter. Trotz der Reservestärkung für die deutschen Basler Versicherungen konnte der Schweizer Versicherer 2016 einen Gewinn verbuchen.

Gossmann verlässt Darag

 Leute – Aktuelle Personalien  Arndt Gossmann, Gründer und Chef des Run-off-Versicherers Darag in Wedel bei Hamburg, hat das Unternehmen Ende Februar 2017 verlassen. Er will den Versicherer in einer Übergangszeit als Berater unterstützen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Einen Nachfolger benannte Darag nicht. Stattdessen soll ein dreiköpfiges Führungsteam die Gruppe künftig führen. Gossmann dürfte schon bald wieder in der Branche auftauchen, möglicherweise aber nicht im Run-off-Markt.

Outsourcing-Regeln bald praxistauglich?

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Die Bundesregierung hat am 15. Februar 2017 eine Anpassung des Paragrafen 203 Strafgesetzbuch (StGB) beschlossen. Nicht der Strafbarkeit unterliegen soll künftig das Offenbaren von geschützten Geheimnissen gegenüber Personen, die an der beruflichen oder dienstlichen Tätigkeit des Berufsgeheimnisträgers mitwirken, soweit es für die ordnungsgemäße Durchführung der Tätigkeit der mitwirkenden Personen erforderlich ist. Das sollte es Lebens-, Unfall- und Krankenversicherern erleichtern, Tätigkeiten an externe Dienstleister (Outsourcing) auszugliedern. Es fehlt allerdings noch eine Klarstellung bezüglich der Inanspruchnahme von Run-off-Dienstleistungen bei der Abwicklung geschlossener Bestände.

Run-off: Premia Re will in Europa zukaufen

Die europäischen Run-off Anbieter müssen sich auf neue Konkurrenz einstellen. Premia Re, ein junges, in Bermuda ansässiges Run-off-Vehikel, will in Europa zukaufen, um im europäischen Markt Bestände abwickeln zu dürfen. Das sagte Premia-Chef Bill O’Farrell (Bild), ehemaliger Chief Reinsurance Officer bei Chubb, auf der SZ-Fachkonferenz Run-off in Hamburg. Heinz-Peter Roß, Chef des Abwicklers Viridium, ehemals Heidelberger Leben, warnte davor, mit Kampfpreisen um Bestände zu buhlen. Dass die BaFin Run-off-Transaktionen akribisch prüft, sorge für mehr Sicherheit und klare Spielregeln im Geschäft.

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