Archiv ‘Run-off’

Arag hat Lebenstochter abgehakt

Eigentlich ist sie schon weg: Die Arag Leben gehört nach wie vor zum Konzern, weil die BaFin den Verkauf an die Frankfurter Leben noch nicht genehmigt hat. Doch in der Zukunftsplanung von Konzernchef Paul-Otto Faßbender spielt sie keine Rolle mehr. Er setzt auf das Kerngeschäft Rechtsschutz im In- und Ausland sowie auf die Krankenzusatzversicherung. Der Verkauf der Lebenstochter sei alternativlos gewesen, sagte er vor Journalisten.

Swiss Re sucht neue Einkommensquellen

Weil die Gewinne in der Sachrückversicherung nicht mehr sprudeln, setzt der Rückversicherer Swiss Re verstärkt auf andere Einnahmequellen wie die Lebensrückversicherung und die Abwicklung geschlossener Lebens-Erstbestände. Langfristig kann sich der Konzern auch die Übernahme von Run-off-Portfolien in Deutschland vorstellen, sagte Finanzchef David Cole im Vorfeld des Investorentags des Rückversicherers. Zudem will Swiss Re das Thema Forschung und Entwicklung künftig koordinierter als bisher angehen und dazu ein Institut gründen.

Herbert Fromme

Schaulaufen für die Investoren

 Herbert Frommes Kolumne  Die Saison der Quartalsbilanzen ist fast vorbei. Die meisten großen europäischen Versicherer und Rückversicherer haben gute bis sehr gute Zahlen vorgelegt. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen, darunter das Ausbleiben von Naturkatastrophen und Reservefreisetzungen. Und alle Vorstände sind brav über das Stöckchen gesprungen, das ihnen Investoren und Analysten hingehalten haben: Sie zahlen hohe oder sogar erhöhte Dividenden, viele planen Aktienrückkaufprogramme. Besonders klug ist das nicht.

Berichte: Zurich verkauft Altbestände

Der Schweizer Versicherer Zurich soll nach Medienberichten in Verhandlungen stehen, europäische Altbestände in Milliardenhöhe zu verkaufen. Das berichtet das Fachmagazin Insurance Insider und beruft sich auf Branchenkreise. Unter anderem soll es um das problembeladene Arzt- und Architektenhaftpflichtgeschäft in Deutschland gehen. Zurich wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen.

Ergo geht online mit Nexible

Ergo-Chef Markus Rieß hat Details zu dem geplanten neuen Online-Versicherer preisgegeben: Das Unternehmen soll Nexible heißen – eine Mischung aus Next und Flexible – und im Herbst 2017 auf den Markt kommen, sagte er im Interview mit Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor. Mit der neuen Gesellschaft will Ergo Kunden ansprechen, die sich rein digital versichern wollen – ohne Beratung und Telefonservice. Der Online-Versicherer ist Teil des Umbauprogramms, mit dem Rieß die Ergo modernisieren will. Rieß nahm auch Stellung zu IT-Problemen und dem Bankvertrieb.

Die Arag Leben ist verkauft

Die Düsseldorfer Versicherungsgruppe Arag hat ihren Lebensversicherer an den Abwicklungsspezialisten Frankfurter Leben verkauft. Der Krankenversicherer bleibt in der Gruppe, den Standort München will die Arag ebenfalls erhalten. Künftig verkauft der Arag-Vertrieb Lebensversicherungspolicen der Alten Leipziger. Der Konzern will sich auf den Ausbau des Schaden- und Unfallgeschäfts sowie der Krankenversicherung in Deutschland und die internationale Expansion beim Rechtsschutz konzentrieren.

Protektor nähert sich Bestandsabgabe

Der Berliner Lebensversicherer Protektor kommt der angestrebten Abgabe des alten Bestandes der Mannheimer Lebensversicherung näher. Die Hauptversammlung des Unternehmens, das den deutschen Lebensversicherern gehört, hat dafür am Dienstag die Voraussetzungen geschaffen. Zunächst sollen die noch aktiven Verträge auf eine neue Protektor-Tochter übertragen werden, von da aus zum Abwicklungsspezialisten Heidelberger Leben. Protektor wäre dann nur noch aktiv als gesetzlicher Sicherungsfonds für notleidende Lebensversicherungsbestände.

Arag verkauft Lebensversicherer

Der Düsseldorfer Rechtsschutzspezialist Arag steht kurz vor dem Verkauf seines Münchener Lebensversicherers Arag Leben. Nach Informationen des Versicherungsmonitors sind Gespräche mit einem potenziellen Interessenten weit fortgeschritten. Der mögliche Käufer ist die Run-off-Plattform Frankfurter Leben. Ende vergangener Woche hatte Eigner und Vorstandsvorsitzender Paul-Otto Faßbender die Belegschaft der Lebens-Tochter über einen möglichen Verkauf informieren lassen, dabei wurden aber keine Einzelheiten genannt. Schon im Juni hatte Faßbender öffentlich über die Zukunft des Lebensversicherers in der Arag-Gruppe nachgedacht – er passt nicht mehr in die Strategie des Unternehmens und bindet viel Kapital.

Swiss Re hofft auf Trendwende

Waldbrände in Kanada, Erdbeben in Japan und Überflutungen in Europa haben den Gewinn des Schweizer Rückversicherers Swiss Re im ersten Halbjahr von 2,3 Mrd. Dollar auf 1,9 Mrd. Dollar sinken lassen. Für sich genommen haben diese Schäden nicht das Potenzial, zu höheren Preisen für Rückversicherungsschutz zu führen, glaubt der neue Swiss Re-Chef Christian Mumenthaler. Zusammen mit sinkenden Margen, schwindenden Reserven und den niedrigen Zinsen könnten sie aber zumindest den Druck in Richtung einer Trendwende erhöhen, glaubt er.

Die Bayerische will auf Allianz-IT umsatteln

Die Münchener Versicherungsgruppe die Bayerische muss ihre IT-Kosten in den Griff bekommen und greift zu radikalen Mitteln: Der Versicherer will sein IT-System über Bord werfen und auf die IT der Allianz Österreich umsteigen. Derzeit laufen die Gespräche zwischen den Gesellschaften. Bei der Digitalisierung setzen die Bayern auf digitale Beiboote und kaufen spezialisierte IT-Firmen. Bald will der Versicherer einen digitalen Ordner anbieten, in dem Kunden alle Versicherungs-, Strom- und Gasverträge verwalten können. Auch im Run-off-Geschäft will die Bayerische mitmischen und Leben-Bestände Dritter übernehmen.

Darag kauft Ergo-Teile in Italien

Der Run-off-Spezialist Darag in Wedel bei Hamburg hat die Schadenversicherung der Ergo in Italien gekauft. Verkäufer ist der Finanzinvestor Cinven, der Ende 2015 die gesamte Ergo Italia in Mailand erwarb, aber offenbar nur an dem Lebensversicherer interessiert ist. Für Darag ist das die größte bisher gestemmte Transaktion. Die italienische Aufsichtsbehöre Istituto per la Vigilanza sulle Assicurazioni muss dem Deal noch zustimmen. Die Ergo Assicurazioni soll auch künftig Neugeschäft zeichnen und zur Run-off-Plattform ausgebaut werden.

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