Viele Versicherer erhoffen sich Effizienzgewinne durch künstliche Intelligenz. Das kann allerdings auch Arbeitsplätze kosten, wie die Pläne der Munich-Re-Tochter Ergo zum Abbau von 1.000 Stellen zeigen. Die Gewerkschaft Verdi will ab dem 26. März 2026 mit dem Arbeitgeberverband einen Tarifvertrag Transformation verhandeln. Dabei soll die mit der Ergo getroffene Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung als Vorbild dienen.
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Stellenabbau: Ergo und Verdi unterzeichnen sozialen Rahmenplan
Die Munich Re-Tochter Ergo will verstärkt künstliche Intelligenz einsetzen und bis 2030 rund 1.000 Stellen in Deutschland abbauen. Jetzt hat sich der Versicherer mit der Gewerkschaft Verdi auf einen sozialen Ordnungsrahmen geeinigt. Zentrale Punkte sind wie bereits angekündigt der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen, Standortgarantien und die Einrichtung einer „Reskilling Akademie“, um Mitarbeitende umzuschulen.
Der neue Tarifvertrag steht
Nach zähen Verhandlungen haben sich die Gewerkschaften Verdi und DBV mit dem Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen am Freitag auf einen neuen Tarifvertrag für die Beschäftigten im Innendienst verständigt. Er sieht eine Anhebung der Gehälter um 5 Prozent ab 1. August 2025 und um weitere 3,3 Prozent ab 1. September 2026 vor. Für die Mitarbeitenden in den unteren Lohngruppen gibt es eine überproportionale Anhebung. Die Verdi-Mitglieder müssen noch zustimmen.
Neuer Tarifvertrag für Vermittler
Der Vermittlerverband BVK hat sich mit der Gewerkschaft Verdi auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Er gilt für rund 50.000 angestellte Vermittler und sieht eine zweistufige Gehaltssteigerung bis 2026 vor. Die Ausbildungsvergütung steigt besonders deutlich. Der vorangegangene Vertrag war bereits 2020 ausgelaufen. Keine Auswirkungen hat die Einigung auf den angestellten Außendienst der Versicherer.
Verdi will im Tarifstreit deutlich verbessertes Angebot
Die Gewerkschaft Verdi macht Druck im Tarifstreit mit dem Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV). Vor der für den 4. Juli angesetzten vierten Verhandlungsrunde fordert Verdi ein „klar verbessertes“ Angebot. Der AGV geht mit seinem bisher bekannten Angebot in die nächste Runde. Für Donnerstag, den 26. Juni, hat Verdi die Beschäftigten im Innendienst der Versicherungsbranche zum bundesweiten Streik aufgerufen.
Verdi tief enttäuscht von zweiter Tarifrunde
Nach der zweiten Runde der Tarifverhandlungen für die Angestellten im Innendienst der privaten Versicherungswirtschaft hat die Gewerkschaft Verdi der Arbeitgeberseite mangelnde Wertschätzung für die Beschäftigten vorgeworfen. Das Angebot des Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen in Deutschland sei enttäuschend und unzureichend, es gleiche noch nicht einmal die Einkommensverluste durch die Inflation aus. In den kommenden Tagen will Verdi an verschiedenen Standorten zu Warnstreiks aufrufen.
Homeoffice allein macht nicht glücklich
Neue Arbeitswelt – Kampf um die Besten Im Branchenvergleich zeigen sich Versicherer beim Thema Homeoffice erstaunlich kulant. Das müssen sie auch, denn flexibles Arbeiten ist ein wichtiger Faktor im Kampf um neue Fachkräfte. Das Arbeiten aus dem Ausland steht bei Nachwuchskräften ebenfalls hoch im Kurs. Auf der anderen Seite versuchen Arbeitgeber mit verschiedenen Maßnahmen, bei den Mitarbeitenden die Lust aufs Büro wieder zu steigern.
Versicherer wünschen sich schnelle Reformen
Die Union und die SPD haben sich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Zu ihren Plänen zur zweiten und dritten Säule des Rentensystems, der betrieblichen und privaten Altersvorsorge, bleibt die künftige Regierung allerdings vage. Die Versicherer wünschen sich eine schnelle Reform der Altersvorsorge. Schon mit relativ einfachen Änderungen ließen sich große Fortschritte erzielen, sagte Moritz Schumann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des GDV beim Insurance Summit des Verbands in Berlin. Die Chancen für Reformen stehen dabei gar nicht mal so schlecht.
Auftakt der Tarifverhandlungen noch ohne Ergebnis
Am Freitagnachmittag sind die Gewerkschaft Verdi und der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV) in die neue Tarifrunde gestartet. Noch ist kein Kompromiss zustande gekommen. Der größte Knackpunkt in den Verhandlungen ist die Höhe der Gehaltsforderungen. Dabei sind sich Arbeitgeber und Gewerkschafter uneins darüber, wie gut die Geschäftsergebnisse der Branche zu bewerten sind.
Die gespaltene Branche
Herbert Frommes Kolumne Bei den Ergebnissen für 2024 unterscheiden sich Allianz und Munich Re stark von vielen anderen Gesellschaften. Supergewinne und Rekorddividenden hier, Stagnation oder sogar Verluste dort. Die Ursachen dieser Spaltung des Marktes sind noch nicht klar. Aber wenn sie lange anhält, kommt die Einheit der Branche unter Druck.
DBV kündigt Bündnis mit NAG auf
Seit 2022 haben der Deutsche Bankangestellten Verband (DBV) und die Neue Assekuranz Gewerkschaft (NAG) miteinander die Interessen von Angestellten im Versicherungsbereich vertreten. Das ist nun vorbei. Der DBV hat die Zusammenarbeit aufgekündigt. Grund sei die unterschiedliche Kultur beider Organisationen. Die NAG reagiert auf die Nachricht mit Bedauern und sieht die Arbeitgeberattraktivität der Branche gefährdet.
PKV gegen Pflege-Bürgerversicherung
Das „Bündnis für eine solidarische Pflegevollversicherung“ hat seine Forderung nach einem einheitlichen System in der Pflegeversicherung erneuert. Auf Basis eines Gutachtens plädiert das Bündnis für die Einbeziehung aller Versicherten in die Pflegeversicherung, die dann sämtliche pflegebedingten Kosten übernehmen soll. Die privaten Krankenversicherer (PKV), deren Geschäftsfeld eingeschränkt würde, finden den Vorschlag absurd und verfassungswidrig. Stattdessen sei eine Ausweitung der finanziellen Vorsorge notwendig.
Bätes Karenztag provoziert heftige Reaktionen
Exklusiv Allianz-Chef Oliver Bäte hatte im Interview mit dem Handelsblatt den hohen Krankenstand in Deutschland kritisiert und vorgeschlagen, die Lohnfortzahlung am ersten Krankheitstag zu streichen. Damit erntet er Applaus beim Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland und scharfe Kritik der Gewerkschaften Verdi und NAG. Auch der Vermittlerverband BVK mag sich mit dem sogenannten Karenztag nicht anfreunden.











