Der Lebensversicherer Swiss Life hat 2020 an Gewinn eingebüßt, das Krisenjahr haben die Schweizer dennoch gut überstanden. Trotz gesunkenen Ertrags beglückt Swiss Life seine Aktionäre mit einer höheren Dividende als im Vorjahr. In der andauernden Auseinandersetzung mit der US-Justizbehörde sieht sich Swiss Life-Chef Patrick Frost auf der Zielgeraden. Der Versicherer hat für die Beilegung 70 Mio. Schweizer Franken zurückgestellt. Letzten Endes muss Swiss Life womöglich aber noch tiefer in die Tasche greifen.
Archiv ‘Versicherer’
Zeit für den Plattform-Gipfel
Herbert Frommes Kolumne Die Industrieversicherung hat ein großes Problem: Es fehlt eine gute und von allen akzeptierte Plattform für den Datenaustausch, für Quotierungen und Schadenverfolgung. Was die Autobauer und Zulieferer mit ihrem Odette-System seit Jahren vorexerzieren, kriegen die Beteiligten an der Industrieversicherung nicht hin. Die Kundenseite ist immer weniger bereit, das zu akzeptieren, und sucht Lösungen. Die sollte sie schnell gemeinsam mit Maklern und Versicherern finden. Wenn die Marktteilnehmer sie nicht selbst aufbauen, kommt eine Lösung sehr wahrscheinlich von außen.
Ford und Arity öffnen Telematik-Schnittstelle
In den USA haben der Autohersteller Ford und das Telematik-Startup Arity eine Telematik-Schnittstelle geschaffen, die Ford-Fahrern den Zugang zu Telematikangeboten erleichtern soll. Versicherer können sich mit den Unternehmen zusammentun, um einen von Arity errechneten Telematik-Wert zu nutzen. Ford gewährt also Arity Zugang zu den Fahrdaten, nicht aber den Versicherern. Der Hersteller schützt so die Daten seiner Fahrzeuge – die Versicherer müssen sich mit dem Score begnügen. Versicherer und Hersteller ringen seit Jahren um den Zugang zu den Fahrdaten.
Krise steigert Nachfrage bei Kfz-Telematik
Die Pandemie verleiht der Nachfrage nach Telematik-Autoversicherungen neuen Schwung, zeigt eine Studie im Auftrag des Dienstleisters Cambridge Mobile Telematics (CMT), dem Telematik-Partner von HUK-Coburg und Axa. „Das Kundeninteresse an Telematik ist auf einem Höchststand“, heißt es in der Untersuchung. Die neuen Tarife stießen in der öffentlichen Wahrnehmung auf immer mehr Zustimmung. Vorurteile, die den Einzug der Telematik ins Versicherungsgeschäft zuvor erschwert hätten, verlieren zunehmend an Gewicht.
Britische Versicherer mit Covid-Milliardenschaden
Die britischen Versicherer schätzen die versicherten Covid-Schäden aus dem vergangenen Jahr auf bis zu 2,5 Mrd. Pfund (2,9 Mrd. Euro), teilt die Association of British Insurers (ABI) mit. Bislang haben die Versicherer für 123.000 pandemiebezogene Schäden gezahlt, zu weiteren 9.000 Schäden gab es Teilzahlungen. Wie viele Schäden letztendlich auf das Konto des Virus gehen, ist laut ABI noch nicht absehbar. Der Verband erwartet durch das Musterprozess-Urteil der Finanzaufsicht FCA weitere Meldungen.
Aon beklagt „Heckenschützenmentalität“
Exklusiv In der deutschen Industrie hat sich viel Wut über das Verhalten der Versicherer in der jüngsten Erneuerungsrunde aufgebaut, haben Kai-Frank Büchter (Bild) und Hartmuth Kremer-Jensen beobachtet. Der Chef und der Vizechef der Industrieversicherungsseite bei Aon kritisieren Intransparenz, erdrutschartig späte Aktionen der Versicherer und rabiate Preiserhöhungen. An die Kosten müsse die Branche unbedingt ran, sagt Büchter. Im Interview geht es auch um die Maklerfusionen und die Auswirkungen der Pandemie auf Aon.
Neue Ergo-Plattform Nexsurance setzt auf Sensoren
Ergos digitale Vertriebsplattform Innosure.me hat einen neuen Namen. Das Portal heißt jetzt Nexsurance. Bislang gibt es Policen für Fahrräder, E-Bikes und Musikinstrumente. Ziel des Projekts sind jedoch Policen, bei denen digitale Sensoren das Schadenrisiko senken – und damit auch die Prämie. Aktuell vertreibt Nexsurance bereits Sensoren namhafter Hersteller wie Grohe, Abus und Telekom. Das Angebot reicht vom Cyberschutz über Leitungswasser-Alarm, Einbruch- und Rauchmelder bis hin zum smarten Fahrradhelm. Auf eher skurrile Angebote, wie die Gartenpflanzen-Police von Innosure.me, verzichtet Nexsurance.
A.M. Best: US-Versicherer werden nachhaltiger
Die Entscheidung der neuen US-Regierung, dem Pariser Klimaabkommen wieder beizutreten und ein größeres Gewicht auf die Klimapolitik zu legen, wird auch US-Erst- und Rückversicherer dazu bewegen, grüner zu werden. Davon ist die Ratingagentur A.M. Best überzeugt. Bisher hat sich die US-Versicherungsbranche bei der Nachhaltigkeit nicht sonderlich hervorgetan, aber stärkere regulatorische Vorgaben und ein drohender Reputationsverlust könnten die Gesellschaften zum Umdenken bewegen, glauben die Analysten.
Keine Brexit-Schadenfreude, bitte
Herbert Frommes Kolumne Die ersten sechs Wochen des Brexit verliefen alles andere als reibungslos. Unternehmen auf beiden Seiten des Kanals stellen fest, dass die Lieferungen auf die jeweils andere Seite sehr viel komplizierter geworden sind – trotz des Handelsabkommens. Auch die Versicherer spüren die neuen Regeln und sind von einer gegenseitigen Anerkennung der Aufsichtssysteme, der Äquivalenz, weit entfernt. Aber wer jetzt frohlockt, hat nicht verstanden, um was es geht – die Zukunft Europas und auch der EU.
Bernardino verabschiedet sich mit Hausaufgaben
Gabriel Bernardino, Chef der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa, hat seinem noch unbekannten Nachfolger bei einem seiner letzten öffentlichen Auftritte weitreichende Hausaufgaben aufgegeben. Bernardino, dessen letzte Amtszeit im März endet, fordert unter anderem, die Aufsicht für international tätige europäische Versicherer und Rückversicherer bei der Eiopa zu zentralisieren und damit die nationalen Aufsichten teilweise zu entmachten. Er selbst ist mit solchen Vorstößen in seiner Amtszeit gescheitert. Für den Nachfolger oder die Nachfolgerin wird das ebenfalls nicht leicht werden.
Die Bayerische peilt eine Million Kunden an
Der Versicherer Die Bayerische zeigt sich zufrieden mit den Ergebnissen für 2020. Die Zahl der Kunden stieg weiter und soll im ersten Quartal die Marke von einer Million reißen. In der Lebens- und Sachversicherung konnten die Münchener zulegen. Bayerische-Chef Herbert Schneidemann sieht das Unternehmen krisenfest aufgestellt. Die Investitionen in Prozesse und Digitalisierung wurden hochgefahren. Die Führungsstruktur baut Schneidemann gerade um, künftig ist Arbeit in agilen Teams angesagt.









