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Bitkom: Versicherer und Banken verschmelzen online

Laut einer aktuellen Studie des Digitalverbands Bitkom werden die Bereiche Online-Banking und Online-Versicherungen in Zukunft noch stärker zusammenwachsen. Inzwischen zeige sich eine wachsende Akzeptanz in der Bevölkerung, Bankgeschäfte über das Internet zu erledigen. Jeder zweite Online-Banking-Nutzer kann sich vorstellen, auch seine Versicherungsangelegenheiten künftig auf der Plattform seiner Bank zu erledigen. Den stationären Bankenfilialen stehen nach Ansicht der Befragten in den kommenden Jahren harte Zeiten bevor.

Podcast O-Ton Mikrofon Microphone

Podcast: KPMG-Partner Jahn zur Sachversicherung

 Versicherungsmonitor O-Ton  Das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG hat sich mit der Situation der Schaden- und Unfallversicherer und ihrer Profitabilität befasst. Im O-Ton-Interview mit dem Versicherungsmonitor erläutert KPMG-Partner Hendrik Jahn, warum Ökosysteme die Versicherer in Bedrängnis bringen können und warum mittelgroße Schadenversicherer bei der Profitabilität den kleinen oder deutlich größeren Rivalen hinterherhinken. „Stuck in the middle“, also in der Mitte gefangen zu sein, sei in den vergangenen Jahren eine gefährliche Position geworden.

Kleinlein: „Provisionsdeckel ist wie Tempolimit 250“

Der Provisionsdeckel ist zurzeit eines der bestimmenden Themen in der Versicherungsbranche. Allerdings führt er –  in seiner jetzt angedachten Form – am Ziel vorbei und ist damit unnötig, waren sich Verbraucherschützer und Versicherer auf dem Life Insurance Dinner der Süddeutschen Zeitung einig. „Das ist so, als ob auf der Autobahn eine Höchstgeschwindigkeit von 250 Stundenkilometer eingeführt wird“, sagte Axel Kleinlein, Vorstandssprecher beim Bund der Versicherten. Wer sich für einen besonders guten Fahrer halte, dürfe aber auch 400 Stundenkilometer fahren. Das ändere an der bisherigen Situation nichts. Sara Zinnecker von Finanztip sieht das eigentliche Problem in der fehlenden Transparenz der Abschlusskosten.

KI-Systeme der Versicherer brauchen Datenfutter

 The Long View – Der Hintergrund   Immer mehr Versicherer arbeiten mit interaktiven Chatbots, die den Kundenservice automatisieren sollen. Die Basler setzt auf „Carlo“, die Allianz auf „Allie“, Axa hat den „Novomind iAgent“ im Einsatz und das Arag-System heißt schlicht „Reiseassistent“. Bei solchen Systemen ist oft die Rede von neuronalen Netzen, von Maschinenlernen und digitalen Sprachassistenten. Doch wie intelligent sind die Systeme tatsächlich? Ein genauerer Blick zeigt schnell: Die meisten Versicherer sind von künstlicher Intelligenz noch meilenweit entfernt. Dabei scheitert es an einem ganz grundsätzlichen Problem.

Wefox holt Lang für Ommerborn

 Leute – Aktuelle Personalien  Weniger als zwei Jahre nach dem Start des Versicherers One in Liechtenstein hört Gründer Stephan Ommerborn auf. One gehört zur Wefox-Gruppe des Gründers Julian Teicke. Ommerborn und Teicke sollen zuletzt Differenzen gehabt haben. Jetzt holt Teicke Oliver Lang (Bild), früher McKinsey und seit 2008 gefragter Solo-Berater (nicht zu verwechseln mit Oliver Lang von Jung DMS). Lang soll Teickes Vision umsetzen vom Versicherer, der auf das engste mit Maklern arbeitet, aber gleichzeitig alle digitalen Hilfsmittel nutzt.

KPMG erwartet Umwälzung im Sach-Markt

Bis zum Jahr 2030 werden die Prämieneinnahmen konventioneller Versicherer in der Schaden- und Unfallversicherung in den wichtigsten Privatkundensparten, die 2017 noch 34,5 Mrd. Euro betrugen, auf 31 Mrd. Euro bis 32 Mrd. Euro sinken. Parallel wird sich ein Markt von Ökosystemen entwickeln, in denen mehr oder weniger transparent Versicherungen enthalten sind, erwartet das Prüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG. Deren Prämienvolumen wird sich auf 4 Mrd. Euro bis 5 Mrd. Euro belaufen, schätzen die Berater. Gerade für mittelgroße Versicherer sei die Zeit vorbei, in der sie alles über alle Vertriebswege machten. KPMG-Partner Hendrik Jahn: „Die Versicherer müssen sich selbst beantworten, was sie […]

Provisionsdeckel: Qualitative Kriterien konkretisieren

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Der geplante Provisionsdeckel in der Lebensversicherung scheint die von der EU-Vermittlerrichtlinie IDD vorgegebene Linie zur Vermeidung von Fehlanreizen bei der Beratung von Kunden konsequent fortzusetzen. Das Finanzministerium will damit offenbar angesichts der auslegungsbedürftigen, unbestimmten Rechtsbegriffe der IDD weitere Rechtssicherheit schaffen. Das Ziel klarer Regelungen wird mit dem Provisionsdeckel aber nicht vollends erreicht. Insbesondere bezüglich der qualitativen Kriterien, die eine höhere Vergütung von Vermittlern rechtfertigen, sind noch einige Fragen offen.

Fonds Finanz bietet Versicherern die Plattform an

Bei den Maklerpools zeichnet sich eine kleine Revolution ab. Fonds Finanz, einer der führenden Pools, bietet seine Software-Plattform Softfair der Versicherungswirtschaft an. Die einzelnen Konzerne sollen bis zu drei Prozent kaufen können, die Fonds Finanz-Eigner Norbert Porazik (Bild) und Markus Kiener wollen bis zu 100 Prozent abgeben. Damit reagiert der Münchener Pool auf Veränderungen im Markt, unter anderem den Wechsel von Swiss Life Select zu Franke & Bornberg.

Friederike Krieger

Viele Zukunftsfragen

 Was die Woche bringt  An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Life Insurance Dinner der SZ, Rückversicherungs-Symposium an der TH Köln, Jahresbericht des Versicherungsombudsmanns, Jahrespressekonferenz der Deutschen Aktuarvereinigung und Jahreshauptversammlung des BVK.

Digitalplattform Finlex will stark wachsen

Das Plattform- und Maklerunternehmen Finlex in Frankfurt will noch in diesem Jahr prüfen, ob es für seine weitere, möglicherweise auch internationale Expansion externes Kapital einwerben will. Das sagt Geschäftsführer Sebastian Klapper im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Aktuell wächst Finlex sehr kräftig in seinen Spezialsegmenten. Dazu gehören D&O, Cyber sowie die Versicherung von Börsengangrisiken. Im ersten Quartal verzeichnete das Unternehmen 287 Nutzer und 589 Ausschreibungen, die zu 268 Policen führten. Das Unternehmen arbeitet mit Endkunden zusammen und ist als Makler registriert, sieht sich aber in erster Linie als Berater und Organisator der Plattform.

EU-Kommission untersucht Kfz-Kartellverdacht

Irische Versicherer haben die Aufmerksamkeit der EU-Kommission auf sich gezogen. Die Kommission hat eine kartellrechtliche Untersuchung gegen die Vereinigung Insurance Ireland eingeleitet, in der unter anderem die Allianz, Aviva und Zurich Mitglieder sind. Es geht um die Frage, ob Insurance Ireland Nicht-Mitgliedern den Zugang zu ihrem Schadendaten-Pool „Insurance Link“ erschwert und ihnen damit Wettbewerbsnachteile in der irischen Kfz-Versicherung eingebracht hat.

Bundesrat erlaubt E-Roller auf deutschen Straßen

Gute Nachrichten für Kfz-Versicherer: Der Bundesrat hat am Freitag die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung verabschiedet, die E-Scooter auf deutschen Straßen zulässt. Damit eröffnet sich für die Versicherer ein potenziell sehr lukratives Geschäftsfeld, denn für die E-Roller besteht eine Versicherungspflicht. Tarak Al-Wazir von den Grünen geht davon aus, dass sich sehr viele Deutsche einen solchen E-Scooter anschaffen werden. Anbieter wie die Allianz und HUK-Coburg stehen bereits in den Startlöchern. Sie haben nur auf die Verabschiedung der Verordnung gewartet, um ihre Policen auf den Markt zu bringen.

Herbert Fromme

Kontakt zum Kunden verloren

 Herbert Frommes Kolumne  Wer sich wie die Versicherer mit der Digitalisierung beschäftigt, schaut gerne auf andere Branchen. Ein Wirtschaftszweig mit langer Digitalisierungserfahrung ist die Presse. Aus den Erfahrungen von Zeitungen und Zeitschriften kann man viel lernen. Die neue Technik ist die eine Seite der Digitalisierung, die veränderten Kundenerwartungen ist die andere und wahrscheinlich wichtigere Entwicklung. Eine weitere Lehre: Auch wenn Online-Nachrichten auf dem Vormarsch sind, die Zeitung ist keineswegs tot.

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