Meinung am Mittwoch Portfoliooptimierung, Konsolidierung, Fusionen und Übernahmen (M&A), Cyber-Risiken, Brexit – die Herausforderungen für Industrieversicherer waren in diesem Jahr vielfältig und werden die Branche auch 2019 beschäftigten. Spannend bleibt es trotzdem, denn sowohl Konsolidierung als auch das weiter rotierende M&A-Karussell lassen viel Raum für Überraschungen. Klar ist: Rationalität muss in der Industrieversicherung wieder die Oberhand gewinnen. Ob und in welchem Umfang das schon 2019 gelingt, wird die zentrale Frage sein.
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Immaterielle Vermögenswerte: die offene Flanke
The Long View – Der Hintergrund In der Wirtschaft hat sich ein grundlegender Wertewandel vollzogen. Sachwerte spielen eine immer geringere Rolle, dafür gewinnen immaterielle Vermögenswerte wie Daten, IT, Software, Intellectual Property und Reputation an Bedeutung. Eine großflächige Cyberattacke auf die IT-Kronjuwelen eines Unternehmens kann heute einen schlimmeren Schaden verursachen als ein Fabrikbrand. Was bedeutet die Verschiebung hin zu immateriellen Vermögenswerten für das Risikomanagement von Unternehmen und die Versicherungsbranche?
Schöne Weihnachten für die E-Mail?
Legal Eye – Die Rechtskolumne Jeder schreibt täglich zig E-Mails – ohne E-Mail ist im Job und auch im Privatleben fast nichts mehr fristgerecht zu erledigen. Briefe bringt der Postbote immer seltener – montags ist der Briefkasten meist leer. Dass E-Mails so leicht wie eine Postkarte von Fremden zu lesen sind, das kann sich allerdings kein Mensch, der nicht IT-Sicherheitsexperte ist, so recht vorstellen. Wie soll das auch gehen? Tatsache ist aber: Ohne Transportverschlüsselung (TLS) ist die E-Mail ein unsicherer Kommunikationsweg. Kann ein Versicherer seine Digitalisierung vorantreiben, wenn eine praktikable Lösung für die sichere E-Mail nicht in Sicht ist?
Insurtechs feiern Weihnachten
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Das Insurlab Germany lädt zur Christmas Edition seines Club Events.
„Digitalisierung light“ reicht nicht
Herbert Frommes Kolumne Die deutsche Versicherungswirtschaft gibt Milliarden für ihre Digitalisierungsprojekte aus – jedenfalls wenn man den Presseverlautbarungen und den öffentlichen Stellungnahmen von Konzernchefs Glauben schenkt. Aber die Kostenquoten bewegen sich kaum nach unten. Gleichzeitig stagnieren die IT-Kosten bei rund 2,3 Prozent der Prämieneinnahmen, sie müssten aber eigentlich nach oben gehen. Was läuft da gerade schief? Möglicherweise denken die Unternehmen zu klein und geben schlicht zu wenig aus, weil sie sich in Sicherheit wiegen. Und möglicherweise trauen sie sich nicht an die Kosten heran, weil sie nicht müssen. Beides wären verheerende Fehler.
Lohrmanns Verunsicherung CCLXXV
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: GDV zahlt hohen Preis für fehlende Frauen.
Klima und Elementarschäden: Deutschland zögert
The Long View – Der Hintergrund Die EU-Kommission hat an die Finanzwirtschaft appelliert, Initiativen zu ergreifen, um den Klimawandel zu mildern und sich daran anzupassen. Dabei geht es darum, den Kunden zu helfen. Davon merken wir in Deutschland jedoch noch nicht viel. Die Versicherer sperren sich gegen eine verpflichtende Elementarschadenversicherung – zu Unrecht. Ein solcher Mechanismus könnte auch helfen, die Schadenregulierung zu beschleunigen, wie das Beispiel Frankreich zeigt.
Das Gegenteil von Versicherung
Meinung am Mittwoch Auf neue, unvorhergesehene Risiken reagieren Versicherer schnell mit Ausschlüssen oder Sonderdeckungen. Das war nach den hohen Haftungsansprüchen aus Asbest und bei Terror-Risiken nach den Anschlägen vom 11. September 2001 der Fall. Jetzt geschieht es bei Cybergefahren. Neuen Risiken mit Ausschlüssen zu begegnen ist aber das Gegenteil von Versicherung. Dabei sollte es gerade um Leistungsversprechen für ungewisse Ereignisse gehen. Stattdessen wäre es sinnvoller, Kunden bei der Identifizierung und dem Managen solcher Gefahren zu unterstützen.
Klinikhaftpflicht: Eine politische Lösung ist nötig
The Long View – Der Hintergrund In Sachen Haftpflichtversicherung geht das Gesundheitswesen schweren Zeiten entgegen, sofern keine Hilfe von staatlicher Seite kommt. Sechs Jahre nach der Haftpflicht-Krise im deutschen Krankenhausmarkt stagniert zwar die Schadenfrequenz, die Schadenaufwendungen steigen jedoch. Eine kontinuierliche Prämienerhöhung ist deshalb nötig. Es bräuchte eine politische Lösung, um den Krankenhäusern zu ermöglichen, diese steigenden Kosten zu refinanzieren.
Brexit und nationale Übergangslösung
Legal Eye – Die Rechtskolumne Das Bundesfinanzministerium hat einen Referentenentwurf vorgelegt, der eine nationale Übergangslösung für den Fall eines harten Brexits vorsieht. Britische Versicherer können demnach das EU-Passregime für eine Übergangszeit von bis zu 21 Monaten weiterhin nutzen, um Verpflichtungen aus grenzüberschreitenden Bestandsverträgen zum Schutz der Versicherungsnehmer erfüllen zu können. Eine verlässliche Übergangslösung ist zu begrüßen. Einige Fragen zur Reichweite der Regelung sind aber noch offen.
Arag und Gothaer zeigen Zahlen
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Jahresabschlussgespräche von Gothaer und Arag
Ein Hoch auf die Quotenfrauen
Herbert Frommes Kolumne Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung und Vorsitzende der Frauen-Union, hat den Berliner Verbänden eine klare Ansage gemacht: Sie will mit ihnen keine Gespräche mehr führen, wenn auf Verbandsseite nur Männer sitzen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bekommt also ein Problem: Im 18-köpfigen Präsidium des Verbandes sitzt keine einzige Frau. Auch die fünfköpfige Geschäftsführung des Verbandes kommt ganz ohne Frauen aus, sie finden sich dann erst auf der Ebene darunter. Die Lage im Verband spiegelt die in den Unternehmen wider. Wahrscheinlich geht es auch in der Versicherungswirtschaft nicht ohne Quote.
Lohrmanns Verunsicherung CCLXXIV
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Allianz-Chef Oliver Bäte ruft die große Einfachheit aus.
Die Experten des Copy & Paste
Nachschlag – Der aktuelle Kommentar Im Englischen gibt es den Ausdruck: „Cool by association“. Dabei versuchen uncoole Menschen, möglichst beliebte Menschen als Freunde zu gewinnen, um dadurch selbst cooler zu wirken. Diese Strategie scheinen aktuell auch einige Versicherer zu verfolgen. Allerdings haben sich der Digitalversicherer Friday von der Baloise und der Ergo-Digitalversicherer Nexible bei der Wahl ihrer „Freunde“ etwas vergriffen. Ihre Kopien von bekannten Hollywoodfilmen, angesagten Serien und die Einbindung längst vergessener Stars in ihre Werbespots sind nicht cool, sondern peinlich. Für Unternehmen, die damit werben, neu und anders zu sein, ist das wenig passend. Wer wirklich disruptiv und […]
Das ungelöste Problem der Kfz-Versicherer
Meinung am Mittwoch In der Kfz-Versicherung reden alle gern über Telematik und autonomes Fahren. Bis sich daraus Auswirkungen auf die Schäden ergeben, wird es aber noch lange dauern. Das viel wichtigere Thema sind die stetig steigenden Preise für Ersatzteile, in denen immer mehr Elektronik verbaut ist. Das führt zu höheren Durchschnittsschäden, ohne dass die Schadenhäufigkeit nennenswert zurückgehen würde. An höheren Preisen in der Kfz-Versicherung führt deshalb kein Weg vorbei.













