Eine stark steigende Inflation bei gleichzeitig niedrigen Zinsen – das wäre nach Ansicht von Andreas Wimmer, Chef der Allianz Lebensversicherung, ein bedrohliches Szenario für die Versicherer. „Das beunruhigt uns natürlich“, sagte er auf dem Kapitalanlagetag der Süddeutschen Zeitung. Problematisch sei vor allem, dass den Notenbanken in puncto Zinserhöhungen die Hände gebunden sind, weil sie keine neue Staatsschuldenkrise auslösen wollten. Beim Thema Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage sieht Wimmer noch viel Arbeit – für Investoren, Unternehmen und Regulierer. … Lesen Sie mehr ›
Es gibt immer mehr Cyberangriffe, im vergangenen Jahr ist laut der Ratingagentur Fitch vor allem die Zahl der Ransomware-Attacken in die Höhe geschossen. Sie legten um 400 Prozent zu. Damit waren sie laut Fitch-Direktor Gerry Glombicki auch Hauptgrund für die steigenden Schadenzahlen und die Preiserhöhungen in der Cyberversicherung. Er rechnet damit, dass die Preise weiter steigen und dass Cybersicherheit für die Ratings von Unternehmen relevant wird. Fitch hat bereits erste Schritte in diese Richtung unternommen. … Lesen Sie mehr ›
Das Landgericht Hamburg hat einen Versicherungsmakler dazu verurteilt, einer Bewachungsfirma Schadenersatz in Millionenhöhe zu zahlen, weil er sich nicht um adäquaten Versicherungsschutz gekümmert hat. (AZ 413 KHO 27/20). Die Firma sollte für einen Kunden Flutschutztore bei Hochwasser schließen. Dabei ereignete sich ein Fehler, der zu einem Schaden von 5,5 Mio. Euro führte. Diese Tätigkeit war von der Betriebshaftpflichtpolice aber nicht gedeckt. Fatal aus Sicht des Maklers war es, dass er versucht hat, eine Haftungsobergrenze in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu installieren – anstatt individuell mit dem Kunden. … Lesen Sie mehr ›
Historisch bedingt hat der Markt für Versicherungsverbriefungen (Insurance Linked Securities, ILS) noch immer einen starken Fokus auf Naturkatastrophenrisiken. Andere Risiken wie Cyber spielen noch keine nennenswerte Rolle. Angesichts der Kapazitätsengpässe in der Cybersparte sei es wünschenswert, wenn der ILS-Markt die Situation durch zusätzliche Kapazität entschärften könnte, sagte Munich Re-Vorstand Stefan Golling. Während der Marktzugang sowie Services weiterhin über Erst- und Rückversicherer laufen würden, könnte der ILS-Markt als zweite Ebene eine Retrozessions-Funktion übernehmen – vor allem mit Blick auf Kumulszenarien. … Lesen Sie mehr ›
Sammelklagen sind auf dem Vormarsch – auch in Deutschland, warnt der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS). „Ihre Auswirkungen auf Unternehmen und Geschäftsführer sollten nicht unterschätzt werden.“ Zur Ausbreitung von Sammelklagen – in ihren verschiedenen Ausführungen – tragen unter anderem sogenannte Legal Techs bei, die auf die Vereinfachung von rechtlichen Prozessen spezialisiert sind, sowie Prozessfinanzierer. Neue EU-Vorschriften, die spätestens ab Mitte 2023 auch in Deutschland greifen, erhöhen das Risiko für Sammelklagen weiter, so AGCS. … Lesen Sie mehr ›
Die EU setzt bei der Begrenzung der Erderwärmung auch auf milliardenschwere Investitionen aus der Privatwirtschaft inklusive der Assekuranz. Bis 2030 sollen die Klimaemissionen stark zurückgehen. Für Unsicherheit sorgt allerdings, dass die Fertigstellung der Taxonomie-Verordnung zur Klassifizierung von Nachhaltigkeit weiter auf sich warten lässt, zeigte eine Veranstaltung des Vereins zur Förderung der Versicherungswissenschaft in Berlin. Dass es noch keine klaren Kriterien gibt, begünstigt das Problem des sogenannten Greenwashings. … Lesen Sie mehr ›
Das im übernächsten Jahr in Kraft tretende Lieferkettengesetz gehört zu den umstrittensten aktuellen Gesetzesvorhaben. Es wird auch die Lage in der von Ausschlüssen, massiven Preiserhöhungen und Kapazitätseinschränkungen geprägten D&O-Versicherung weiter verschärfen, sagte Rechtsanwalt Mark Wilhelm auf dem GVNW-Symposium. Das Gesetz führe zu einer „uferlosen Managerhaftung“, behindere unternehmerisches Handeln und stelle auch die Versicherer vor große Probleme. Problematisch sind vor allem die sogenannten „mittelbaren Zulieferer“. … Lesen Sie mehr ›
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat recht mit den Vorwürfen gegen Check24. Das haben Richter des Landgerichts Frankfurt am Main entschieden. Der Verband hatte dem Vergleichsportal vorgeworfen, nicht deutlich genug zu sagen, dass es nur einen kleinen Teil der Versicherer in seinen Vergleich von Privathaftpflichtpolicen einbezieht. Die Richter beriefen sich in dem Urteilspruch mehrfach auf den Vermittlerstatus von Check24. Das Urteil könnte also auch Bedeutung für andere Makler bekommen. … Lesen Sie mehr ›
Die Versicherungswirtschaft sieht sich als Vorkämpfer des Klimaschutzes. Bei der deutschen Industrie stößt das auf Widerspruch. Die Anbieter sollten sich an gesellschaftlich festgelegte Ziele halten, aber nicht als Vorreiter agieren, kritisierte Alexander Mahnke, Versicherungschef bei Siemens und Vorstandsvorsitzender des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft, auf der Jahrestagung des Verbands. Kritik gab es auch daran, dass die Versicherer den Technologiewandel noch nicht ausreichend mit Versicherungsschutz begleiten. … Lesen Sie mehr ›
Der Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft (GVNW) kritisiert die Trägheit der Politik, wenn es um die Gründung einer privatwirtschaftlich-öffentlich finanzierten Pandemieabsicherung geht. Es sei klar, dass die Versicherungswirtschaft allein nicht die Finanzkraft habe, um Schäden dieser Größenordnung zu stemmen, erklärte Vorstandschef Alexander Mahnke auf dem diesjährigen GVNW-Symposium. Die bisherigen Versuche des Verbands, mit der Politik bei diesem Thema in den Dialog zu treten, waren nicht von Erfolg gekrönt, kritisierte er. Auch für Naturkatastrophen und Cyberangriffe sei ein solcher Ansatz denkbar. … Lesen Sie mehr ›
Der Verein Lobbycontrol zieht eine durchwachsene Bilanz der zu Ende gehenden Legislaturperiode. Skandale vor allem aus dem Umfeld der Union wie die Affäre um die Beschaffung von Schutzmasken hätten das Vertrauen in die Demokratie beschädigt, heißt es im aktuellen Lobbyreport. Die Aktivisten fordern Transparenz und klare Grenzen für Einflussnahme sowie mehr Fingerspitzengefühl bei Politik und Behörden. Bei der Parteienfinanzierung müsse es eine Obergrenze für Spenden sowie mehr namentliche Offenlegung geben – auch beim Sponsoring. Nicht gut weg kommt bei Lobbycontrol der Finanzvertrieb DVAG. … Lesen Sie mehr ›
Exklusiv Das Landgericht Kleve hat die Versicherer Axa und Gothaer dazu verurteilt, ausstehende Schadenzahlungen von 1,42 Mio. Euro beziehungsweise 950.000 Euro an den Leiterplattenhersteller Unimicron Germany zu zahlen (Az. 6 O 24/21). Hinzu kommen Zinsen von insgesamt knapp 800.000 Euro. Das in Geldern am Niederrhein ansässige Unternehmen hatte nach dem Brand einer Produktionshalle die Versicherer verklagt, weil diese sich im Gegensatz zum Konsortialführer Allianz trotz eines bindenden Sachverständigenverfahrens geweigert hatten, den vollen Anteil an der dabei ermittelten Schadensumme zu zahlen. Der Fall gehört zu den skurrilsten seiner Art in der Industrieversicherung. … Lesen Sie mehr ›