Versicherungsmonitor O-Ton Im O-Ton-Interview des Versicherungsmonitors spricht Andreas Berger über die Preisentwicklung, den Druck zur Kostensenkung und den Grund, warum sein Unternehmen Sparten wie Transport verlassen hat. Berger ist Vorstand der Swiss Re und Chef des Industrieversicherers Swiss Re Corporate Solutions. Lange Zeit sei der Markt ein Käufermarkt und das Preisniveau sei nicht auskömmlich gewesen. Dieses Spiel sei jetzt zu Ende. Berger macht sich auch Sorgen um die Folgen der Covid-Krise auf die Mitarbeiter. „Das wird stark an die Psyche gehen.“
Industrieversicherung
Corso-Chef Andreas Berger feiert Sanierungserfolg
Exklusiv Fast hätte Andreas Berger, Chef von Swiss Re Corporate Solutions, das Ziel einer Schaden- und Kostenquote von 98 Prozent bis 2021 vorzeitig erfüllt. Im ersten Halbjahr wäre die Gesellschaft auf 98,4 Prozent gekommen, hätte es die Corona-Krise nicht gegeben, sagt er. Doch die Pandemie schlug auch bei dem Schweizer Rückversicherer und seiner Industrieversicherer voll ins Kontor. Obwohl Corporate Solutions für die ersten sechs Monate mit 122,6 Prozent weiter einen defizitären Wert ausweist, zieht Berger im Gespräch mit dem Versicherungsmonitor eine positive Zwischenbilanz. Dank der allgemeinen Preiserhöhungen fallen die sanierungsbedingten Prämieneinbußen nicht ganz so drastisch aus wie geplant.
Swiss Re und Hitachi starten IoT-Kooperation
Exklusiv Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re hat sich mit dem japanischen Maschinenbauer Hitachi zusammengetan. Die beiden Konzerne haben ein Angebot für Industriekonzerne und Mittelständler im Bereich Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) auf den Markt gebracht. Hitachi stellt den Unternehmen Maschinen zur Verfügung, die mithilfe von Sensoren selbstständig Wartungsbedarf erkennen und vor drohenden Ausfällen warnen. Damit lassen sich Wartungskosten senken und teure Betriebsunterbrechungen vermeiden. Swiss Re will das Angebot in den kommenden Monaten breit ausrollen, sagte Andreas Berger, Chef von Swiss Re Corporate Solutions, im Gespräch mit Versicherungsmonitor und Süddeutscher Zeitung.
In eigener Sache: Neue Kolumnisten
Der Versicherungsmonitor begrüßt zum Oktober 2020 neue Kolumnisten. In der Rubrik „Meinung am Mittwoch“ dürfen sich unsere Leser auf spannende Beiträge freuen von Marcel Armon, Bianca Boss, Caren Büning, Ursula Deschka, Carolin Gabor und Benedikt Hintze. Für „Legal Eye – Die Rechtskolumne“ schreiben demnächst Eva-Maria Barbosa, Jendrik Böhmer, Fabian Herdter und Paul Malek. Wir danken unseren bisherigen Kolumnisten sehr herzlich für ihre Arbeit.
Supreme Court entscheidet über Betriebsschließungen
Vor zwei Wochen hatte sich die britische Finanzaufsicht FCA mit ihrer Musterklage gegen acht Betriebsschließungsversicherer größtenteils durchgesetzt. Die meisten Verträge decken die Schäden ab, die Unternehmen während des Corona-Lockdowns erlitten haben, befand der London High Court. Nicht alle Versicherer wollen das Urteil akzeptieren, etliche möchten Berufung einlegen. Die Londoner Richter haben jetzt den Weg für ein Schnellverfahren vor dem obersten Gerichtshof, dem Supreme Court, freigemacht.
Insolvenzen: D&O-Deckung könnte restriktiver werden
Bislang sind in der Managerhaftpflichtversicherung die Risiken aus Insolvenzen in den meisten Verträgen eingeschlossen. Das könnte sich im Zuge der Corona-Pandemie ändern. Fachanwalt Henning Schaloske von der Kanzlei Clyde & Co. erwartet, dass die Versicherer ihre Bedingungen restriktiver gestalten werden. Auch für Risiken im Zuge der Covid-19-Pandemie bereiten einige Versicherer bereits Ausschlussklauseln vor. Mit dem Auslaufen einiger Erleichterungen bei der Insolvenzantragspflicht ab dem 1. Oktober könnte sich die Zahl der Unternehmenspleiten schon in den kommenden Wochen und Monaten erhöhen, so Schaloske.
Ein höchst gefährlicher Funktionär
Heute ist der letzte Arbeitstag von Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth als Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Er hat 33 Jahre lang in der Führungsspitze des Verbands gearbeitet und beachtliche Lobbyerfolge für die Branche erzielt. Weil er sachkundig ist, politisch denkt und bei Gesprächspartnern gut ankommt, ist er für die Gegner der Branche ein höchst gefährlicher Funktionär. Der GDV hat Herbert Fromme um einen Beitrag für die gerade erschienene Festschrift zu seinem Abschied gebeten, den wir hier wiedergeben.
GDV: Ansprüche von Insolvenzverwaltern oft zu hoch
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rechnet aufgrund der Corona-Krise für das kommende Jahr mit einer großen Zahl von Ansprüchen von Insolvenzverwaltern gegen ehemalige Manager – und mit entsprechenden Schäden in der D&O-Versicherung. Zum Jahresende laufen die letzten Erleichterungen bei der Insolvenzantragspflicht aus. Die Forderungen der Insolvenzverwalter an Geschäftsführer und Vorstände sind laut GDV allerdings regelmäßig zu hoch. Das habe eine Auswertung vergangener Schadenfälle ergeben. Im vergangenen Jahr verbesserte sich die Schadenquote – ohne Kosten – der D&O-Sparte von 112,9 Prozent auf 85,3 Prozent.
HUK-Coburg baut Finanz-Vorstandsressort um
Leute – Aktuelle Personalien Bei der HUK-Coburg wird Thomas Sehn (Bild) ab dem Jahreswechsel das neue Ressort Kapitalanlagen und Finanzen leiten. Er übernimmt damit Aufgaben von Sarah Rössler, die das Unternehmen im Sommer verlassen wird. Weitere ihrer Aufgaben gehen an Helen Valerie Reck, die Generalbevollmächtigte bei der HUK-Coburg wird. Außerdem: Bei der Schweizer Munich Re-Tochter New Re wird Thomas Braune Nachfolger von Chefin Renate Strasser. Volker Eggers wird Finanzchef von MSIG Insurance Europe. Thomas Neuer wird Director Sales bei xbAV und FM Global hat erstmals einen Chief Client Experience Officer.
Forderung nach Verlängerung des Schutzschirms
Ein Bündnis für mehr staatliche Absicherung: Die Interessenverbände der Makler und der Versicherungseinkäufer der Industrie fordern gemeinsam eine Verlängerung des staatlichen Schutzschirms für die Kreditversicherung. Andernfalls drohten der Industrie große Unsicherheiten bis hin zur Insolvenz, warnen sie. Die Verbände wollen an den Gesprächen zur Zukunft des Schutzschirms, der eigentlich am Jahresende ausläuft, beteiligt werden.
Lage in der Industrieversicherung verschärft sich
Die derzeitige Phase steigender Prämien und sinkender Kapazitäten in der Industrieversicherung wird noch länger anhalten, erwartet der Makler Marsh in seinem aktualisierten Marktreport für Deutschland. Die Geschwindigkeit und das Ausmaß, in dem sich der Markt verhärtet hat, habe selbst Brancheninsider überrascht. Verschärft wird die Lage noch durch den Personalmangel bei den Anbietern, so Marsh. Immer häufiger geben Versicherer kein Angebot ab, weil ihre Personalkapazitäten ausgeschöpft sind.
Corona-Roundup: FCA, Allianz, Hanse Merkur
Die Finanzaufsicht FCA in Großbritannien hat die Versicherer nach dem Urteil im Musterprozess zur Betriebsschließung in einem Brief ermahnt, jetzt schnell zu reagieren und wo immer möglich Geld auszuzahlen. Zögerlichen Anbietern droht die Aufsicht mit der „vollen Bandbreite unserer regulatorischen Werkzeuge und Befugnisse“. Der Allianz-Konzern will unterdessen die Pandemie-Deckung in der Schaden- und Unfallversicherung ausschließen. Und Hanse Merkur ist der Versicherungspartner der Airline Eurowings bei der neuen Corona-Police.
Bischof wird Gothaer Allgemeine-Chef
Leute – Aktuelle Personalien Thomas Bischof, Vorstandschef der Lebens-, Sach- und Krankenversicherer des Wüstenrot & Württembergische-Konzerns, geht zum Kölner Versicherer Gothaer. Dort wird er zum 1. Januar 2021 Vorstandsvorsitzender der Schaden- und Unfalltochter Gothaer Allgemeine und damit Nachfolger von Christopher Lohmann, der zu HDI gewechselt war. Bischof wird in diesem Zuge auch Mitglied des Vorstands der Gothaer Versicherungsbank VVaG und der Gothaer Finanzholding. Bischofs Nachfolge bei W&W wird auf mehrere Schultern verteilt. Außerdem: Das Beratungs- und Softwareunternehmen Ikor hat zwei neue Experten gewonnen, und der Spezial- und Rückversicherer Convex erweitert sein Management.
Briten verbieten Treue-Bestrafung
Die britische Aufsichtsbehörde Financial Conduct Authority (FCA) will es den Versicherern des Landes verbieten, für neue Kunden günstigere Preise anzubieten als für bestehende Versicherte. Das teilte die Behörde am Dienstag mit. Das Verbot soll 2021 in Kraft treten. Wer bei einem Versicherer einen neuen Kfz-Vertrag abschließt, zahlt im Schnitt 285 Pfund, wer länger als fünf Jahre beim selben Versicherer ist, 370 Pfund, erklärte die Behörde.













