Leute – Aktuelle Personalien Stühlerücken beim Verband Öffentlicher Versicherer: Der Verein hat Wolfgang Breuer (Bild) zum neuen Präsidenten gewählt. Er folgt auf Hermann Kasten. Außerdem: Die Versicherungskammer Bayern trennt sich im Zuge einer Ressortzusammenlegung von einem Vorstandsmitglied. Allianz Partners Deutschland und die Tochter Allianz Handwerker Services haben einen neuen Geschäftsführer. Bei Swiss Re Corporate Solutions wird Loredana Mazzoleni Neglén den neuen Bereich Customer Experience leiten. Der Großmakler Aon stellt die neue Einheit Cyber Solutions unter die Leitung von Johannes Behrends, und die US-Tochter von Munich Re begrüßt einen neuen Finanzchef.
Industrieversicherung
Staatsgarantie für Extremus verlängert
Der Terrorversicherer Extremus und die deutsche Industrie können aufatmen: Das Bundesfinanzministerium hat die Staatsgarantie für die Gesellschaft um drei Jahre bis zum 31. Dezember 2022 verlängert. Allerdings ist sie geschrumpft. Künftig steht der Staat nur noch für Schäden von rund 6,5 Mrd. Euro ein. Zurzeit sind es noch 7,5 Mrd. Euro. Damit sinkt die gesamte Kapazität von 10 Mrd. Euro auf 9 Mrd. Euro. Extremus-Chef Thomas Leicht findet das aber nicht weiter schlimm.
BaFin prüft Insolvenzschutz von Reiseveranstaltern
Die Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook hat die Versicherungsaufsicht BaFin auf den Plan gerufen. Die Aufsicht nimmt derzeit alle Anbieter von Insolvenzabsicherungen für Reiseveranstalter unter die Lupe. Offenbar hat die Behörde bereits ein schwarzes Schaf gefunden. Die BaFin soll mit dem Insolvenzschutz des Deutschen Reisepreis Sicherungsvereins unzufrieden sein, berichtet das Handelsblatt. Der Verein sichert unter anderem Reisen von TUI und der Rewe-Tochter DER-Touristik ab – die Nummer eins und drei unter den deutschen Reiseveranstaltern.
Blechschäden nach Bayern-Spielen
Digitale Kundenportale, Apps und Schadenabwicklungs-Plattformen: Digitalisierung ist auch für Industrieversicherungsmakler ein großes Thema. Dabei geht aber Genauigkeit vor Schnelligkeit, so die Mahnung auf einer Vertriebskonferenz. Sonst ist am Ende die neue Technik zwar da, es fehlt aber der Kundennutzen. Gute Projekte können dagegen nicht nur Zeit und Kosten sparen helfen, sondern auch erstaunliche Erkenntnisse liefern – etwa über die Zusammenhänge zwischen Fußballspielen und Unfällen.
Allianz findet neuen AGCS-Chef
Die Allianz macht nach Informationen des Versicherungsmonitors Joachim Müller (Bild) zum neuen Chef des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS). Der Konzern wollte das nicht kommentieren. Müller ist aktuell Mitglied des Vorstands der Allianz Deutschland und verantwortet dort sowohl den Vertrieb als auch das Schaden- und Unfallgeschäft. Er soll Nachfolger von Chris Fischer Hirs werden, der die AGCS in den kommenden Tagen verlassen wird.
Talanx meldet Erfolg bei Industrie-Sanierung
Der Hannoveraner Versicherer Talanx hat seinen Gewinn in den ersten neun Monaten deutlich auf 742 Mio. Euro gesteigert, die Beiträge legten um 10,6 Prozent zu. Dabei profitierte er nicht nur vom Rekordgewinn der Rückversicherungstochter Hannover Rück, auch die anderen Geschäftsbereiche inklusive der Industrieversicherung legten zu. In der von Feuerschäden geplagten Sparte blieb Talanx bei der Schaden- und Kostenquote im dritten Quartal knapp unter der 100 Prozent-Marke, über die neun Monate waren es 101,4 Prozent.
Munich Re steckt Großschäden weg
Munich Re hat schon Ende September einen Gewinn von 2,49 Mrd. Euro erreicht, 22 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Diese Summe hatte sich der Rückversicherer eigentlich für das volle Jahr vorgenommen. Hohe Kapitalerträge, Wechselkursgewinne und ein insgesamt solides operatives Ergebnis bei Ergo und beim Rückversicherer sorgten dafür, dass der Konzern trotz einer wuchtigen Großschadenbelastung die Gewinnsteigerung erzielen konnte. Finanzchef Christoph Jurecka geht davon aus, dass der Konzern die ursprüngliche Gewinnerwartung von 2,5 Mrd. Euro für 2019 übertreffen wird.
Thomas Cook-Pleite: Zurich kommt glimpflich davon
Der Versicherer Zurich wird für die Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook deutlich weniger als die maximale Versicherungssumme von 110 Mio. Euro zahlen müssen. Die Nettobelastung liegt deutlich darunter, weil der Konzern umfangreich rückversichert ist, sagte Finanzchef George Quinn bei der Präsentation der Quartalszahlen. Das Ansinnen der Bundesregierung, dass Zurich zusätzlich noch für die Rückholkosten der Reisenden aufkommen soll, wies der Versicherer entschieden zurück. In den ersten neun Monaten konnte Zurich vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung dank höherer Preise zulegen.
Naturkatastrophen kommen Axa teuer
Axa XL, die Industrie- und Rückversicherungseinheit des französischen Axa-Konzerns, muss im zweiten Halbjahr 2019 überdurchschnittlich hohe Schäden aus Naturkatastrophen verkraften. Sie werden voraussichtlich um 400 Mio. Euro über dem durchschnittlichen Niveau liegen, sagte Finanzchef Gérard Harlin. Die Entwicklung liege aber im Bereich der normalen Schwankungen und stelle das Engagement der Axa in diesem Bereich trotz der immer noch zu niedrigen Preise nicht in Frage. Der Umsatz der Axa ist in den ersten neun Monaten um 5 Prozent auf 79,7 Mrd. Euro gestiegen, Wachstumstreiber waren die Industrieversicherung und die Krankenversicherung.
Hiscox erwartet Konsolidierung im US-Cybermarkt
Fünf Anbieter vereinnahmen mehr als die Hälfte der Prämien, 148 Gesellschaften kommen jeweils auf weniger als 5 Mio. Dollar Spartenumsatz – der US-Cyberversicherungsmarkt ist von einem starken Ungleichgewicht geprägt. Nach Ansicht von Robert Dietrich, Deutschlandchef des Spezialversicherers Hiscox, sollten sich kleinere Anbieter die Frage stellen, ob sie sich nicht besser mit anderen Gesellschaften zusammenschließen. Trotz 13 Millionen Schadenmeldungen im vergangenen Jahr war die US-Cybersparte 2018 insgesamt noch profitabel. Die Spanne der gemeldeten Schadenquoten reichten allerdings von 4,8 Prozent bis 184 Prozent. Sorge bereitet Dietrich der zunehmende Preiskampf auf dem deutschen Markt.
Keese: „Wir müssen Verlustbringer rausschneiden“
Der Versicherungsmarkt Lloyd’s of London hatte in den vergangenen Monaten Druck auf die Syndikate gemacht, sich von unprofitablem Geschäft zu trennen. Obwohl sich bereits Verbesserungen zeigen, will Lloyd’s es nicht dabei bewenden lassen. „Das ist ein kontinuierlicher Prozess“, sagt Burkhard Keese, Finanzchef des Versicherungsmarktes, im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Künftig will Lloyd’s jedes Jahr das schlechte Geschäft aussortieren. Auch sonst hat sich der Markt viel vorgenommen. So will er sich stärker für das alternative Kapital öffnen.
Luftfahrt wird für Versicherer immer teurer
Die Luftfahrt wird immer sicherer – eine gute Nachricht für die Passagiere, aber nicht zwangsläufig auch für die Versicherer. Denn abseits der Schlagzeilen schreibenden Abstürze steigt die Zahl kleinerer Schäden, die zugleich immer teurer werden. Allianz Global Corporate & Specialty hat dazu eine neue Studie vorgelegt. Der Industrieversicherer der Allianz sieht als Folge der jüngsten Entwicklungen flächendeckende Prämienerhöhungen und eine Verknappung der Kapazität.
Neuer Chef für Kreditversicherer Atradius
Leute – Aktuelle Personalien Der niederländische Kreditversicherer Atradius bekommt Anfang 2020 mit David Capdevila (Bild) einen neuen Chef. Er folgt auf Isidoro Unda, der nach zwölf Jahren an der Spitze des Unternehmens seinen Abschied abgekündigt hat. Capdevila kommt vom spanischen Anbieter Plus Ultra Seguros, der wie Atradius zur Grupo Catalana Occidente gehört. Außerdem: Der Makler und Unternehmensberater Willis Towers Watson baut sein Beratungsangebot für Pensionskassen aus. Den neu geschaffenen Beratungsbereich wird Rafael Krönung leiten, der von Aon Hewitt kommt.












