Kleine Unternehmen mit bis zu 20 Mitarbeitern haben sich bislang kaum mit Cyberversicherungen beschäftigt, zeigt eine aktuelle Umfrage der Vermittlungsplattform Cyberdirekt. Nur 7 Prozent der befragten Firmen haben eine solche Deckung und nur etwas mehr als 40 Prozent war bekannt, dass sie ihre Cyberrisiken absichern können. Einzelne Elemente des Deckungsschutzes finden die Unternehmen aber interessant. Ganz oben: die Kostenübernahme für die Wiederherstellung der Systeme.
Industrieversicherung
Guy Carpenter: Heilwesen lohnt sich wieder
Niedrige Preise, hohe Schäden, riesige Nachreservierungen – am Geschäft mit Haftpflichtversicherungen für Krankenhäuser und Ärzte haben sich schon viele Anbieter in Deutschland die Finger verbrannt. Viele sind ausgestiegen oder extrem vorsichtig geworden. Nach Ansicht des Rückversicherungsmaklers Guy Carpenter und der Schwesterfirma Marsh Medical Consulting hat sich die Situation inzwischen gewandelt. Durch besseres Risikomanagement in den Krankenhäusern und schnellere Schadenmeldungen sei das Geschäft heute deutlich attraktiver als früher.
HDI Global versichert Bayernoil-Explosion
Die Explosion Anfang September in der Produktionsanlage der Raffineriegesellschaft Bayernoil im oberbayerischen Vohburg wird Versicherer wohl zwischen 100 Mio. Euro und 500 Mio. Euro kosten, je nachdem wie hoch der Betriebsunterbrechungsschaden ausfallen wird. Einer der führenden Versicherer ist HDI Global. Eine wichtige Rolle kommt aber auch der Captive Oil Insurance Limited mit Sitz auf Bermuda zu.
Millionenschaden nach Brand in Werft
Das Feuer im Schwimmdock und auf einer Yacht in der Bremer Lürssen-Werft wird die Versicherer vermutlich einen dreistelligen Millionenbetrag kosten. Laut Medienberichten soll die australische QBE der führende Versicherer des Bauprojekts sein. Marsh soll die Deckung vermittelt haben. Die Werft und Marsh kommentierten das nicht. Die Löscharbeiten dauerten 65 Stunden und wurden dadurch erschwert, dass das 140 Meter lange Schiff fast fertiggestellt war und deshalb schon mit Möbeln bestückt war.
Große Haftpflichtchancen trotz Asbest
Die Produkthaftpflicht bietet Versicherern gigantische Wachstumschancen – wenn sie die Risiken sauber berechnen können. Dabei will ihnen Praedicat helfen, ein in Los Angeles ansässiges Start-up. Praedicat berechnet Wahrscheinlichkeiten, dass sich Stoffe als so gefährlich wie Asbest zeigen und einen hohen Milliardenschaden anrichten. Unternehmenschef Robert Reville glaubt, dass 71 der 80.000 Stoffe, die seine Firma überwacht, als das neue Asbest in die Geschichte eingehen könnten.
Versicherer fürchten versteckte Cyberrisiken
Die Versicherer gehen davon aus, dass Schäden durch versteckte Cybergefahren in allen Versicherungssparten – insbesondere bei Managerhaftpflicht- und Vermögensschadenpolicen – zunehmen werden. Zu diesem Ergebnis kommt Rückversicherungsmakler Willis Re in einer Umfrage. Der Makler hat gemeinsam mit Rückversicherern eine Deckung für das sogenannte „Silent Cyber“-Risiko auf den Markt gebracht. Erstversicherer können sich damit gegen die Gefahr absichern, dass Cyberangriffe auch traditionelle Sach- und Haftpflichtpolicen betreffen, die eigentlich gar keine Cyberdeckung beinhalten. Auch der Makler Aon bietet eine solche Deckung an.
Cyberversicherer setzen auf Rückversicherung
Die Cyberversicherer setzen im Umgang mit dem sogenannten Kumulrisiko auf die Zusammenarbeit mit den Rückversicherern. Das sagte der Hiscox-Underwriter Roman Potyka auf einer Veranstaltung in Berlin. Denn der Trend zu Cloud-Lösungen erschwere wegen der überschaubaren Zahl der Anbieter entsprechender Dienste das Monitoring. Nicht absehbar ist nach seinen Angaben allerdings, ob die Rückversicherer auch in Zukunft ausreichend Kapazitäten zur Verfügung stellen. Zum Volumen des deutschen Cyberversicherungsmarktes fehlen bislang konkrete Zahlen, es gibt lediglich Schätzungen.
Alsdorf geht zu Ecclesia
Leute – Aktuelle Personalien Ecclesia holt sich Verstärkung für das Industriegeschäft: Manfred Alsdorf, seit 30 Jahren in diesem Segment unterwegs und zuletzt Deutschlandchef der Mapfre Global Risks, wird eine neu geschaffene Stabsstelle für Produkt- und Portfoliomanagement der Industriemakler in der Gruppe leiten. Außerdem: Die Arag Krankenversicherung bekommt nächstes Jahr mit Matthias Effinger einen neuen Vorstand, er ersetzt Werner Nicoll, der in den Ruhestand geht. Die Nachfolge Nicolls im Hauptjob als Finanzchef bei der Arag SE ist noch nicht geklärt.
Newline rechnet mit mehr D&O-Schäden
Der deutsche D&O-Markt steckt seit Jahren in den roten Zahlen. Einige Anbieter haben sich bereits aus dem Geschäft zurückgezogen oder versuchen, die Prämien zu erhöhen. Neuankömmling Newline will der Sparte treu bleiben, hat die Preise in den vergangenen Monaten aber ebenfalls tendenziell erhöht, sagte der Hauptbevollmächtigte Manuel Wirtz. Sollte sich die Konjunktur abschwächen, würde das mehr Insolvenzen und damit auch mehr D&O-Schäden bedeuten, warnte er. Das Unternehmen ist seit Anfang 2017 in Deutschland aktiv.
Chubb startet Onlineportal für D&O-Policen
Der Industrieversicherer Chubb startet ein Onlineportal, in dem Makler Haftpflichtversicherungen für Manager abschließen können. Die Vermittler können online für ihre Kunden Deckung beantragen, die Risikoanalyse durchlaufen und Vertragsdaten und Dokumente verwalten. Digitale Prozesse können die Kosten in der defizitären D&O-Sparte senken. Dass Chubb dadurch an deutlichen Preissteigerungen für D&O-Kunden vorbeikommt, wie sie Konkurrent AIG unlängst verkündet hat, ist dennoch unwahrscheinlich.
Kreditversicherung: Nicht nur auf einen Anbieter setzen
Was in anderen Bereichen der Industrieversicherung seit Jahrzehnten üblich ist, funktioniert in der Kreditversicherung bislang in Deutschland nicht: die Bildung von Konsortien und Syndikaten. Rund zehn Jahre nach Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise sollten die Unternehmen in Deutschland mit Blick auf künftige Krisenszenarien beim Einkauf von Kreditversicherungsschutz künftig verstärkt auf mehrere Anbieter setzen, empfiehlt Christian Vollbehr vom Industrieversicherer AIG. Damit machten sie sich weniger abhängig davon, wie ein Versicherer in einer Krise reagiert, sagte er auf einer Kreditversicherungskonferenz.
Für Axa und XL wird es ernst
Der französische Versicherer Axa hat die Genehmigung von Aufsichts- und Kartellbehörden für die Übernahme der Industrie- und Rückversicherungsgruppe XL erhalten. Sie soll am Mittwoch, den 12. September 2018, vollzogen werden. Axa-Chef Thomas Buberl will den weltgrößten Industrie- und Gewerbeversicherer schaffen. In den kommenden Monaten werden die Einheiten integriert, das dürfte kein einfacher Prozess sein. Beim Rückversicherungstreffen in Monte Carlo hieß es in Marktkreisen, dass die Axa einen Käufer für den Rückversicherungsteil der XL sucht. Die Gesellschaft dementiert das.
Hurrikan Florence kommt und wird teuer
Während sich Hurrikan Florence der Ostküste der USA nähert, haben die Analysten von J.P. Morgan bereits eine Schätzung zu den möglichen Schäden veröffentlicht. Danach wird der Sturm die Versicherer zwischen 8 und 20 Mrd. Dollar kosten und damit zu den teuersten Hurrikans in den USA gehören. Die europäischen Versicherer kommen nach der Prognose glimpflich davon.
Talanx: Nahles-Rente bringt echten Mehrwert
Die neue Nahles-Rente kommt ohne Arbeitgeberhaftung und fixe Garantien aus. Noch gibt es keine entsprechenden Tarifverträge, aber hinter den Kulissen finden bereits Gespräche statt. Fabian von Löbbecke, Chef von Talanx Pensionsmanagement und verantwortlich für die betriebliche Versorgung bei HDI, spricht im Interview mit dem Versicherungsmonitor über das Potenzial des neuen Modells, die Vorteile der Zusammenarbeit mit der Zurich und erklärt, warum der Kostendruck bei der Nahles-Rente hoch ist.













