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Südvers: Mehr Risikotransparenz gefordert

Firmenkunden müssen künftig noch transparenter über ihre Risikosituation informieren, um ihren Versicherungsbedarf zu decken. Andernfalls droht ihnen im schlimmsten Fall, dass sie leer ausgehen. Das schreibt der Versicherungsmakler Südvers in seinem aktuellen Marktreport. Hintergrund sind die vielfältigen Herausforderungen wie die gestiegene Unsicherheit infolge des Kriegs in der Ukraine. Die Versicherer müssen umgekehrt aber auch die Anstrengungen der Unternehmen bei Prävention oder Krisenmanagement honorieren, fordert Südvers.

Inflation torpediert Gewinnziele

Die direkten versicherten Schäden durch den Ukraine-Krieg dürften sich in Grenzen halten, doch die steigende Inflation, die Schwankungen an den Finanzmärkten und die gedämpfte wirtschaftliche Entwicklung lasten schwer auf der Versicherungsbranche. Die Ratingagentur Fitch hat jetzt den Ausblick für die Rückversicherungsbranche und den Londoner Markt von „improving“ auf „neutral“ abgesenkt. Die Gesellschaften werden ihre Rückstellungen erhöhen müssen, erwarten die Analysten. Das macht es schwerer, die hochgesteckten Gewinnziele zu erreichen.

Witzel und Braun gründen Datenanalyse-Firma

 Exklusiv  Rainer Witzel, Mitgründer der gescheiterten digitalen Ausschreibungsplattform für Industrierisiken Inex24, wagt einen neuen Anlauf, um die Digitalisierung der Industrieversicherung voranzubringen. Gemeinsam mit Dirk Braun, dem ehemaligen Chief Operating Officer des Beraters und Maklers Willis Towers Watson, hat er einen Dienstleister für Datenanalyse namens Xedaris gegründet. Die Firma soll Versicherern, Maklern, aber auch Industriekunden helfen, ihre Risiken besser zu verstehen. Von dort wäre der Schritt zu einem Inex 2.0 nicht weit.

Aktuare für flexiblere Cyberdeckungen

Die Deutsche Aktuarvereinigung wünscht sich für die Steuerung der Risiken mehr Flexibilität bei Cyberdeckungen. Wegen der hohen Dynamik sollten kurzfristige portfolioweite Anpassungen möglich sein, fordern die Versicherungsmathematiker. Bei der Sammlung und Analyse von Daten für die Risikomodellierung sehen sie noch Verbesserungspotenzial. Auch sollten Versicherer einer Überlastung bei den verbreiteten Assistance-Dienstleistungen vorbeugen.

PSV meldet stark rückläufige Insolvenzzahlen

Aufgrund staatlicher Unterstützung in der Corona-Pandemie und nach der Ahrtal-Überschwemmung hielt sich die Zahl der Unternehmenspleiten im vergangenen Jahr im Rahmen. Gerade einmal elf Großschäden verzeichnete der Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) im vergangenen Jahr, nach 39 im im ersten Corona-Jahr 2020. Der Beitragssatz liegt mit 0,6 Promille so niedrig wie selten. Große Sorgen bereitet die Ukraine-Krise, sie könnte den PSV ebenfalls treffen.

Menhart: „Das Thema Inflation ist das relevanteste“

Der Krieg in der Ukraine trifft vor allem die Menschen vor Ort, aber auch für die Wirtschaft haben die Kämpfe Konsequenzen. Die Versicherungsbranche wird nach Einschätzung der Chefökonomen dreier führender Versicherer vor allem unter den indirekten Folgen leiden. Ludovic Subran von Allianz, Michael Menhart von Munich Re und Jérome Jean Haegeli von Swiss Re diskutierten auf einer Digitalveranstaltung des Versichererverbands GDV über mögliche Energiesanktionen gegen Russland und wirtschaftliche Trends. Besondere Sorge macht der Branche die Inflation.

Chubb zieht Notbremse in D&O

 Exklusiv  Der Versicherer Chubb hat keine Lust mehr auf das Geschäft mit Managerhaftpflichtversicherungen in Deutschland. Nach Informationen des Versicherungsmonitors steigt er zum 1. August aus dem Geschäft mit Gewerbe- und Industrieunternehmen in Deutschland aus. Darüber hat die Gesellschaft in den vergangenen Tagen Makler informiert. Nicht betroffen davon sind Deckungen für Finanzdienstleister wie Banken. Der Schritt dürfte mit der angespannten Schadensituation im Markt zusammenhängen.

Wie Rückversicherer relevant bleiben können

Die Rückversicherer sollten beim Thema ESG und beim Kampf gegen die Folgen des Klimawandels eine führende Rolle übernehmen und die Realwirtschaft beim Umbau hin zu Klimaneutralität unterstützen. Davon zeigt sich Philip Schoyerer, Client Management Executive Deutschland bei der Munich Re, überzeugt. Das sei auch im Wettbewerb mit den Tech-Giganten um Arbeitskräfte entscheidend. „Wir müssen den Talenten aus IT, Mathematik und Ingenieurswissenschaften beweisen, dass sie in der Rückversicherung ihren Beitrag leisten können und einen Hebel haben zur Verhinderung der Klimakrise“, sagte er beim Reinsurance Dinner der Süddeutschen Zeitung.

Crebita macht sich EU-Dienstleistungsfreiheit zunutze

Das Kölner Insurtech Crebita bietet seine online abschließbaren Kreditversicherungen für kleine und mittlere Unternehmen jetzt auch in Österreich an. Eine eigene Niederlassung musste das Start-up nicht gründen, es macht von der Dienstleistungsfreiheit in der Europäischen Union Gebrauch. Österreich soll nicht das einzige Expansionsziel bleiben. Die Corona-Pandemie hat für das junge Unternehmen Vor- und Nachteile.

Finlex setzt auf eigenes Ökosystem

 Exklusiv  Der Plattformbetreiber Finlex muss sich auf die harten Marktbedingungen vor allem in der Cyber- und D&O-Sparte einstellen. Deshalb hat er seine Algorithmen, die ein automatisches Underwriting ermöglichen, an die neuen Anforderungen der Versicherer angepasst. Zugleich baut das Insurtech auch sein erstes Ökosystem im Bereich Cyber auf, weitere sollen folgen.

Scheinbare Ruhe an der Cyberfront

Bisher sind die prognostizierten Hackerangriffe auf westliche Unternehmen im Zuge des Ukraine-Kriegs größtenteils ausgeblieben. Das ist aber kein Grund für Firmen, sich zurückzulehnen. Die Generali Deutschland beobachtet, dass sich die externen Scans von automatisierten Anwendungen auf Schwachstellen in den Systemen des Versicherers verdoppelt haben, sagte COO Rainer Sommer bei einer virtuellen Veranstaltung. Obwohl es momentan vergleichsweise wenig tatsächliche Angriffe mit Ransomware gebe, bleibe Erpressungs-Software doch eine „Geißel der Menschheit“, betonte Andreas Könen, Abteilungsleiter Cyber- und IT-Sicherheit im Bundesinnenministerium.

Liebig steigt bei der Gothaer ein

 Leute – Aktuelle Personalien  Nach zwei Jahren im Vorstand der Haftpflichtkasse und einer kurzen Pause geht Stefan Liebig (Bild) zum 1. Juli 2022 zur Gothaer. Er wird die Leitung der Partnervertriebe verantworten und Mitglied der Geschäftsführung der Gothaer Beratungs- und Vertriebsservice GmbH. Außerdem: Der Aufsichtsrat des IT-Dienstleisters Adesso hat die Verträge der Vorstände Andreas Prenneis und Jörg Schroeder um fünf Jahre verlängert, und das von ADAC und der Versicherungskammer Bayern gegründete Werkstattnetz SPN bekommt eine neue Chefin. Zudem: Greco, HDI Global und Miller.

D&O: Der Ehevertrag vor der Hochzeit

Geschäftsführer stehen heute stärker denn je unter Beobachtung. Jede Entscheidung ist nur so gut wie das wirtschaftliche Abschneiden des Unternehmens. Die Klagefreudigkeit seitens Dritter oder des eigenen Arbeitgebers steigt. Eine D&O-Versicherung kann da helfen, allerdings gilt es einige Dinge zu beachten – wie etwa eine klare Klausel im Arbeitsvertrag. Darin waren sich die Referenten auf der achten Kurzkonferenz des Versicherungsmonitors einig. Ein Betroffener sprach über seinen eigenen D&O-Fall und wie er diesen für sich entscheiden konnte.

MLP kauft weiteren Industriemakler

 Exklusiv  Der Finanzvertrieb MLP baut sein Industriegeschäft mit einer weiteren Übernahme aus. Über die RVM-Gruppe haben die Wieslocher 100 Prozent an dem Industrieversicherungsmakler Dr. Schmitt GmbH Würzburg erworben. Mit dem Zukauf holt sich MLP Expertise im Bereich Heilwesen und Gesundheit in seine Maklergruppe und steigert den jährlichen Umsatz des Segments auf rund 30 Mio. Euro. Die Übernahme hat sich MLP einiges kosten lassen.

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