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Corona verschärft schwierigen D&O-Markt

Prämienerhöhungen von mehr als 400 Prozent, massive Kapazitätsengpässe, sich ständig verschlechternde Bedingungen: Im Markt für Managerhaftpflichtversicherungen sieht es derzeit alles andere als rosig für die Industriekunden aus. Die ohnehin angespannte Lage hat sich durch die Pandemie noch verstärkt. Die Versicherer fürchten eine Insolvenzwelle und fordern noch mehr Informationen, berichteten Teilnehmer einer virtuellen Fachkonferenz des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft. Entspannung könnte die Verlagerung von D&O-Risiken auf eine Captive bringen.

Cyber: Zu streng, zu knapp, zu komplex

In der Cyberversicherung stehen Anbieter, Vermittler und Kunden vor vielen Problemen. Die Kapazitäten werden knapper, monierten Risikomanager und Makler bei der virtuellen Cyber-Fachtagung des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft. Bei den Ausschlüssen sind die Anbieter zu rabiat vorgegangen, kritisierten sie. Trotz aller Probleme bekennt sich die Branche weiter zum noch jungen Geschäft. „Cyber ist versicherbar“, betonte Bengt von Toll, Cyberchef des Rückversicherers Munich Re für Europa und Lateinamerika.

MRH Trowe kauft KVM Kulmbacher

Nach der Übernahme von Wiass Chemnitz und Fivers hat der Industrieversicherungsmakler MRH Trowe erneut zugekauft: Rückwirkend zum 1. Januar 2021 integriert das Unternehmen den Gewerbekunden-Makler KVM Kulmbacher aus Oberfranken in die Gruppe. Damit will MRH Trowe nicht nur seine ehrgeizigen Expansionspläne vorantreiben, sondern auch die regionale Präsenz im Süden Deutschlands verstärken. Das Unternehmen ist nicht der einzige Großmakler, der auf Wachstum durch Zukäufe aus ist.

Wefox-Versicherer schreibt schwarze Zahlen

Während andere Versicherungs-Start-ups auch Jahre nach der Gründung noch Verluste schreiben, hat der Versicherer der Wefox-Gruppe den Break-even knapp geschafft. Die One Insurance, die das Rebranding vollzogen hat und ab sofort offiziell als Wefox Insurance auftritt, konnte 2020 einen kleinen Gewinn von immerhin 7.000 Euro verbuchen. Das ist Wasser auf die Mühlen von Julian Teicke. Der Wefox-Gruppenchef buhlt um neue Investoren – und schielt vielleicht auf einen Börsengang.

Marsh verlangt mehr Sachlichkeit

 Exklusiv   Der Makler Marsh verlangt eine bessere Kommunikation und mehr Transparenz von den Industrieversicherern, will sich aber nicht „überkritisch“ äußern. Aus Anlass des aktuellen Versicherungsmarktreports 2021 sprach der Versicherungsmonitor mit Geschäftsführer Thomas Olaynig. Er fordert, dass auch die Kunden besser in der Lage und bereit sind, mehr Informationen zu geben.

Neue Gesichter im Vorstand von HDI International

 Leute – Aktuelle Personalien  Die Talanx-Tochter HDI International bekommt Anfang April zwei neue Vorstände: Der Argentinier Nicolas Masjuan übernimmt die Verantwortung für das Lateinamerika-Ressort, und Christian Müller wird neuer Europa-Vorstand. Außerdem: Die Generali-Tochter Dialog hat einen neuen Head of Sales, die DEVK einen neuen Leiter der Personalabteilung und das auf die Digitalisierung bei Versicherern spezialisierte Beratungshaus Eucon eine neue Finanzchefin. Neuzugänge gibt es auch bei den Rückversicherern Munich Re und Swiss Re.

Allianz plant 25 Impfstraßen

 Exklusiv   Die Impfkampagne der Bundesregierung hat viel Kritik auf sich gezogen. Zuerst gab es zu wenig Impfstoff und nun geht das Impfen nicht schnell genug. Versicherer und andere Unternehmen wollen jetzt ihre Belegschaft selbst impfen, um die öffentlichen Impfzentren zu entlasten. Der Versicherungsmonitor hat bei Allianz, Versicherungskammer Bayern, Provinzial, Zurich, Marsh, Aon und MRH Trowe nachgefragt, wie ihre Pläne aussehen und welche Schwierigkeiten es gibt. Die Allianz plant bis zu 25 Impfstraßen für ihre Mitarbeiter in Deutschland.

S&P sorgt sich um Silent Cyber

Die Versicherer sollten sich nicht damit begnügen, Silent Cyberrisiken, also versteckte Cybergefahren, in konventionellen Haftpflicht- oder Sachverträgen zu identifizieren und explizit ein- oder auszuschließen, fordert Standard & Poor’s (S&P). Die Ratingagentur empfiehlt den Gesellschaften, die Cyberversicherung auch konsequent als eigenständige Sparte zu etablieren. Im eigenen Interesse und dem ihrer Kunden sollten die Anbieter damit aufzuhören, Cyberdeckungen an allgemeine Gewerbe- und Industriepolicen anzuhängen, fordern die Analysten.

Vorstandsumbau bei Gothaer-Tochter Janitos

 Leute – Aktuelle Personalien  Der Vorstand der Janitos Versicherung stellt sich neu auf: Ex-Element-Vorstand Timo Hertweck (Bild), der seit Anfang 2021 das Vertriebsressort bei der Gothaer-Tochter verantwortet, löst Vorstandschef Markus Lichtinghagen ab, der das Unternehmen verlässt. Nina Duft wird im April Finanzvorständin, und Gothaer-Digitalexperte Emanuel Issagholian kümmert sich ab Juli um IT und Operations. Personelle Veränderungen gibt es auch beim Software-Start-up Claimsforce, der Bayerische-Tochter Prokunde, dem Rückversicherer Scor und dem jungen US-Krankenversicherer Oscar. Zudem hat der langjährige Allianz- und AGCS-Manager Axel Theis einen neuen Job auf den Bermudas gefunden.

Aon baut regionale Struktur aus

 Leute – Aktuelle Personalien  Der Großmakler Aon hat zwei neue Posten geschaffen, um seine vertriebliche Kompetenz in Nord- und Westdeutschland zu erweitern. Stefan Scholz (Bild) wird Strategic Development Officer, Jan Kramer übernimmt den Posten des Senior Relationship Officers. Außerdem bekommt der Maklerbund Apella mit Helmut Kaiser einen beratenden Volkswirt. Ian Fantozzi leitet beim Spezialversicherer Beazley eine neue digitale Geschäftseinheit.

MLP bekommt Corona kaum zu spüren

MLP blickt zufrieden auf das vergangene Geschäftsjahr zurück. Der Finanzvertrieb mit Sitz in Wiesloch konnte seine Gesamterlöse trotz der Corona-Krise um 8,3 Prozent auf 767,3 Mio. Euro steigern. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern belief sich auf 59,4 Mio. Euro und lag damit deutlich über Plan. Chef Uwe Schroeder-Wildberg ist zuversichtlich, dass der Konzern dank breiter Aufstellung in den kommenden Jahren weiterwachsen wird. Große Hoffnungen liegen auf dem kürzlich übernommenen Industrieversicherungsmakler RVM.

Unternehmenskultur: Lloyd’s hat noch viel zu tun

Sexismus, Übergriffe, Alkoholexzesse am Arbeitsplatz und mieses Betriebsklima – in den vergangenen Jahren häuften sich die Skandale bei Lloyd’s of London. Der traditionsreiche britische Versicherungsmarkt hat sich im Rahmen eines großangelegten Spar- und Umbauprogramms vor zwei Jahren auch eine deutliche Verbesserung der Unternehmenskultur auf die Fahnen geschrieben. Die zweite Umfrage unter den verschiedenen Akteuren, die bei Lloyd’s tätig sind, hat spürbare Verbesserungen gegenüber der Situation im Jahr 2019 ergeben – aber auch gezeigt, wo noch Luft nach oben ist. Insbesondere die Antworten von Mitarbeitern, die keine weiße Hautfarbe haben, weisen auf weiteren Handlungsbedarf hin.

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