Niedrigzinsen, gescheiterte Fusionen und überraschende Personalien – das Jahr 2013 hielt für die Versicherungsbranche einige spannende Nachrichten bereit. Hier sehen Sie unseren – subjektiven – Rückblick auf die Top-Themen des Jahres.
Nachrichten
Provinzial Nordwest: Die nächste Runde
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe hat der Fusion der Provinzial Nordwest mit der Provinzial Rheinland eine Absage erteilt. Doch geklärt ist damit nichts. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Zukunft der Provinzial Nordwest.
Deutliche Preiserhöhung für Gemeinde
Die Gemeinde Stadt Wehlen (1700 Einwohner) in der Sächsischen Schweiz hat Zahlen zu den Kosten ihrer Elementarschadenversicherung genannt. Nach der Flut muss die an der Elbe gelegene Gemeinde fast 10.000 Euro mehr für die Absicherung zahlen.
Sparkassen binden Versicherer enger ein
Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband arbeitet künftig sehr viel enger mit den öffentlichen Versicherern zusammen. Der Verband öffentlicher Versicherer wird einen Teil seiner Aufgaben von Berlin aus erledigen und Arbeitsplätze dorthin verlagern. Außerdem beteiligt er sich an der Lobbyarbeit der Sparkassen in Brüssel mit Versicherungsspezialisten. Offenbar reicht dem öffentlichen Lager die Vertretung durch den GDV nicht mehr.
EuGH-Urteil verunsichert die Branche
Der Europäische Gerichtshof hat das erwartete Urteil zum Policenmodell gesprochen: Danach können deutsche Kunden mit Lebensversicherungsverträgen, die zwischen 1994 und 2007 abgeschlossen wurden, die Rückabwicklung ihrer Verträge verlangen – wenn sie unzureichend über ihr Rücktrittsrecht aufgeklärt wurden. Manche Verbraucherschützer rechnen mit Massenkündigungen, die Versicherer versuchen zu beruhigen.
Ausschließlichkeit knapp vorne im PKV-Vertrieb
Die Ausschließlichkeitsvertreter haben ihre Spitzenposition im PKV-Vertrieb 2012 trotz geringer Verluste verteidigt. Towers Watson erwartet aber, dass die unabhängigen Vermittler im Laufe der kommenden beiden Jahre der stärkste Vertriebskanal werden. Das Neugeschäft insgesamt ist auch 2013 weiter rückläufig.
Viele Großschäden 2013 in Europa
Die teuersten Katastrophen für die Versicherungswirtschaft 2013 fanden in Europa statt, zeigt eine vorläufige Analyse der Swiss Re. Insgesamt kam es zu versicherten Schäden in Höhen von 44 Mrd. Dollar. Der Gesamtschaden liegt bei 130 Mrd. Dollar.
Inga Beale wird Lloyd’s-Chefin
Rüdiger Auras ist Geschäftsführer des Deutschen Versicherungs-Schutzverbands (DVS), der die Industrie in Versicherungsfragen vertritt. Im Gespräch mit dem Versicherungsmonitor wünscht er sich mehr Wagemut von den Versicherern, was Innovationen angeht. Bei den viel diskutierten Cyber-Deckungen sieht er noch offene Fragen.
Regierungsbildung: Schwere Kost für Versicherer
Damit hatte die Versicherungswirtschaft nicht gerechnet. Die neue Zuständigkeit des Justizministeriums für Verbraucherangelegenheiten und die Ernennung des obersten Verbraucherschützers Gerd Billen zum Staatssekretär bedeuten schwere Kost für sie. Die Änderung der Kundenbeteiligung an den Bewertungsreserven dürfte jetzt kaum so glatt über die Bühne gehen wie von der Assekuranz erhofft.
Lebensversicherungen: Sinkende Abschlussquoten wegen zu komplexer Produkte
Eine Risikolebensversicherung sichert Hinterbliebene im Schadensfall ab. Eigentlich erstaunlich, dass sich immer weniger Menschen um den Abschluss einer solchen Absicherung kümmern, findet der Schweizer Rückversicherer Swiss Re. Das Unternehmen glaubt, dass Versicherer daran eine Mitschuld tragen. Die Produkte sind den Kunden zu unflexibel und komplex.
Ratingagenturen: So wird 2014
Bessere Aussichten in der Schaden- und Unfallversicherung, anhaltende Probleme in der Lebensversicherung. So ist die Prognose der Ratingagentur Moody’s für die deutsche Versicherungsbranche im kommenden Jahr. Standard & Poor’s erwartet für Versicherer in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika überwiegend stabile Ratings.











