Die geplanten Neuregelungen des Solvency II-Reviews werden für Versicherer wohl nicht vor 2028 relevant. Das erklärte Markus Horstkötter, Partner bei EY, auf einer Lebensversicherungskonferenz in Köln. Bei der Veranstaltung unterstrich außerdem Matthias Weber, Vorstandsmitglied der HDI-Bancassurance-Töchter, das Bekenntnis des Konzerns zu den Bankenpartnerschaften. Hier will er weiter stark wachsen – das Erstarken neuer digitaler Banken sei dabei kein Hindernis.
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Gemischtes Echo auf BMF-Reformpläne
Die staatlich geförderte private Altersvorsorge soll um garantiefreie Depots und Auszahlungspläne erweitert werden. Die Pläne des Bundesfinanzministeriums (BMF) haben unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Der Dachverband der Verbraucherzentralen VZBV sieht die zentrale Kostenfrage nicht gelöst, die Pläne blieben hinter den Erwartungen zurück. Vermittlerverbände äußerten sich positiv, pochen aber auf eine qualifizierte Beratung. Die Versicherer stören sich vor allem an der geplanten Alternative zur lebenslangen Rente. Der Bund der Versicherten dagegen begrüßt sie als Ende des Verrentungszwangs.
Neue Geschäftsführung bei HDI Risk Consulting
Leute – Aktuelle Personalien HDI Risk Consulting, die Risikoberatungstochter des Industrieversicherers HDI Global, hat einen weiteren Geschäftsführer bekommen. Philipp Glanz (Bild) unterstützt Geschäftsführer Jörg Ohlsen seit 1. Oktober 2024 in der Position. Weitere personelle Neuigkeiten gibt es beim Rechtsschutzversicherer ÖRAG, bei der frisch fusionierten BarmeniaGothaer, beim europäischen Versichererverband Insurance Europe und dem Personalberater Clever Match.
BMF legt Reformpläne für private Altersvorsorge vor
Der Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums (BMF) für eine Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge liegt vor. Er sieht die Ausweitung der Förderung auf Altersvorsorgedepots ohne Garantien und Auszahlungspläne als Alternative zur lebenslangen Rente vor. Das ist eine Enttäuschung für die Versicherer. Altersvorsorge sei mehr als Vermögensbildung, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands GDV in einer Mitteilung. Der Fondsverband BVI lobt die Pläne dagegen als Paradigmenwechsel.
Wildunfälle kosten Kfz-Versicherer mehr als 1 Mrd. Euro
Wildunfälle nehmen in Deutschland zu und werden für die deutschen Kfz-Versicherer immer teurer: Sie mussten im vergangenen Jahr fast 1,1 Mrd. Euro dafür ausgeben, rund 135 Mio. Euro mehr als im Jahr zuvor, berichtet der Versichererverband GDV. Auch hier machen sich die steigenden Teile- und Werkstattkosten bemerkbar.
Milliardenzukauf von Marsh McLennan
Der Makler und Berater Marsh McLennan kauft über die US-Tochter Marsh McLennan Agency den Konkurrenten McGriff Insurance Services in den USA für 7,75 Mrd. Dollar (6,9 Mrd. Euro). Mit dem Zukauf will Marsh seine Expertise im Bereich Gewerbeversicherung, Employee Benefits und Managerhaftpflicht sowie im Privatkundengeschäft ausbauen. Alle 3.500 Mitarbeitenden von McGriff wechseln zu Marsh.
Schäden durch Hurrikan „Helene“ größer als erwartet
Der Hurrikan „Helene“, der am Freitag in Florida auf Land traf, hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen und bisher mindestens 89 Menschenleben gefordert. Der Rückversicherungsmakler Gallagher Re korrigierte seine Prognose nach oben und schätzt die versicherten Schäden nun auf einen mittleren bis hohen einstelligen Milliardenbetrag. Die wirtschaftlichen Schäden liegen sehr deutlich darüber. Der Rückversicherungsmarkt dürfte die Folgen des Hurrikans kaum zu spüren bekommen.
Verivox: Kfz-Versicherungen um 21 Prozent teurer
Das Vergleichsportal Verivox meldet kurz vor dem Beginn der Wechselsaison in der Kfz-Versicherung Preiserhöhungen von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Schon 2023 hatten die Anbieter ihre Preise im zweistelligen Prozentbereich erhöht, doch das hat nicht ausgereicht, um die stark steigenden Kosten für Ersatzteile und Lohnkosten in Werkstätten zu kompensieren. Laut Verivox fallen die Preiszuschläge in der Haftpflicht höher aus als in der hochdefizitären Kaskoversicherung.
„Helene“ mit glimpflichen Folgen für Versicherer
Der Hurrikan „Helene“, der in der vergangenen Nacht in Florida auf Land getroffen ist, hat sich zu einem Tropensturm abgeschwächt und ist inzwischen über den US-Bundesstaaten Georgia, Tennessee sowie North und South Carolina unterwegs. Experten der Ratingagentur DBRS Morningstar erwarten trotz massenhafter Evakuierungen, dass Versicherer und Rückversicherer glimpflich davonkommen werden, da das Zentrum des Sturms über einem dünnbesiedelten Gebiet lag.
Die Woche in Bildern 39/2024
Woche in Bildern Eine Greenpeace-Aktion aufgrund der historischen Dürre in Brasilien, die über die Ufer getretene Oder in Ost-Brandenburg, die Waldbrände in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito, die Nachwehen der schweren Überschwemmungen in Ost- und Mitteleuropa und die überfluteten Straßen auf Kuba durch den Hurrikan „Helene“: In unserer Woche in Bildern stellen wir Eindrücke der vergangenen sieben Tage zusammen.
BVI keilt zurück im Streit um Fondsrente
Der Ton zwischen dem Branchenverband der Versicherer GDV und dem Fondsverband BVI im Streit über die Reform der Riester-Rente wird giftiger. GDV-Präsident Norbert Rollinger hat sich in einem Zeitungsinterview gegen die geplanten Auszahlpläne ausgesprochen. Sie erhöhten das Armutsrisiko, weil das Geld womöglich nicht bis zum Lebensende reiche. Der BVI wirft ihm vor, die Menschen für unmündig zu halten und ein Schreckensszenario zu malen.










