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KI aus der Nische herausholen
Vom Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) versprechen sich Versicherer ein besseres Kundenverständnis, schnellere Services und eine höhere Marge – vor allem durch Effizienzgewinne in der Schadenbearbeitung. Doch bisher ist KI meist nur punktuell im Einsatz. Es mangelt an der Verfügbarkeit der Daten, vielerorts aber auch an der Bündelung der vielen einzelnen KI-Anwendungen, um sie nach außen und nach innen sichtbarer zu machen. Die Technik muss aus ihrer Sonderrolle heraus und den Stellenwert als ganz normales Werkzeug zur Datenanalyse erhalten, forderten Experten bei einer digitalen Fachkonferenz der Süddeutschen Zeitung.
Hacker legen Haftpflichtkasse lahm
Die Haftpflichtkasse ist offenbar als erster deutscher Versicherer Opfer eines großangelegten Hackerangriffs geworden. Der Geschäftsbetrieb ist aktuell lahmgelegt, das genaue Ausmaß des Schadens ist aber noch unbekannt. Ob es sich um einen Angriff mit Ransomware handelt, der auf die Zahlung von Lösegeld abzielt, ist noch unklar. Für diesen Fall wäre die Reaktion des Versicherers besonders interessant, denn es gibt eine heftige Debatte, ob Cyber-Versicherer weiter Lösegeld für solche Angriffe auf ihre Kunden zahlen sollten.
Olympia-Zuschauerverbot kostet bis zu 400 Mio. Dollar
Rückversicherern droht ein Schaden von bis zu 400 Mio. Dollar durch die Entscheidung Japans, keine Zuschauer bei den Olympischen Spielen zuzulassen, erwartet die Ratingagentur Fitch. Das seien 10 bis 15 Prozent dessen, was bei einer Absage gedroht hätte. Das lokale Veranstaltungskomitee könnte unterdessen auf einem großen Teil der Verluste sitzenbleiben, da die Deckung durch die Verschiebung der Spiele schon weitgehend aufgebraucht ist, berichtet Reuters.
Der steinige Weg zur Datenexpertise
Es gibt wohl kaum einen Versicherer, der nicht mindestens einen Datenanalysten oder -wissenschaftler im Haus beschäftigt. Die Experten sollen Daten strukturieren, analysieren und in einen Kontext setzen. Dass das gar nicht so einfach ist, haben die meisten Gesellschaften inzwischen erkannt. Das richtige Personal ist der Schlüssel zum Erfolg, jedoch müssen es nicht immer Mitarbeiter sein, die man von außen holt. Darin waren sich Experten auf einer Fachkonferenz der Süddeutschen Zeitung einig.
DEVK-Tochter verkauft Kfz-Geschäft an Darag
Der französische Versicherer Sada, eine Tochter des Kölner Versicherers DEVK, überträgt seinen Bestand an Risiken aus den Bereichen Kfz-Haftpflicht, -Kasko und -Rechtsschutz an den Abwicklungsspezialisten Darag. Die deutsche Darag-Tochter ist für die Abwicklung der Verträge zuständig, bei denen es sich überwiegend um Policen für Oldtimer handelt. Sada will sich künftig wieder auf sein Kerngeschäft konzentrieren.
Generali neues Mitglied bei Klima-Initiative
Die junge Initiative Net-Zero Insurance Alliance hat mit der Generali jetzt ein achtes Mitglied. Gemeinsam mit den anderen Erst- und Rückversicherern verpflichtet sie sich, bis zum Jahr 2050 soweit zu sein, keine Kohlendioxid-Emissionen mehr zu verursachen. Klimaschützer sehen das als wichtige Ergänzung zu den bisherigen Verpflichtungen bei Investments, bemängeln aber, dass viele weiterhin in der Versicherung von fossilen Energien aktiv sind.
Vier Übernahmen auf einen Streich
Die Maklergruppe MRH Trowe übernimmt vier weitere Maklerhäuser: ITUS Versicherungsmakler, Anthes Versicherungsmakler, EKB und Advertum. Damit steigt die Zahl der Zukäufe im laufenden Jahr auf sieben an. Mit den Neuzugängen erweitert MRH Trowe unter anderem seine Expertise in der Betreuung von Digitalunternehmen und in der betrieblichen Altersversorgung. Mit der Expansion dürfte der Umsatz 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent auf über 70 Mio. Euro steigen, erwartet der Makler.
Eichelberg: „Wer loslässt, hat die Hände frei“
Exklusiv Sylvia Eichelberg hat am 1. Januar als Vorstandsvorsitzende der Gothaer Krankenversicherung die Arbeit aufgenommen. Die ehemalige Leiterin des Firmenkundengeschäfts der Axa musste sich unter ganz besonderen Bedingungen mit einem neuen Betätigungsfeld vertraut machen. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor berichtet Eichelberg, wie sie damit umgegangen ist.
EU billigt Übernahme von Willis durch Aon
Den Erfolg können Aon-Chef Greg Case und sein Gegenüber von Willis Towers Watson, John Haley, sehr gut gebrauchen. Am Freitag billigte die EU-Kommission in ihrer Rolle als Wettbewerbsbehörde die Übernahme des Maklers Willis durch Aon. Voraussetzung war die Zusage, dass die beiden Fusionspartner eine Reihe von Unternehmen verkaufen. Allerdings sehen sich Aon und Willis in den USA einem Verfahren des US-Justizministeriums gegenüber, das den Zusammenschluss verhindern will. Am 9. September läuft der aktuelle Fusionsvertrag aus, vorher wird es kaum eine Entscheidung geben.
Nachhaltigkeit: Kunden stellen geringe Ansprüche
Verbraucher erwarten von Versicherungsunternehmen in Sachen Nachhaltigkeit deutlich weniger als von Unternehmen aus anderen Branchen. Zu diesem Ergebnis kommen die Beratungsfirmen Sirius Campus und Aeiforia in einer repräsentativen Umfrage unter Privatpersonen, die als Entscheider in Versicherungsdingen fungieren. Zudem gibt es große Unterschiede, wie die Kunden die einzelnen Nachhaltigkeitsmaßnahmen der Versicherer einschätzen. Interessant ist auch die Frage nach der Bereitschaft, für Nachhaltigkeit mehr zu zahlen.
LVM erleidet Systemausfall
Exklusiv Zu Recht ist der Versicherer LVM in Münster zufrieden mit seinem starken Wachstum. In der Kfz-Versicherung ist das Unternehmen mit 3,7 Millionen versicherten Fahrzeugen die Nummer vier im Markt, auch in anderen Sparten geht es gut voran. Besonders stolz war der Versicherer lange auf sein IT-System. Doch da gab es am Donnerstag einen Dämpfer – einen Systemausfall. Und drucken können die Münsteraner aktuell auch nicht.
Eiopa: Klimawandel stärker berücksichtigen
Der Klimawandel und die in der Folge erwartete Zunahme von Naturkatastrophen beschäftigen die europäische Versicherungsaufsicht. Sie hat eine Übersicht dazu veröffentlicht, in welchem Ausmaß die europäischen Länder von Naturkatastrophen bedroht sind und wie es mit der entsprechenden Versicherungsdurchdringung aussieht. In einem zweiten Papier untersucht sie Folgen der Klimarisiken für das Standardmodell der europäischen Eigenkapitalregeln Solvency II. Zudem beschäftigt Eiopa sich damit, welche Strategien im Underwriting dazu beitragen können, den Folgen der Erderwärmung zu begegnen und sie zu begrenzen.












