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Schlechte Datenqualität hemmt Betrugsbekämpfung
Exklusiv Angesichts der Corona-Pandemie rechnen die Versicherer mit mehr Betrugsfällen. Besonders tüchtig präsentieren sich die Gesellschaften allerdings nicht im Kampf gegen den Versicherungsbetrug. Stattdessen ist der Großteil in der Krise mit Themen wie Digitalisierung und Kostensenkung beschäftigt, zeigt eine Studie des Betrugsspezialisten Friss. Bei der Betrugserkennung stehen sich die Versicherer oftmals selbst im Weg. Die Qualität der eigenen Daten und der unzureichende Zugriff auf externe Informationen stellen für sie die größten Hindernisse bei der Betrugsbekämpfung dar.
Hiscox: Keine Pandemieausschlüsse in D&O
Exklusiv Der D&O-Markt wird härter und das nicht erst seit der Corona-Krise. Die Pandemie verstärkt jedoch den Trend zu höheren Preisen und knapperen Kapazitäten, glaubt Mario Hartmann, Underwriting Manager Berufshaftpflicht und D&O bei Hiscox. Die oft diskutierten pauschalen Pandemie- und Insolvenzausschlüsse in der Managerhaftpflichtversicherung finden bei dem Spezialversicherer jedoch keine Verwendung. Hiscox geht einen anderen Weg, mit dem die Kunden Hartmann zufolge einverstanden und zufrieden sind.
Ex-Ferma-Chef Willaert an Covid-19 verstorben
Jo Willaert war ein leidenschaftlicher Risikomanager. Der ehemalige Präsident der europäischen Risikomanagervereinigung Ferma und des internationalen Pendants Ifrima ist im Alter von 70 Jahren an Komplikationen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung verstorben. Willaert, der ebenfalls lange Jahre die Risiken des belgischen Agfa-Gevaert-Konzerns managte und zudem auch in der belgischen Risikomanagervereinigung Belrim wirkte, war gute Kommunikation immer ein großes Anliegen.
Wie die Branche mit dem Lockdown umgeht
Exklusiv Im zweiten Lockdown setzen Versicherer und Makler noch stärker auf Zusatzangebote, um ihre Mitarbeiter bei Laune zu halten. Das können Foto-Challenges, Online-Fitnesskurse, virtuelle Gesprächsrunden oder Bonuszahlungen sein. Im dritten Teil unserer Umfrage zum Umgang der Branche mit der derzeitigen Situation berichten Marsh, Gothaer, Aon, Arag und Swiss Re Deutschland, welche Maßnahmen sie angesichts des erneuten Lockdowns ergriffen haben, wie sie die Stimmung im Unternehmen hochhalten und welche Schäden sie im Zusammenhang mit der Pandemie erwarten.
Schlechte Noten für Restschuldpolicen
Stiftung Warentest hat Kreditversicherungen bei 25 Banken untersucht und bewertet viele Angebote als teuer und lückenhaft. Projektleiterin Stephanie Pallasch moniert, dass Banken die Versicherungskosten nicht im effektiven Jahreszins ausweisen müssen. Deshalb haben die Tester das nachgeholt. In einem Beispielfall der Deutschen Skatbank für einen Kredit über 10.000 Euro steigt der Zinssatz von 2,89 Prozent ohne Versicherung auf 12,3 Prozent mit einer Absicherung für Tod, Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit. Und im Schadenfall droht teils eine unangenehme Überraschung.
Binding: Der Fokus liegt auf der ersten Säule
Exklusiv Lothar Binding ist finanzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor spricht er über die Reform der staatlich geförderten Riester-Rente, mit der er noch für die laufende Legislaturperiode rechnet. Aktuell arbeitet die Regierung an einem Eckpunktepapier. Die von der Branche geforderte Abschaffung der Beitragsgarantie hält er für überlegenswert. Außerdem erklärt Binding, warum er eine leistungsfähigere gesetzliche Rentenversicherung für möglich hält und welche Erfolgschancen er dem angekündigten Provisionsdeckel für Lebensversicherungen und Restschuldpolicen gibt.
GDV macht Vorschläge für Solvency II-Proportionalität
Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ist nicht zufrieden damit, wie das Proportionalitätsprinzip beim Regelwerk Solvency II umgesetzt wird. Dadurch werde in Unternehmen Kapital gebunden, das für Investitionen in wichtige Projekte fehle, moniert der Lobbyverband. Er fordert klare, automatisch greifende Kriterien, durch die sich Aufsichts- und Kapitalanforderungen an das Risikoprofil der Unternehmen anpassen. Beim anstehenden Solvency II-Review sollte auch hier nachjustiert werden.
Cyberversicherung: Krankenhäuser haben es schwer
Die Cybersicherheit von Krankenhäusern hat mit der Attacke auf das Düsseldorfer Uniklinikum im September zuletzt wieder viel Aufmerksamkeit bekommen. Während der Corona-Pandemie haben die Angriffe auf Kliniken noch einmal zugenommen, sagte Leo Schulze Schwienhorst vom Makler Kleist auf einer Veranstaltung der Kanzlei Taylor Wessing. Cyberdeckungen könnten helfen, sind aber für viele Krankenhäuser nicht leicht zu bekommen. Zuletzt haben sich auch noch prominente Anbieter zurückgezogen.
Allianz hält AGCS weiter knapp
Die Preise steigen kräftig, aber die Allianz will ihren Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) nicht von der Leine lassen. Erst wenn sich die Schaden- und Kostenquote der Gesellschaft deutlich unter 100 Prozent stabilisiert und mehr Klarheit über Schadentrends in den USA bestehe, will der Konzern wieder in Wachstum bei der Tochter investieren, sagte Finanzchef Giulio Terzariol bei der Vorstellung der Zahlen für das dritte Quartal. Mit dem Ergebnis ist der Versicherer sehr zufrieden, die Pandemie hatte nur einen moderaten Einfluss. Eine Vorhersage für das volle Jahr gab Terzariol trotzdem nicht – die Lage sei zu unsicher.
VHV kauft Technologiefirma Eucon
Der Versicherer VHV beteiligt sich zu mehr als 75 Prozent an der Daten- und Technologiefirma Eucon. Verkäufer der Anteile ist der Finanzinvestor Hg, der Kaufpreis ist nicht bekannt. Eucon ist auf Prozessdigitalisierung, Big Data und Automatisierung in der Automobil-, der Versicherungs- und der Immobilienbranche spezialisiert. Das Münsteraner Unternehmen betont, dass sich an der Strategie, den Kundenbeziehungen und der Eigenständigkeit nicht viel ändern soll. Die VHV als einer der größten Kfz-Versicherer in Deutschland sieht großes Potenzial durch den Einstieg, auch im Hinblick auf seine Rolle als Spezialversicherer für das Baugewerbe.
Astra Direct empört mit fragwürdigem Bündelangebot
Der Schließfachaufsteller Astra Direct ist spätestens seit 2015 kein unbeschriebenes Blatt mehr. Damals verkaufte die Mannheimer Gesellschaft ohne erforderliche BaFin-Lizenz Versicherungen für ihre Schließfächer. Die Finanzaufsicht reagierte mit einem Verbot. Seit September 2016 vermittelt die Astra Direct über ihre Tochter Astra Direct Versicherungen auf legalem Wege ihre Policen. Doch der junge Versicherer sorgt mit einem fragwürdigen Bündelangebot und unverständlichen Klauseln erneut für Aufregung.
Neue Regeln für Banken und Protektor
Das Parlament hat weitgehend ohne weitere Diskussion Regeln für den Sicherungsfonds der Lebensversicherer Protektor verabschiedet, lediglich ein Linken-Abgeordneter ging in der Aussprache darauf ein. Das könnte auch daran gelegen haben, dass das eigentliche Thema des Gesetzes die Bankenbranche ist. Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten kritisiert den Vorgang. Den Fonds hält er nicht für ausreichend, es sei nur eine Frage der Zeit, bis eine Gesellschaft nicht mehr genügend Solvenz hat. Peter Schwark vom Versichererverband GDV weist das als Panikmache zurück.











