Leute – Aktuelle Personalien Führungswechsel bei der Hannover Rück: Der langjährige Chef Ulrich Wallin wird im kommenden Mai mit 64 Jahren in den Ruhestand gehen, sein Nachfolger kommt von der Swiss Re. Es ist Jean-Jacques Henchoz, bisher zuständig für die Region Europa, Naher Osten und Afrika bei dem Schweizer Rückversicherer. Er wird bereits zum 1. April 2019 Vorstandsmitglied der Hannover Rück und übernimmt nach der Hauptversammlung am 8. Mai 2019 die Spitze. Außerdem: AIG hat mit John Repko einen neuen IT-Chef und die Allianz UK ernennt Fernley Dyson zum Finanzchef.
Nachrichten
Digitale Rezeptabrechnung für Privatpatienten
Mit der digitalen Rezeptabwicklung will ein neues Unternehmen den Service für Privatpatienten verbessern. Das Ziel: Die Versicherten müssen für die Medikamente in der Apotheke nicht mehr in Vorleistung treten, Belege einreichen und sich das Geld dann erstatten lassen. Stattdessen läuft die Abwicklung komplett digital über die Noventi Factory. Das wäre gerade für Beihilfeberechtigte eine große Erleichterung. Die Direktabrechnung bei Arzneimitteln wird zunächst beim Marktführer Debeka erprobt und soll im Frühjahr 2019 ausgerollt werden. Ein positiver Nebeneffekt für die Versicherer: Das Betrugspotenzial wird minimiert.
A.M. Best: Naturkatastrophen gefährlicher als Cyber
Die Ratingagentur A.M. Best hat zwei Großschadenszenarien in der Cyberversicherung modelliert: einen Zusammenbruch von Cloud-Servern und eine Sicherheitslücke in einer weit verbreiteten Software. Sollte eines davon eintreten, könnte das mehrere der größten 20 Cyberversicherer viel Geld kosten. Die prognostizierten Schadenhöhen liegen zwischen 15 und 119 Prozent des Eigenkapitals. Das liege allerdings immer noch deutlich unter den Maximalannahmen für Naturkatastrophenschäden, so A.M. Best.
Managerhaftpflichtverfahren sollen schneller werden
Bisher erfreut sich die außergerichtliche Streitbeilegung in Managerhaftpflichtverfahren keiner großen Beliebtheit. Der Makler Howden und der Rechtsanwalt Michael Hendricks wollen das ändern. Zusammen mit Partnern haben sie ein neues Regelwerk für D&O-Verfahren vor Schiedsgerichten entwickelt, an dem Unternehmen, Manager und Versicherer gleichermaßen beteiligt sind. Das soll die jahrelangen Auseinandersetzungen auf maximal sechs Monate beschränken und die Kosten für die Rechtsstreitigkeiten drastisch senken.
GDV rechnet mit Rekord-Schadenjahr
Die Schäden für die Versicherungsbranche durch Naturgefahren liegen in den ersten sechs Monaten 2018 mit 1,3 Mrd. Euro fast so hoch wie der Ganzjahresdurchschnitt in den letzten zehn Jahren. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft erwartet, dass 2018 eines der teuersten Jahre für die Branche wird. Denn üblicherweise fallen die Schäden im zweiten Halbjahr noch höher aus.
Brückeneinsturz kostet Versicherer Hunderte Millionen
Der Einsturz der Autobahnbrücke in Genua dürfte die Versicherungswirtschaft 400 bis 600 Mio. Euro kosten, prognostiziert der Analyst Michael Huttner von J.P. Morgan. Die Jahresergebnisse der betroffenen Versicherer sollte das aber nicht signifikant belasten, erwartet er. Die Swiss Re, die das Versicherungskonsortium des Autobahnbetreibers Autostrade per l’Italia anführt, müsse mit einem Schaden von rund 70 Mio. Euro für die eigenen Bücher rechnen. Auf die Allianz entfielen 50 Mio. Euro, auf Talanx 20 Mio. Euro. Die Allianz ist von dem Einsturz doppelt betroffen – sie hält zusammen mit zwei Partnern knapp sieben Prozent an dem stark unter Druck geratenen Autobahnbetreiber Autostrade.
Bis zu 40 Prozent der Arbeitsplätze werden überflüssig
Der digitale Wandel kostet die Versicherungswirtschaft schon jetzt viele Arbeitsplätze. Der Unternehmensberater McKinsey erwartet eine Fortsetzung des Trends. Langfristig können durch Automatisierung und Analytik 20 bis 40 Prozent der Stellen wegfallen. Momentan sind die Fortschritte der Versicherer durch die Digitalisierung noch überschaubar. Außerdem rücken Versicherer das positive Kundenerlebnis oft zu sehr in den Fokus. Darunter leidet die Optimierung der internen Prozesse.
A.M. Best: Britische Versicherer weiten EU-Geschäft aus
Die britischen Versicherer treiben die Gründung von neuen Niederlassungen in der EU in Vorbereitung auf den Brexit unter Hochdruck voran. Die meisten Gesellschaften haben sich für Luxemburg oder Dublin als Standort in der EU entschieden. Um die zusätzlichen Betriebskosten wettzumachen, werden die Versicherer sich bemühen, ihr EU-Geschäft stark auszubauen, erwartet die Ratingagentur A.M. Best. London wird dennoch der wichtigste Versicherungsstandort weltweit bleiben.
Swiss Re versichert Autobahnbetreiber
Ein Konsortium um die Swiss Re muss wohl für einen Teil der finanziellen Folgen des Einsturzes der Autobahnbrücke in Genua aufkommen. Der Schweizer Rückversicherer bestätigte, dass er einer der wichtigsten Versicherer des Autobahnbetreibers Autostrade per l’Italia ist. Genauere Angaben zu einzelnen Versicherungsverträgen und Deckungen machte das Unternehmen nicht. Der Druck auf Autostrade per l’Italia wächst. Die Gesellschaft muss der italienischen Regierung innerhalb von 15 Tagen beweisen, dass sie keine vertraglichen Pflichten vernachlässigt hat. Politiker fordern, dass Autostrade die Brücke auf eigene Kosten wiederaufbaut, und droht mit dem Entzug von Konzessionen.
Allianz fordert mehr Assistenzsysteme für Lkw
Durch den verstärkten Einsatz von Assistenzsystemen in Lkw könnten viele Unfälle vermieden werden, bei denen Menschen schwer verletzt oder getötet werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Allianz in einer neuen Studie, in der sie Unfälle untersucht hat, die von Lkws mit mehr als zwölf Tonnen Gewicht verursacht wurden. Hohes Unfallvermeidungspotenzial sieht der Versicherer bei automatischen Notbremssystemen sowie bei Abbiege- und Totwinkelassistenten. Vor allem Unfälle mit Fahrradfahrern enden immer noch überdurchschnittlich oft mit schweren Verletzungen oder sogar tödlich.









