Rückversicherer
2019: Der Jahresrückblick
Turbulenzen und spektakuläre Personalwechsel beim Allianz-Industrieversicherer AGCS, der Abschluss des Generali Leben-Verkaufs, Lemonades Start in Deutschland, ein neuer Konkurrent für Check24, Pensionskassen in Schieflage und die Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook – auch 2019 war ein spannendes Jahr für die Versicherungsbranche. Der Versicherungsmonitor blickt auf die aufregendsten Deals, die wichtigsten Personalien und die größten Ereignisse des Jahres zurück. Ob Provisionsdeckel, Provinzial-Fusion oder die ungewisse Zukunft der Riester-Rente, auch das Jahr 2020 dürfte spannend werden.
HDI Leben holt Start-up-Experten
Leute – Aktuelle Personalien Der Hannoveraner Versicherer HDI konnte einen Digitalisierungsexperten für seinen Lebensversicherer gewinnen. Zum 1. Januar 2020 wechselt Herbert Jansky (Bild) vom Insurlab Germany zu HDI Leben. Außerdem: Die DEVK hat eine neue Leiterin Recht und Compliance. Starr Insurance will unter der Leitung von Carsten Nawrath ein Luftfahrtversicherungsbüro in München aufbauen. AIG bekommt einen neuen Präsidenten, und Axa XL baut sein Rückversicherungsteam um.
Branche muss auf den Klimawandel reagieren
Versicherer und Rückversicherer müssen der steigenden Bedrohung von Mensch und Natur durch den Klimawandel Rechnung tragen, fordert das Swiss Re Institute. Gefragt sind neue Risikomodelle, mit denen die Unternehmen in die Lage versetzt werden, auch künftig noch Katastrophenrisiken zu zeichnen, heißt es in einem aktuellen Bericht. In einer vorläufigen Schätzung geht die Swiss Re davon aus, dass sowohl die wirtschaftlichen als auch die versicherten Schäden durch Naturkatastrophen und von Menschen verursachte Großschäden in diesem Jahr unter denen von 2018 liegen werden.
Lebensrückversicherung: Erfahrung ist Trumpf
Gut etablierte Lebensrückversicherer mit einem starken Angebot über den reinen Risikotransfer hinaus können relativ sicher sein, dass ihnen neue Marktteilnehmer nicht so schnell den Rang ablaufen. Davon ist die Ratingagentur A.M. Best überzeugt. Das zeige sich vor allem auf dem US-Markt, auf dem fünf traditionelle Schwergewichte fast 90 Prozent der Prämien auf sich vereinen.
Berlin entschädigt Thomas Cook-Opfer
In einem bislang einmaligen Schritt hat sich die Bundesregierung bereit erklärt, die Differenz zwischen der Zahlung durch den Versicherer Zurich und den tatsächlichen Schäden zu ersetzen, die Kunden des insolventen Reiseveranstalters Thomas Cook erlitten haben. Das teilte die Bundesregierung am Mittwoch mit. Von der Zurich können die Geschädigten wegen der Beschränkung der Versicherungssumme nur 17,5 Prozent ihrer Vorauszahlung erwarten.
Stabiler Ausblick für Lebensversicherer
Die Ratingagentur Moody’s gibt für die globale Lebensversicherungsbranche einen stabilen Ausblick für das Jahr 2020. Zentrales Risiko sind die weiterhin niedrigen Zinsen. Je nachdem wie hoch der Anteil der Produkte mit Garantien, die durchschnittliche Garantiehöhe und die Laufzeitlücke zwischen Kapitalanlagen und Garantien sind, wirken sich die Niedrigzinsen unterschiedlich stark auf die Versicherer aus. Der deutschen Branche bescheinigt Moody’s neben der in Taiwan und Norwegen ein besonders hohes Risiko für den Ertrag. Die Analysten warnen außerdem vor den Risiken bestimmter Assetklassen wie Immobilien.
Hannover Rück: 50 Mio. Dollar für Katastrophenfonds
Hannover Rück, die staatlich gestützte Londoner Gesellschaft Global Parametrics, die KfW-Bank und das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) haben anlässlich der Weltklimakonferenz einen Katastrophenfonds für Entwicklungsländer aufgelegt. Das Volumen ist eher gering: Das BMZ gibt 25 Mio. Euro Startkapital, der Rückversicherer stellt 50 Mio. Dollar Deckungskapazität bereit. Allerdings sei der Fonds lediglich ein erster Versuch mit parametrischen Deckungen, betont der Rückversicherer.
Wie das Maklernetz der Ecclesia funktionieren soll
Nach dem Ende der Partnerschaft mit JLT hätte es für Ecclesia bequemere Optionen gegeben, doch die Detmolder wählten die komplizierteste: Sie gründeten im November ein eigenes weltweites Maklernetzwerk, das sich aus eigenen Gesellschaften und selbstständigen Partnern zusammensetzt. Ein Maklernetz aufzubauen und zu führen, gilt als schwieriges Unterfangen. Warum das „Ecclesia Global Network“ dennoch Erfolg haben könnte, erläutert Ecclesia-Geschäftsführer Jochen Körner im Interview mit dem Versicherungsmonitor.
Swiss Re verkauft ReAssure an Phoenix
Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re hat einen Käufer für seine britische Abwicklungstochter ReAssure gefunden. Der Run-off-Spezialist Phoenix Group übernimmt die Gesellschaft, die bei dem Verkauf mit 3,25 Mrd. Pfund bewertet wird. Phoenix zahlt für ReAssure 1,2 Mrd. Pfund in bar und den Rest in Form von eigenen Aktien, die Swiss Re und der Minderheitseigner MS&AD unter sich aufteilen. Swiss Re versucht schon länger, die Tochter loszuwerden. Einen geplanten Börsengang hatten die Schweizer wegen zu niedriger Preisvorstellungen abgesagt.
Herr über 250 Mrd. Euro
Nicholas Gartside ist seit März Vorstand der Munich Re und als Chef des gesamten Investments für den Bestand der Münchener in Höhe von 254 Mrd. Euro verantwortlich. Gartside kommt aus London, wo er zuletzt bei JP Morgan gearbeitet hatte. Der 44-jährige Brite hat jetzt zum ersten Mal seit Amtsantritt in München mit Journalisten geredet. Er hofft, dass die Zentralbanken trotz Niedrigzinsen mit neuen Instrumenten das Leben der Anleger erleichtern.









