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Munich Re startet erstes virtuelles Lloyd’s-Syndikat

Die Munich Re wird der erste Betreiber eines sogenannten „Syndicate-in-a-Box“ auf dem Spezialversicherungsmarkt Lloyd’s of London. Das neue Munich Re Innovation Syndicate (MRI) soll ab dem 1. Januar 2020 ohne physische Präsenz am Londoner Versicherungsmarkt Risiken zeichnen und neue Produkte entwickeln, beispielsweise parametrische Wetterpolicen. Das MRI wird an das bestehende Munich Re Syndicate des Münchener Rückversicherers angeschlossen. Lloyd’s will mit den virtuellen Syndikaten Neueinsteigern und Start-ups die Möglichkeit geben, einen leichteren Zugang zum Londoner Versicherungsmarkt zu erhalten und sich dort schneller zu etablieren.

Scor-Aktionäre gehen erneut auf die Barrikaden

Der Investor CIAM will die Übernahme des Rückversicherers Scor durch den Anbieter Covéa offenbar mit allen Mitteln auf den Weg bringen. In einem neuen Beschwerdebrief wirft CIAM-Chefin Catherine Berjal Scor-Chef Denis Kessler vor, die Interessen seiner Anteilseigner zu ignorieren. Diesmal richtet sie ihre Kritik nicht mehr an Kessler, sondern an Scors Lead Independent Director Augustin de Romanet. Auch Kesslers Dreijahresplan „Quantensprung“ erhält von Berjal eine schallende Ohrfeige. Der Name verberge schlechte Inhalte, die nicht besonders innovativ seien.

Risikomanagement: Makler melden Ansprüche an

Klimawandel, Cyber, Handelskriege – neue Risiken werden immer wichtiger für die Kunden. Aber wer spielt die Hauptrolle beim Risikomanagement? Die Makler, die Versicherer oder vielleicht die Rückversicherer? Auf diese Fragen gaben führende Manager aus der Branche sehr unterschiedliche Antworten bei einer Veranstaltung des Instituts für Versicherungswissenschaften der Universität Leipzig in Köln. Dabei spielte auch eine Rolle, wie die Versicherer mit neuen Risiken wie dem Klimawandel umgehen – und ob sie ohne Renditeverlust umweltgerecht investieren können.

GDV für Bepreisung von CO2-Ausstoß

Die Versicherer fordern eine Bepreisung für den Ausstoß von Kohlendioxid und eine entsprechende politische Lösung. Um den Klimawandel zu stoppen, reiche es nicht, Kapital und Investments mehr in Richtung Nachhaltigkeit zu lenken, so Wolfgang Weiler, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Bei einer Erderwärmung um vier Grad seien viele Risiken nicht mehr versicherbar. Seine Äußerungen kamen, bevor die Bundesregierung am Freitag ihr Klimapaket beschlossen hat. Darin hat sie unter anderem einen Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen bei Gebäuden und im Verkehr festgelegt.

Gossmann: Ähnliches Potenzial wie klassischer Run-off

Im Jahr 2017 sind in Deutschland Altbestände aus der Schaden- und Unfallversicherung mit einem Prämienvolumen von 400 Mio. Euro an Run-off-Spezialisten übertragen worden. Arndt Gossmann hält es für realistisch, dass sein neues Run-off-Angebot Expro auf ähnlich hohe Resonanz stößt. Dabei geht es nicht um die Übernahme kompletter, geschlossener Bestände, sondern die fortlaufende Übertragung von gekündigten Policen mit einer gewissen Restlaufzeit aus aktiv betriebenem Geschäft. Gossmann schätzt das Marktpotenzial in Deutschland auf jährlich rund 340 Mio. Euro.

IFRS 17 macht Leid der Lebensversicherer sichtbarer

Die Ratingagentur Standard & Poor’s begrüßt die Einführung des neuen Bilanzierungsstandards IFRS 17, warnt aber, dass die Vergleichbarkeit zwischen einzelnen Versicherern schwieriger werden könnte. Am deutlichsten werden Lebensversicherer die neuen Bilanz-Regeln zu spüren bekommen. Einige von ihnen werden dadurch weniger Eigenkapital ausweisen, so die Ratingagentur. Das sei aber eine zutreffende Darstellung der Auswirkungen der Niedrigzinsphase auf die Unternehmen. S&P erwartet, dass die Unternehmen dazu ermutigt werden, auf Garantien zu verzichten.

Opioide, Zucker und die Versicherer

US-Haftpflichtrisiken sind bei vielen Versicherern und Rückversicherern nicht sonderlich beliebt. Wenn sie ernst mit ihrem Versprechen machen wollen, Deckungslücken zu schließen, dürfen sie sich diesem Bereich aber nicht verschließen, sagt Robert Reville, Chef des US-Start-ups Praedicat. Er sieht neue Risiken durch eine Vielzahl an Stoffen auf die Herstellerfirmen zukommen. Aktuell gibt es zahlreiche Klagen wegen der Opioide, die Auswirkungen auf Versicherer sind aber überschaubar. Das könnte bei Zucker anders sein.

Alternatives Kapital: Gekommen um zu bleiben

Auch die beiden schweren Schadenjahre 2017 und 2018 mit Großschäden wie durch den Hurrikan „Irma“ haben die Investoren, die alternatives Kapital für die Rückversicherung bereitstellen, nicht verschreckt. Aktuell gehen die Neugeschäftszahlen in dem Segment zwar zurück, aber schon sehr bald wird es wieder einen stärkeren Zufluss geben. Darin stimmten die Teilnehmer eines Fachgesprächs in Monte Carlo überein. Die Munich Re führte das Gespräch zum elften Mal durch. Zeitgleich veröffentlichte die Swiss Re ihren Bericht zum alternativen Kapital – mit ähnlicher Botschaft.

Versicherer könnten Wirtschaft robuster machen

Die Weltwirtschaft verliert zunehmend an Robustheit: Die Volkswirtschaften sind im Jahre 2019 weniger in der Lage, die Auswirkungen eines Schocks zu absorbieren als vor zehn Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt die Swiss Re in ihrem aktuellen Sigma-Report. Die Versicherer könnten dabei helfen, die Weltwirtschaft widerstandsfähiger zu machen: Die Deckungslücke bei Naturkatastrophen, Todesfallrisiken und Gesundheitskosten hat sich seit der Jahrtausendwende weltweit auf 1,2 Billionen Dollar mehr als verdoppelt. Würde diese Lücke in Form einer stärkeren Versicherungsdurchdringung geschlossen, könnte das die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft um mehr als eine Billion Dollar pro Jahr stärken – und die Gewinne der Versicherer erhöhen.

Scor verspricht Quantensprung

Scor-Konzernchef Denis Kessler schwört sein Unternehmen auf einen neuen Dreijahresplan ein. „Quantum Leap“, also Quantensprung, heißt er und soll die Nummer vier unter den Rückversicherern der Welt technologisch an die Spitze der Branche katapultieren. Für Scor gehört zur Zukunftsstrategie auch die möglichst rasche Umsetzung des Bilanzierungsstandards IFRS 17, der besser geeignet sei, die Unternehmenswirklichkeit abzubilden. Kessler will auch in den USA stark wachsen und verteidigte die Ablehnung des Übernahmeangebots des Versicherers Covéa im Jahr 2018.

Hannover Rück: Preise steigen kräftig

Im Gegensatz zu anderen Experten glaubt die Hannover Rück, dass der Trend zu Preiserhöhungen in der Rückversicherung im kommenden Jahr weiter an Fahrt gewinnen wird. Chef Jean-Jacques Henchoz hält Preiserhöhungen zwischen zwei und fünf Prozent für realistisch. Als Haupttreiber sieht der Konzern die USA und die Sachsparten. Zudem profitieren die Rückversicherer von den besseren Geschäften der Erstversicherer. Hannover Rück rechnet mit einem zweistelligen Prämienwachstum in diesem Jahr und will unter dem Strich 1,1 Mrd. Euro verdienen. Im deutschen Markt für die Autoversicherung erwartet der Rückversicherer eine Ergebnisverschlechterung.

Fitch: Preiserhöhungen schwächen sich ab

Die Ratingagentur Fitch geht davon aus, dass die Preiserhöhungen in der Rückversicherung, die sich 2018 und 2019 gezeigt haben, nicht anhalten werden. Zwar rechnet das Unternehmen noch mit positiven Preisentwicklungen im Jahr 2020, sie werden aber weniger stark ausfallen als in diesem Jahr. 2019 waren die Prämien um ein bis zwei Prozent gestiegen. Auch Hurrikan „Dorian“ wird den Trend nicht drehen. Er wird die Versicherer wahrscheinlich unter 10 Mrd. Dollar kosten. Der Makler Aon erwartet einen Zuwachs beim alternativen Kapital.

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