Der Klimawandel belastet auch die Versicherungsbranche durch eine Zunahme von Extremwettereignissen. Er bringe nie dagewesene systemische Risiken mit sich, biete aber auch einmalige Chancen für Versicherer und Rückversicherer, sagte Lloyd’s of London-CEO John Neal. Die Gesellschaften könnten als Risikomanager und -träger sowie als Investoren den Übergang zur klimaneutralen Gesellschaft maßgeblich unterstützen. Er sieht die Branche allerdings durch zu strenge Investmentregeln beschränkt, ihr volles Potenzial zu entfalten.
Rückversicherer
Swiss Re kooperiert mit BlaBlaCar
Eine neue App soll die Fahrweise von Autofahrern in Frankreich analysieren sowie sicherer und nachhaltiger machen. Die Anwendung für das Smartphone wird zusammen mit einer Autoversicherung vermarktet, mit der Nutzer bei den Beiträgen sparen können sollen. Hinter dem Angebot stehen die Admiral-Tochter L’olivier Assurance, die Mitfahr-Plattform BlaBlaCar und der Rückversicherer Swiss Re. Mit der App versuchen sich die Partner den Kundenzugang auf dem umkämpften Kfz-Versicherungsmarkt zu sichern.
Hannover Rück dringt auf höhere Preise
Hohe Naturkatastrophen- und Corona-Schäden, niedrige Zinsen und steigende Inflationsraten – aus Sicht der Hannover Rück führt derzeit kein Weg an weiter steigenden Rückversicherungspreisen vorbei. Auch in Deutschland werden sich Erstversicherer nach Jahren stabiler Prämien auf Erhöhungen einstellen müssen, glaubt Hannover Rück-Vorstand Michael Pickel. Ein Grund ist der Sturm „Bernd“, der die Branche noch teurer kommen könnte als bisher angenommen.
Sehm: „Viel Neugeschäft, unabhängig von Covid“
Exklusiv Die Rückversicherer konnten sich zuletzt über weiter steigende Preise freuen, müssen aber auch mit veränderten Risikosituationen fertig werden. Hannover Rück-Vorständin Silke Sehm spricht im Interview mit dem Versicherungsmonitor über künftige Erneuerungen, das Branchentreffen in Monte Carlo in Zeiten der Pandemie, Nachfragetrends und die Frauenquote.
Scor im Wachstumsrausch
Der französische Rückversicherer Scor ist nach der Friedensvereinbarung mit dem übernahmewütigen Versicherer Covéa gut mit Kapital ausgestattet. Er will es unter anderem einsetzen, um in der Schaden- und Unfallrückversicherung kräftig zu wachsen, kündigte der neue Chef Laurent Rousseau bei einer virtuellen Pressekonferenz an. Zulegen will der Konzern vor allem in den Specialty Lines. Nach anfänglicher Zurückhaltung findet Scor auch an Cyberdeckungen Gefallen.
Unterschiedliche Vorstellungen
Die Rückversicherer spekulieren in der aktuellen Erneuerungsrunde zum 1. Januar 2022 auf ordentliche Preissteigerungen und eine steigende Nachfrage. Damit dürften sie bei etlichen Kunden auf taube Ohren stoßen. Die Erstversicherer sind zwar bereits auf höhere Prämienforderungen eingestellt, aber eher im niedrigen einstelligen Prozentbereich, zeigt eine Umfrage der Ratingagentur Moody’s. Mehr Schutz wollen sie auch nicht einkaufen – vor allem nicht in der Cyberversicherung, dem Lieblings-Wachstumsfeld der Rückversicherer.
GVNW fordert mehr Tempo bei Pandemieabsicherung
Der Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft (GVNW) kritisiert die Trägheit der Politik, wenn es um die Gründung einer privatwirtschaftlich-öffentlich finanzierten Pandemieabsicherung geht. Es sei klar, dass die Versicherungswirtschaft allein nicht die Finanzkraft habe, um Schäden dieser Größenordnung zu stemmen, erklärte Vorstandschef Alexander Mahnke auf dem diesjährigen GVNW-Symposium. Die bisherigen Versuche des Verbands, mit der Politik bei diesem Thema in den Dialog zu treten, waren nicht von Erfolg gekrönt, kritisierte er. Auch für Naturkatastrophen und Cyberangriffe sei ein solcher Ansatz denkbar.
Swiss Re: Inflation ist der Feind der Versicherer
Die sogenannte soziale Inflation hat den Versicherern und Rückversicherern schon viel Ärger bereitet. Damit ist der Trend zu höheren Schadenersatzansprüchen vor Gericht gemeint. In den USA hat das viele Gesellschaften zu hohen Nachreservierungen für Haftpflichtschäden gezwungen. Die Entwicklung ist noch nicht ausgestanden, warnt der Rückversicherer Swiss Re. Er sieht eine „dritte Welle“ der sozialen Inflation über die Branche hereinbrechen – die es gelte, mit höheren Preisen zu kontern.
Fitch und Moody’s haben Rückversicherer wieder lieb
Die Ratingagenturen Fitch und Moody’s zeigen bei der Beurteilung der Rückversicherer wieder mehr Optimismus. Fitch hat den Branchenausblick von „stable“ auf „improving“ hochgesetzt, Moody’s von negativ auf stabil. Preiserhöhungen, die wirtschaftliche Erholung und mehr Sicherheit bei den Pandemie-Schäden sind die Hauptgründe dafür. Ob die Preiserhöhungen zum Jahreswechsel aber wirklich so hoch ausfallen werden, wie von einigen Experten erhofft, ist aber noch nicht ausgemacht.
Munich Re: Cyber soll Milliardengrenze sprengen
Der Münchener Rückversicherer Munich Re bleibt seiner Wachstumsstory treu. Cyberversicherungen sollen ordentlich Prämienvolumen in die Bücher spülen. In diesem Jahr will der Konzern die Grenze von 1 Mrd. Dollar knacken. Von der früher getätigten Aussage, die zehn Prozent Marktanteil auch in Zukunft zu halten, will der Rückversicherer aber nichts mehr wissen. Im traditionellen Rückversicherungsgeschäft rechnet der Konzern wegen der hohen Naturkatastrophenschäden weiter mit steigenden Preisen.
Hurrikan „Ida“ wird teurer als gedacht
Hurrikan „Ida“, der jüngst die US-Golfküste schwer in Mitleidenschaft gezogen hat, wird die Versicherer und Rückversicherer nach einer neuen Schätzung der Risikoanalysefirma RMS zwischen 25 und 35 Mrd. Dollar kosten. Bisher hatten die meisten Experten den versicherten Schaden auf 15 bis 25 Mrd. Dollar beziffert. Die Rechnung für die Assekuranz könnte sogar noch höher ausfallen: In der Schätzung von RMS sind nur die Schäden in den Bundesstaaten Alabama, Florida, Louisiana und Mississippi enthalten, nicht aber die Verwüstungen, die „Ida“ etwa in New York angerichtet hat.
Verdopplung der Schaden- und Unfallprämien bis 2040
Die Prämieneinnahmen in der weltweiten Schaden- und Unfallversicherung werden sich in den kommenden 20 Jahren auf 4,3 Billionen Dollar verdoppeln. Davon geht der Rückversicherer Swiss Re in seiner aktuellen Sigma-Studie aus. Allerdings wird der Businessmix 2040 anders aussehen als heute: Das Geschäft der Schaden- und Unfallversicherer wird riskanter und volatiler, die zu versichernden Gefahren komplexer. Welche Sparten verlieren und welche gewinnen werden.
Rückversicherung: Wie „Ida“ die Preise befeuert
US-Hurrikan „Ida“ und die Juli-Überschwemmungen in Europa werden für weiter steigende Rückversicherungspreise sorgen. Davon zeigt sich die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) überzeugt. Das könnte dem Trend zu einem Abflachen der Preiserhöhungen, der schon seit einigen Erneuerungsrunden anhält, entgegenwirken. Höhere Prämien durch die Bank, wie sie in anderen Zyklen zu beobachten waren, wird es aber nicht geben, glaubt S&P.
Neuer Deutschlandchef für Euler Hermes
Leute – Aktuelle Personalien Milo Bogaerts (Bild) wird neuer Hauptbevollmächtigter für die DACH-Region beim Kreditversicherer Euler Hermes. Sein Vorgänger Ron van het Hof gibt alle Managementpositionen ab und will sich der Familie widmen. Außerdem: Die Boston Consulting Group wirbt einen Versicherungsexperten beim Konkurrenten Oliver Wyman ab. Der Rückversicherer Swiss Re baut seine Cybersparte um und holt dafür John Coletti von Axa XL. Konkurrent Canopius erhält einen neuen Finanzchef, und AIG befördert Clara Brady zur Chief Underwriting Officer für den Bereich internationale Haftpflichtversicherung.













