Exklusiv Reines Nettogeschäft ohne Provisionen und hohe Flexibilität durch jederzeitige Wechselmöglichkeiten der Fonds. So beschreibt Jens Arndt das Geschäftsmodell des Göttinger Lebensversicherers Mylife, den er als Vorstandschef leitet. Damit das funktioniert, coacht die Mylife-Schwestergesellschaft Honorarkonzept vor allem Finanzmakler im Nettoverkauf von Lebensversicherungen. Mylife gehört zur Ideal-Gruppe in Berlin und hat eine bewegte Geschichte hinter sich.
Versicherer
Vermögen in Deutschland schrumpft schneller
Der prophezeite Rückgang beim Geldvermögen der privaten Haushalte hat sich bewahrheitet: Weltweit verminderte es sich im vergangenen Jahr um 2,7 Prozent, in Deutschland gab es sogar einen stärkeren Schwund als während der Finanzkrise 2008, so der „Global Wealth Report“ der Allianz. Ihre Prognose für dieses Jahr ist nur wenig besser, in Deutschland bleibt es wohl wegen der Inflation bei einem realen Minus. Immerhin: Die Versicherer sehen die Münchener im Wettbewerb um Sparer stabil positioniert.
Signal Iduna unter Druck der BaFin
Exklusiv Die Signal Iduna muss nach Informationen des Versicherungsmonitors wegen Mängeln an ihrer IT befürchten, dass die BaFin einen Aufschlag auf ihre Solvenzkapitalanforderungen anordnet. Seit Ende 2022 verwendet die Aufsicht dieses Mittel, damit besondere Risiken aus IT-Problemen unter Solvency II durch zusätzliches Kapital abgedeckt werden. Neben der Signal Iduna sind bislang die Axa Kranken und die Allianz SE betroffen. Die Allianz SE hat sich jetzt mit der Behörde geeinigt. Sie muss aktuell keinen Kapitalaufschlag befürchten.
Haftpflicht für Hebammen steht bis 2027
Der Deutsche Hebammenverband und ein Versicherungskonsortium unter Führung der Versicherungskammer Bayern haben ihren Rahmenvertrag zur Berufshaftpflicht von freiberuflich tätigen Hebammen um weitere drei Jahre verlängert. Damit ist der Versicherungsschutz für die Mitglieder des Verbands bis Mitte 2027 gesichert. Für Hebammen ohne Geburtshilfe bleiben die Prämien stabil. Wer Geburtshilfe anbietet, hat im ersten Jahr ebenfalls stabile Prämien, in den folgenden beiden Jahren folgt eine Erhöhung um jeweils 5 Prozent.
Betriebliche Policen haben es bei KMU schwer
Auch wenn der Fachkräftemangel kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zunehmend in Zugzwang bringt: Betriebliche Versicherungen sind für viele der Firmen beim Werben um neue Mitarbeitende nach wie vor nicht das erste Mittel der Wahl. Arbeitgeber setzen laut einer Studie der Gothaer eher auf das Angebot flexibler Arbeitszeiten und das Homeoffice. Bei den betrieblichen Policen ist die betriebliche Altersversorgung immer noch am beliebtesten, mit deutlichem Abstand folgt die betriebliche Krankenversicherung.
Lösegeld: „Wir verhandeln 80 bis 90 Prozent runter“
Es ist der Albtraum für ein Unternehmen: Hacker haben die Systeme verschlüsselt, drohen mit dem Löschen oder der Veröffentlichung von Daten – und fordern ein Lösegeld. Vor wenigen Jahren lagen die Forderungen noch oft im vierstelligen Bereich, inzwischen verlangen die Kriminellen sechs- oder siebenstellige Summen. Bei vielen Unternehmen haben sie damit auch Erfolg, moniert Manuel Hable von der Krisenberatung RiskWorkers. Firmen gehen Lösegeldverhandlungen seinen Beobachtungen zufolge oft völlig falsch an. Dabei können professionelle Verhandlungen die Schäden für Unternehmen und ihre Cyberversicherer erheblich reduzieren.
Appell für die lebenslange Rente
Die Versicherer können sich bei der Verteidigung der Provisionsvergütung auch in Zukunft auf die FDP verlassen. Das betonte Fraktionschef Christian Dürr (r.) auf einer Veranstaltung des Verbands öffentlicher Versicherer in Berlin. Dürr bat darum, dass sich die Branche bei der dringend nötigen Einwanderung von Arbeitskräften nach Deutschland einbringt. VÖV-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Wiest kritisierte, dass die Fokusgruppe für private Altersvorsorge in ihrem Bericht Alternativen zu einer lebenslangen Verrentung vorsieht.
Klage gegen Swiss Re: Braun nimmt Berufung zurück
Nächste Etappe in der gerichtlichen Auseinandersetzung zwischen dem ehemaligen Wirecard-Chef Markus Braun und seinen D&O-Versicherern: Der Manager hält nicht mehr an der einstweiligen Verfügung fest, mit der er den Rückversicherer Swiss Re zur Übernahme von Prozesskosten zwingen wollte. Das Landgericht Düsseldorf hatte die einstweilige Verfügung abgelehnt, die Berufung gegen die Entscheidung vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf hat Braun jetzt zurückgenommen.
Caspar Berendsen verlässt Cinven
Exklusiv Caspar Berendsen, Partner beim Londoner Private-Equity-Investor Cinven, verlässt nach Informationen des Versicherungsmonitors das Unternehmen nach 20 Jahren. Berendsen war unter anderem für die Cinven-Töchter Viridium und Eurovita zuständig. Einen direkten Zusammenhang zwischen der Eurovita-Schieflage und Berendsens Weggang sehen Insider zwar nicht, doch dürften die Vorgänge in Italien ihm nicht genutzt haben. Berendsen ist außerhalb von Cinven am Rückversicherer Monument Re beteiligt, der seine eigenen Probleme hat.
Ergo übernimmt Norwegen-Joint Venture komplett
Die Ergo wird künftig der Alleineigner des norwegischen Krankenversicherers Storebrand Helseforsikring (SBH) sein. Bislang gehörte das Unternehmen den Düsseldorfern gemeinsam mit dem norwegischen Finanzdienstleister Storebrand. Die Norweger erwarten von dem Verkauf einen positiven Ergebnisbeitrag von fast 100 Mio. Euro. Über die Gründe für den Verkauf halten sich beide Seiten bedeckt. Im vergangenen Jahr machte SBH einen kleinen Verlust, in diesem Jahr soll das Ergebnis wieder besser ausfallen.
Ransomware-Schäden nehmen wieder zu
Der russische Angriff auf die Ukraine hatte zunächst einen Rückgang der Ramsomware-Fälle zur Folge, weil viele Hacker sich mehr auf Cyberkrieg als auf herkömmliche Cyberkriminalität konzentriert haben. Doch das war nicht von Dauer. „Die Angreifer sind mit voller Wucht zurück“, sagte Michael Daum, Cyber-Experte bei Allianz Commercial, auf der Euroforum-Jahrestagung Cyber Insurance. Helmut Brechtken (Bild) von Deloitte erwartet, dass die nächste Ransomware-Variante nicht mehr lange auf sich warten lässt.










