Nachdem das israelische Parlament in der vergangenen Woche Staatsgarantien für israelische Airlines beschlossen hat, haben erste Luftfahrtversicherer die Kriegsdeckungen aufgrund der eskalierenden Situation in der Region zurückgezogen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die israelischen Fluggesellschaften El Al, Israir und Arkia seien entsprechend informiert worden. Um welche Versicherer es sich handelt, ist nicht bekannt.
Versicherer
Bundestag ändert Lobbyregister
Der Bundestag hat eine Änderung seines Lobbyregisters beschlossen. Interessenvertreter sollen künftig angeben, auf welche Vorhaben sie konkret Einfluss nehmen. Entsprechende Stellungnahmen und Gutachten sollen sie hochladen, Angaben zur Finanzausstattung werden verpflichtend. Der Verein Lobbycontrol begrüßt die Änderungen, sieht aber weiteren Handlungsbedarf. Dazu gehört ein sogenannter legislativer Fußabdruck. Kritik kommt aus der Opposition.
Borean: „Eurovita ist ein Einzelfall“
Die Schieflage des italienischen Lebensversicherers Eurovita ist kein Zeichen dafür, dass die europäische Lebensversicherungsbranche insgesamt vor einer Krise durch die Zinswende steht. Das betonte Cristiano Borean, Finanzchef des Generali-Konzerns, auf dem Bayerischen Finanzgipfel. Es handele sich um einen Einzelfall, Grund seien schwere Managementfehler. Borean äußerte sich auch zum Verbleib von Generali in der Klimainitiative NZIA und zu dem schon früh im Jahr überschrittenen Großschadenbudget des Konzerns.
Die Bayerische regionalisiert Zahnzusatzpolicen
Die Bayerische wagt sich in der Zahnzusatzversicherung auf ein neues Terrain vor. Sie setzt künftig auf das Regionalprinzip: Bei der Bemessung der Prämie spielt auch der Wohnort der Versicherten eine Rolle. Überall dort, wo der Zahnersatz günstiger ist als anderswo, profitieren die Kunden. Damit will sich die Münchener Gruppe im Preiswettbewerb profilieren. Punkten will sie auch mit dem Angebot, bereits begonnene Behandlungen mitzuversichern.
Cyberdirekt fordert mehr Standardisierung
Obwohl das Underwriting und das Schadenmanagement in der Cyberversicherung in den vergangenen Jahren stark professionalisiert worden seien, sieht der Spezialmakler Cyberdirekt Verbesserungsbedarf. Aktuell gebe es große Unterschiede bei den Bedingungen. Das hat eine Analyse von 16 Bedingungswerken der führenden Anbieter ergeben. Das Unternehmen wünscht sich mehr Transparenz am Markt. Das ist unter anderem durch mehr Standards möglich.
Kfz-Versicherer erhöhen ihre Preise zweistellig
Die von Inflation und erhöhten Kosten in der Schadenregulierung hart getroffenen Kfz-Versicherer werden ihre Preise um bis zu 16 Prozent erhöhen. Davon geht das Vergleichsportal Verivox aus. Die bislang beobachteten Prämienanstiege sind bereits zweistellig. Was Kunden belastet, ist für die Branche existenziell, um nicht noch weiter in tiefrote Zahlen zu rutschen. Doch Wechselkunden könnten vom anhaltenden Preiskampf profitieren – sagen zumindest diejenigen, die an solchen Wechseln verdienen.
Daten: Science-Fiction ist Realität
Die Europäische Union will mit dem Data Act Nutzerinnen und Nutzern von Geräten und Maschinen das Recht über die Entscheidung zur Weitergabe von Daten einräumen. Die Allianz begrüßt den Vorstoß, hat aber konkrete Vorstellungen, wie der Data Act ergänzt werden sollte. So fordert Vorstand Klaus-Peter Röhler die Datenübertragung in Realtime und das Verbot des heimlichen Handels mit den Daten. Ohne diese und weitere Regelungen wäre das Gesetz sinnlos, findet er.
Allianz Trade erwartet Anstieg der Firmenpleiten
Schwindende Liquiditätspuffer und eine sich verschlechternde Rentabilität gefährden weltweit viele Branchen. Der Kreditversicherer Allianz Trade erwartet deswegen einen globalen Anstieg der Firmenpleiten um sechs Prozent für das laufende Jahr, für 2024 sogar um zehn Prozent. An seiner Prognose für Deutschland hält das Unternehmen fest. Einige Branchen sind aufgrund der gestiegenen Zinsen besonders bedroht.
GDV: Autodiebstähle nehmen wieder zu
Die Zahl der Autodiebstähle hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen, berichtet der Gesamtverband der Versicherer (GDV). Die Zahl entwendeter Fahrzeuge stieg gegenüber 2021 um 25 Prozent – allerdings erfasst die GDV-Statistik nur kaskoversicherte Autos. Hochburg des Autodiebstahls ist Berlin. Am beliebtesten bei den Dieben sind hochwertige SUVs. Die teuersten Fahrzeuge wurden in Düsseldorf gestohlen.
Kleinunternehmen mehr an Versicherung interessiert
Mehr als ein Drittel aller Klein- und Kleinstunternehmen wollen trotz der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen mehr Geld für Risikoabsicherung und Vorsorge ausgeben. Gleichzeitig wissen die Unternehmer immer besser Bescheid über die eigenen Vorsorgelücken und die Möglichkeiten der Gewerbeversicherung. Das könne mit der Multikrisen-Situation zusammenhängen, sagte Payam Rezvanian, Mitglied der Geschäftsführung beim Assekuradeur Finanzchef24, bei einem Pressegespräch. „Immer, wenn die Gewitterwolken dunkler werden, fängt man an, sich mit den Risiken zu beschäftigen.“
Allianz ernennt Nachfolger für AZT-Chef Lauterwasser
Leute – Aktuelle Personalien Allianz-Urgestein Christoph Lauterwasser, seit 2007 Chef des Allianz Zentrum für Technik (AZT), geht im kommenden Frühjahr in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Anfang 2024 der Fahrzeugtechnik-Experte Christian Sahr (Bild), der seit Juli beim AZT an Bord ist. Außerdem: Die langjährige Munich Re-Managerin und Vorständin Doris Höpke hat einen neuen Job, und die Maklergruppe Policen Direkt hat einen Leiter für die neugeschaffene Kundenservice-Abteilung gefunden.
GDV: Hohe Katastrophenschäden kommen öfter
Der GDV hat erstmals Schäden aus Naturkatastrophen seit 1973 in aktuelle Preise hochgerechnet und damit eine bessere Vergleichbarkeit der Zahlen ermöglicht. Das Ergebnis: 233 Mrd. Euro haben die Sach- und Kfz-Versicherer seitdem gezahlt. Und Jahre mit extrem hohen Schadenssummen gibt es in immer kürzeren Abständen. Für die Zukunft rechnen die Versicherer noch mit viel höheren Werten. Nötig sind mehr Daten zu Klimaschäden.
Allianz will sich Daten der Fahrenden sichern
Angesichts der zunehmenden Digitalisierung aller Versicherungssparten versuchen die Kfz-Versicherer, sich die Daten von Autofahrenden zu sichern. Denn die Kfz-Versicherung ist reif für digitale Veränderungen. Neuwagen zeichnen heute Bewegungsmuster, Fahrverhalten, Notfälle und Meldungen zu technischen Mängeln automatisch auf. Das Recht zur Weitergabe dieser Daten liegt jedoch nicht bei den Fahrenden, sondern bei den Automobilherstellern. Der Data Act der Europäischen Union soll das ändern. Die Allianz unterstützt das Vorhaben nicht ganz uneigennützig.













