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Lebensversicherer auch nach Pandemie in der Krise

Die Corona-Krise sorgt dafür, dass die Zinsen länger niedrig bleiben als erwartet – und erschwert den Lebensversicherern damit langfristig weiter das Geschäft. Das prognostizieren Analysten der Ratingagentur Fitch in einem aktuellen Bericht. Deutsche Lebensversicherer seien im europäischen Vergleich besonders stark betroffen. Sie versuchen, den niedrigen Zinsen mit risikoreicheren Investments und einem diverseren Produktmix zu begegnen. Das koste allerdings Zeit, betont Fitch.

Was Schunck digital vorhat

 Exklusiv  Der Spezialmakler Schunck arbeitet kräftig an seiner Digitalisierung. Kürzlich haben sich die Münchener mit der Plattform Thinksurance zusammengetan. Was sich Schunck von der Zusammenarbeit verspricht, wie es mit der Digitalisierung nach der Übernahme von Schunck durch Ecclesia weitergeht, und was der Einstieg des früheren Perseus-Chefs Richard Renner für die Digital-Strategie bedeutet, erläutern Klaus Rückel (Bild), Geschäftsführer der Schunck-Gruppe, und Sven-Stephen Petersmarck, Leiter digitale Geschäftsentwicklung bei Schunck, im Interview mit dem Versicherungsmonitor.

Die Vollversicherung schrumpft langsamer

Der Rückgang im Bestand der Vollversicherung macht den privaten Krankenversicherern (PKV) seit Jahren Sorgen. Auch 2019 gab es ein leichtes Minus, der Negativtrend hat sich aber deutlich abgeflacht. Erfreulich aus Sicht der Branche ist, dass die Wechselbewegung zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung erneut zugunsten der PKV ausgegangen ist. Einen starken Zuwachs konnte sie in der betrieblichen Krankenversicherung verzeichnen. Die Versicherungsleistungen stiegen stärker als die Prämieneinnahmen.

Allianz Direct wird umgebaut

 Exklusiv  Der europäische Direktversicherer der Allianz wird umgebaut. Künftig soll es nur einen einzigen Risikoträger geben, nicht wie bislang einen in jedem Land, in dem die Allianz Direct tätig ist. Der Konzern ändert nicht nur die Struktur, sondern auch die Besetzung der Spitzenpositionen. Harald Boysen und Christian Warmuth, zurzeit Vorstandsmitglieder der Allianz Direct Versicherungs-AG, verlassen das Gremium, bleiben aber im Unternehmen.

Dividendenverbot: Eiopa wird weich

Sinneswandel auf EU-Ebene: Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa und der Europäische Rat für Systemrisiken rücken von ihrer harten Haltung in Sachen Dividendenzahlungen in der Krise ab. Statt pauschalem Dividendenverbot fordern sie jetzt Entscheidungen mit Augenmaß. Dividendenzahlungen dürften die „Schwelle der Vernunft“ nicht überschreiten, so Eiopa. Auch der ESRB will sie gestatten, wenn Unternehmen extrem vorsichtig sind und die Vorgaben ihrer Aufseher beachten. Darin spiegelt sich die Hoffnung auf einen wirksamen Impfstoff, der noch schlimmere Abstürze der Wirtschaft verhindern könnte.

Ex-Comdirect-Chefin geht zur Signal Iduna

 Leute – Aktuelle Personalien  Prominenter Neuzugang für die Signal Iduna: Die ehemalige Comdirect-Chefin Frauke Hegemann, eine der wenigen Frauen an der Spitze deutscher Banken, wird ab Jahresanfang Geschäftsführerin des Vermögensverwalters Signal Iduna Asset Management und Generalbevollmächtige der Signal Iduna Bauspar AG. Außerdem: Der Rückversicherer MS Amlin hat einen erfahrenen Branchenkenner als neuen Chief Underwriting Officer verpflichtet.

IT wie im Science Fiction-Film von 1975

 Themenschwerpunkt Nachwuchs  Der Versicherungsbranche fällt es nicht leicht Nachwuchskräfte für sich zu begeistern, ihr Image ist nicht das beste. Doch immer wieder entscheiden sich junge Leute trotzdem für eine Laufbahn in der Assekuranz. Was wünschen sie sich von den Versicherern? Inwieweit unterscheiden sich ihre Ansichten von denen altgedienter Mitarbeiter? Um das herauszufinden, hat der Versicherungsmonitor einen Round Table mit fünf Studierenden der Versicherungswissenschaften veranstaltet. Das Gespräch gibt der Versicherungsmonitor als dreiteilige Serie wieder. Im dritten Teil geht es um künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit und Leben sowie Arbeiten und Studieren in Corona-Zeiten.

Wie Eiopa sich das neue Solvency II vorstellt

Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa hat ihre finalen Vorschläge zur Überarbeitung des Aufsichtsregimes Solvency II vorgelegt. Die bereits angekündigten Änderungen bei der Berechnung der Zinskurve für langfristige Verträge, gegen die Versicherer sich vehement gestemmt hatten, sollen kommen. Durch den Vorstoß müssen die Versicherer mehr Kapital für langfristige Verpflichtungen vorhalten. Den Grünen gehen die Vorschläge nicht weit genug, sie freuen sich aber über mehr Befugnisse für nationale Aufseher wie die Möglichkeit eines Verbots von Dividendenzahlungen in Krisenzeiten.

Industrie: Aon erwartet Probleme bei Erneuerungen

Der Großmakler Aon befürchtet, dass einzelne Kunden Probleme haben werden, genügend Deckung in der Industrieversicherung zu finden. Sinkende Kapazitäten, steigende Preise und Ausschlüsse für Cyberrisiken machten den Unternehmen zu schaffen. Je nach Betriebsart könne die Erneuerung kompliziert werden, prognostizieren die Aon-Experten in einem Update zu ihrem Marktreport 2020. Sie kritisieren auch den Umgang der Industrieversicherer mit ihren Kunden.

S&P sieht britische Ratings stabil

Mit dem Jahresende läuft die einjährige Übergangsphase für Großbritannien aus, soweit es nicht noch eine Überraschung in letzter Sekunde gibt. Damit könnte das Land bedeutende Änderungen an den Regeln für die Versicherungsaufsicht vornehmen. Die Ratingagentur Standard & Poor‘s (S&P) rechnet aber nicht mit derart starken Veränderungen im Zuge des aktuellen Reviews des Finanzministeriums, dass sich Änderungen der Ratings für britische Versicherer ergeben würden. Tatsächlich bekennt sich die britische Aufsicht in einem aktuellen Brief zu den Prinzipien von Solvency II.

Fitch: IFRS 17 erfordert schnelle Entscheidungen

Die Einführung des neuen Bilanzierungsstandards IFRS 17 wurde zwar um ein Jahr auf Anfang 2023 verschoben, Zeit zu verschwenden haben die Versicherer bei der Umsetzung trotzdem nicht. Gerade zu Beginn müssen sie Entscheidungen treffen, die weitreichende und langfristige Folgen haben, so die Ratingagentur Fitch in einem aktuellen Bericht. Dazu kommt die Corona-Pandemie, die die Einführung des neuen Standards ebenfalls erschwert.

Corona-Bewährungsprobe für die Führung

Jens Warkentin ist Finanz- und Personalvorstand von Talanx Deutschland. Er hat deshalb nicht nur mit den ökonomischen und finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise zu tun, sondern auch mit den Veränderungen in der Personalführung sowie der Art und Weise der Zusammenarbeit. „Die Kombination aus der geänderten dynamischen Umwelt, den agilen Methoden und der Virtualität sind in unserer Versicherungssprache ausgedrückt so etwas wie ein Kumulereignis“, sagte er beim digitalen CFO-Dinner der Süddeutschen Zeitung. Wenn hybrides Arbeiten langfristig gelingen soll, müssen eine Reihe von Herausforderungen bewältigt werden.

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