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Mehr Digitalisierung wagen!

 Meinung am Mittwoch  Viele Krankenhäuser in Deutschland arbeiten noch mit Papierformularen. Das ist nicht nur für die Patienten lästig, sondern auch für die Mitarbeiter. Beschäftigte im Pflegedienst in Akutkrankenhäusern verbringen über 30 Prozent ihrer Tätigkeit mit Verwaltungsaufgaben. Um dem Fachkräftemangel und der Bürokratie in der Pflege zu begegnen, brauchen wir in den Krankenhäusern mehr digitale Systeme und künstliche Intelligenz. So bleibt mehr Zeit für die Arbeit am Menschen.

Ottonova sucht frisches Geld

 Exklusiv  Der private Krankenversicherer Ottonova verhandelt nach Informationen des Versicherungsmonitors mit Anlegern über eine weitere Finanzierungsrunde. Einfach ist das angesichts der wirtschaftlichen Lage und der Zinsentwicklung nicht. Das 2017 gegründete Start-up soll deshalb großzügige Konditionen bieten. Gründer und Chef Roman Rittweger will keine Einzelheiten nennen. Das Unternehmen habe jetzt fast 4.000 Vollversicherte, heißt es in Branchenkreisen. Auch dazu schweigt Rittweger.

Marsh-Team geht zu Willis

 Exklusiv  Ein erfahrenes Team von Spezialisten aus dem Bereich Financial Lines wechselt nach Informationen des Versicherungsmonitors von Marsh zum Rivalen Willis Towers Watson (WTW). Geleitet wird die Gruppe von Lukas Nazaruk (Bild), der aktuell Leiter des Geschäftsbereichs Finpro bei Marsh ist. Mancher wird den Wechsel mit Stirnrunzeln beobachten – schließlich ist der leitende Marsh-Mann Thomas Olaynig seit dem 1. Juli 2022 Geschäftsführer bei WTW. Bei Marsh sollen aktuell rund 70 Stellen zu besetzen sein, darunter die des Deutschland-CEO.

Lemonades Kfz-Geschäft kommt nicht gut an

Die Autoversicherung sollte für den US-amerikanischen Versicherer Lemonade der große Wurf werden. Doch dieser Plan scheint nicht aufzugehen. Im US-Bundesstaat Illinois, in dem Lemonade im Herbst 2021 mit der Kfz-Versicherung gestartet war, hat das Insurtech noch keine 3.000 Policen verkauft. Trotzdem erhöht der Versicherer nun die Preise, teilweise um bis zu 28 Prozent. Das dürfte dem Vertrieb nicht zuträglich sein.

Warweg baut die Maklergruppe um

 Exklusiv  Die GGW Holding, früher Warweg Mittelstandsmakler, ändert ihre Struktur und ihren Markenauftritt. Unter der Holding, die einen leicht veränderten Namen erhält, agieren künftig zwei Zwischenholdings. Eine betreibt das Maklergeschäft, die andere soll die vier Assekuradeure der Gruppe bündeln. Nach 24 Zukäufen hat die von Tobias Warweg geführte Gruppe mehr als 1.000 Mitarbeiter.

Inflation: AGCS drängt auf Wertanpassungen

Die stark gestiegene Inflation setzt Industrieversicherer unter Handlungsdruck. Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) mahnt bei seinen Kunden daher eine Neubewertung ihrer versicherten Vermögensgegenstände an, sagte AGCS-Schadenchef und Vorstand Thomas Sepp bei der Präsentation des aktuellen Schadenreports. Viele Unternehmen hätten diese seit Jahren nicht neu bewertet, es drohen Deckungslücken. Sepp verriet auch, wie viele Kunden AGCS in Deutschland in der Cyberversicherung ablehnt.

Klimawandel kostet 6,6 Mrd. Euro im Jahr

Laut einer Prognos-Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz hat der Klimawandel in Deutschland in den vergangenen 22 Jahren Schäden von im Schnitt 6,6 Mrd. Euro jährlich verursacht. Besonders teuer waren das Hochwasser im Juli 2021 und die beiden Dürrejahre 2018 und 2019. Auch für Versicherer sind das keine guten Nachrichten, sie fordern mehr Prävention gegen Wetterextreme.

Insurance Hero verliert Geschäftsführer

 Leute – Aktuelle Personalien  Insurance Hero wird künftig von zwei statt bisher drei Geschäftsführern geleitet. Stefan Herbst ist aus dem Führungsgremium des Unternehmens hinter der Marke Helden.de ausgeschieden. Einen Neuzugang in der Geschäftsführung meldet dagegen das Softwareunternehmen Sum.Cumo Sapiens. Neu dabei: Andreas Achner (Bild). Außerdem: Der Vorstandschef von LV= Mark Hartigan hat seinen Rücktritt angekündigt – allerdings ohne konkretes Datum, weil noch ein Nachfolger gefunden werden muss.

Hacker greifen mit neuer Masche an

Cyberkriminelle werden nicht müde, nach neuen Wegen zu suchen, um die Systeme von Unternehmen zu kompromittieren. Derzeit versuchen sie es über Telefonanrufe, die von den Opfern selbst initiiert werden, berichtet der Assekuradeur CFC Underwriting. Das britische Unternehmen warnt vor einer Zunahme der neuen Angriffsmethode „BazarCall“. Problematisch sei vor allem, dass dabei bewährte Sicherheitskontrollen unterlaufen werden. Auch der Spezialvermittler Cyberdirekt warnt vor der Methode.

Simplesurance weitet Lidl-Kooperation aus

Die Zusammenarbeit mit der Einzelhandels-Kette Lidl scheint sich für das Berliner Start-up Simplesurance zu lohnen. Über den Online-Shop vertreibt Simplesurance Geräteschutzpolicen und Garantieverlängerungen für Elektronik und Baugeräte. Nach rund eineinhalb Jahren erweitern die beiden nun die Kooperation um Versicherungen für Fahrräder und E-Bikes.

Wie Eiopa den Run-off sieht

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  In Deutschland kommt der Run-off-Markt in der Lebensversicherung gerade richtig in Fahrt. Nach der Zurich hat sich auch die Axa entschieden, Bestände an einen Abwickler weiterzugeben. Deshalb lohnt sich ein Blick in das Supervisory Statement, das die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa Ende Mai zur Beaufsichtigung von Run-off-Versicherern veröffentlicht hat. Es ist ein guter Anfang zu einer einheitlichen Aufsicht über solche Unternehmen, lässt aber auch noch einige Fragen offen.

Keine Sommerpause

 Was die Woche bringt  An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Run-off in der Lebensversicherung und eine Studie zu weltweiten Schäden in der Industrieversicherung von AGCS

Getsurance-Gründer wagt zweiten Versuch

Anders als sein Bruder hat Johannes Becher der Versicherungswelt noch nicht abgeschworen. Vielmehr zieht der Gründer des gescheiterten Start-ups Getsurance aktuell still und heimlich einen neuen digitalen Versicherungsvermittler hoch. Dabei will er den Embedded Insurance-Trend mit Lebensversicherungen verknüpfen und sich nicht nur auf den deutschen Markt konzentrieren. Ein großer Investor ist schon an Bord.

Run-off: Axa und Athora lassen sich Zeit

 Exklusiv  Die Axa wird bis zu fünf Jahre lang den an Athora verkauften Bestand von 900.000 Lebensversicherungsverträgen weiter betreuen. Die 100 Mitarbeiter, die damit beschäftigt sind, sollen danach in anderen Positionen im Konzern arbeiten, Arbeitsplätze würden nicht abgebaut. Das sagte Finanzchef Marc Daniel Zimmermann dem Versicherungsmonitor. Die IT-technische Migration werde dadurch erleichtert, dass bei der Axa der Bestand größtenteils bereits auf das System MSG Life Factory migriert wurde. Reputationsprobleme erwartet er nicht.

Die Inflation zeigt Zähne

 Herbert Frommes Kolumne  Am Donnerstag verloren die Aktien britischer Autoversicherer heftig. Anlass war die Analyse des Versicherers Sabre, dass er in diesem Jahr rund zwölf Prozent mehr für Schäden ausgeben muss. Die Sabre-Aktie rauschte 40 Prozent nach unten. Anleger reagieren so heftig auf Meldungen über die Schadeninflation, weil das Phänomen in der jüngsten Vergangenheit kaum eine Rolle spielte. Doch jetzt werden die Preissteigerungen für die Schaden- und Unfallversicherer ein echtes Problem. Für sie wird entscheidend sein, ob sie mit Prämienerhöhungen gegensteuern können.

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