Die Anteilseigner der Makler Aon und Willis Towers Watson haben den geplanten Zusammenschluss der beiden Unternehmen mit sehr hoher Zustimmungsrate gebilligt. Bei den außerordentlichen Hauptversammlungen war vom Protest der vergangenen Monate bei den Aktionären nichts mehr zu hören. Zur Realisierung der im März verkündeten Pläne müssen jetzt noch die Kartellbehörden zustimmen, dann entstünde unter dem Namen Aon der weltgrößte Versicherungsmakler.
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M&A-Deckungen: Erste Anbieter ziehen sich zurück
In der Industrieversicherung steigen die Preise deutlich, eine Ausnahme ist der Markt für M&A-Versicherungen, die Risiken aus Unternehmensübernahmen abdecken. Jetzt haben sich mit AGCS und Chubb zwei Anbieter teilweise aus dem Geschäft mit diesen Verträgen zurückgezogen. Der deutsche Markt ist von diesen Entscheidungen allerdings kaum betroffen. Hier kommen sogar neue Anbieter und Kapazitäten dazu, sagt Philipp Giessen vom Makler Marsh.
Die Allianz zieht allen davon
Exklusiv Die Allianz hat von 2018 auf 2019 einen kräftigen Sprung nach vorn beim Marktanteil gemacht – von 18,3 Prozent auf 20,4 Prozent. Das geht aus der neuesten Marktanteilsstatistik des Kölner Kivi-Instituts hervor. Hauptgrund sind die starken Zuwächse in der Lebensversicherung. Die meisten anderen Gesellschaften haben weiter Anteile verloren, besonders krass ist das bei Generali und Ergo. Andere stagnieren: Dazu gehören die Öffentlichen Versicherer, die R+V und die HUK-Coburg.
Deutsche IDD-Umsetzung: „Oft nicht gut genug“
Die deutsche Umsetzung der europäischen Vermittlerrichtlinie IDD hat viele Mängel. Sie sei oft nicht gut genug, sagte Matthias Beenken, Professor für Versicherungswirtschaft an der TH Dortmund, bei der Wissenschaftstagung des Bundes der Versicherten. Ihn stört vor allem ein Übersetzungsfehler bei den Aus- und Weiterbildungsauflagen, sowie die Tatsache, dass nicht gleiche Beratungspflichten für Vermittler und Versicherer gelten. Auf europäischer Ebene kritisiert er die Detailverliebtheit.
GDV: Cyberrisiko für KMU oft abstrakt
Nachdem es schon länger Warnungen vor zunehmenden Cyberrisiken durch die Corona-Krise gibt, liegt jetzt eine Antwort der Regierung zu dem Thema vor: Es sei kein signifikanter Anstieg von Attacken auf mittelständische Unternehmen festzustellen. Allerdings geht Berlin von einem großen Dunkelfeld aus. Der Versichererverband GDV sieht sich durch eine aktuelle Studie darin bestätigt, dass kleine und mittlere Unternehmen noch nicht genug für ihre IT-Sicherheit tun. Für die Versicherer ist das Geschäft mit Cyberrisiken zweischneidig.
Das strategische Projektportfolio in Corona-Zeiten
Meinung am Mittwoch Alle Beobachter sind sich in der Corona-Krise einig: Die Krise beschleunigt bereits bestehende Trends. Wenn das so ist, wird sich auch das „New Normal“ für das Versicherungsgeschäft schneller als gedacht verschieben, allerdings kann niemand genau vorhersagen, wohin es sich bewegen wird. Wie sollte sich ein Versicherungsunternehmen vor diesem Hintergrund positionieren? Was ist mit dem seit Anfang der Krise bisher nur fortgeschriebenen strategischen Projektportfolio – gehört es nicht auf den Prüfstand?
Swiss Re steigt bei Googles Krankenversicherer ein
Verily, die Gesundheitstochter des Google-Mutterkonzerns Alphabet, hat den seit Längerem erwarteten Einstieg in den amerikanischen Krankenversicherungsmarkt in die Tat umgesetzt. Über ihre neue Tochter Coefficient, einen Versicherer mit Lizenz für das Leben- und Krankengeschäft, wird sie sogenannte Stop-Loss-Policen anbieten. US-Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern Krankenversicherungsschutz bieten, können sich damit gegen unerwartet hohe Kosten absichern. Auch die Swiss Re ist involviert – allerdings nicht als Risikoträger.
Europäische Versicherer für mehr Klimaschutz
Die europäische Versicherungsbranche fordert von der Europäischen Union (EU) mehr Maßnahmen zur Schadenprävention und Anpassung an den Klimawandel. Es sei zu spät, um nur noch auf eine Begrenzung des Klimawandels zu setzen. Das erklärt der Dachverband Insurance Europe in einer Stellungnahme im Rahmen der Beratungen über eine neue Klimastrategie der EU. Die Versicherer seien bereit, eine wichtige Rolle beim Umgang mit Klimarisiken und bei der Finanzierung von Klimaneutralität zu spielen.
Run-off-Neuling kauft von der Allianz
Der neugegründete Run-off-Spezialist Marco hat erstmals zugeschlagen. In Großbritannien übernimmt die Gesellschaft mit Sitz auf der Insel Malta die British Reserve Insurance Company von der Allianz zu einem ungenannten Preis. Stimmt die Aufsicht zu, kann Marco nach dem Brexit über den Zukauf Geschäft in Großbritannien zeichnen. Marco spezialisiert sich auf Bestandsübernahmen auf dem europäischen Kontinent und Großbritannien und kann dafür über 500 Mio. Euro einsetzen. Aufsichtsratschef ist ein prominenter Ex-Allianzer.
Auswirkungen von Covid-19 ähnlich wie 9/11-Folgen
Bisher halten sich die versicherten Schäden durch Corona in Grenzen. Sie erreichen eher das Niveau einer sehr großen Naturkatastrophe als eines außergewöhnlich großen Schadenereignisses, erklären die Analysten der Berenberg Bank. Besonders sei allerdings die Länge der Pandemie, dadurch ähnelten die Auswirkungen auf die Assekuranz denen nach dem Terrorangriff auf das World Trade Center 2001. Für Versicherer ist das allerdings nicht unbedingt ein Nachteil, denn dadurch steigen auch die Prämien. Am meisten profitieren können laut Berenberg Munich Re und Zurich.
Die Cyber-Police als Rettungsanker?
The Long View – Der Hintergrund Unsere Gesellschaft wird immer digitaler. Kaum ein Bereich unseres Lebens ist nicht von der Digitalisierung erfasst. Damit gewinnt zugleich die Cyber-Sicherheit immer mehr an Bedeutung – besonders, aber nicht nur für Unternehmen. Es stellt sich somit die Frage: Wie kann sich ein Unternehmen vor Schäden durch Cyber-Vorfälle präventiv und versicherungsseitig schützen? Eine Police kann die Befolgung der gesetzlichen Anforderungen und ein gutes Risikomanagement nicht ersetzen.
Neue Positionen bei BHSI, Guy Carpenter und Vema
Leute – Aktuelle Personalien Berkshire Hathaway Specialty Insurance (BHSI) will hierzulande einer der führenden Financial Lines-Versicherer werden. Deshalb hat das Unternehmen die Position des Head of Executive and Professional Lines für Deutschland neu geschaffen, für die Besetzung ist BHSI bei Ergo fündig geworden. Außerdem: Guy Carpenter wirbt Jeffrey Livingston (Bild) beim Konkurrenten Willis Re für eine neu geschaffene Position ab. Bei der Versicherungsmakler-Genossenschaft Vema gibt es ebenfalls eine neue Stelle, und Willis Towers Watson hat einen IT-Experten von Guidewire geholt.
Kein Handlungsbedarf im PKV-Basistarif
Der gesundheitspolitische Sprecher der Linke-Bundestagsfraktion Achim Kessler kritisiert die Regierung für ihre Haltung zum sogenannten Basistarif. Anstatt auf Betroffene zu hören, mache sich Berlin das Märchen von Interessenverbänden zu eigen, dass es nur in wenigen Einzelfällen Probleme bei der medizinischen Behandlung gebe. Die Regierung schreibt in ihrer Antwort auf eine Anfrage von Kessler von einem lediglich geringen Beschwerdeaufkommen. Berlin sieht keinen Anlass, die kassenärztlichen Vereinigungen zu verpflichten, Listen von behandlungsbereiten Medizinern zu veröffentlichen.
Finleap holt Digitalteam von Wirecard
Der Fintech-Inkubator Finleap hat unter dem Namen „Finleap Forward“ ein neues Geschäftsfeld aufgebaut. Damit bietet sich das Berliner Unternehmen künftig Banken, Versicherern und mittelständischen Firmen aus der Finanzbranche als Digitalisierungshelfer an. Das Team, das für den Bereich zuständig ist, besteht bisher aus sechs Experten des insolventen Zahlungsdienstleisters Wirecard. Für die Leitung hat Finleap Jörn Leogrande gewonnen, den früheren Chef des Wirecard Innovation Labs.
Die Wiederauferstehung der Magdeburger
Was wirklich wichtig ist Klatsch, Tratsch und die wirklich wichtigen Informationen über Unternehmen und Manager – das gibt es am Kaffeeautomaten, auf dem Flur und hier. Heute: Die wundersame Wiederauferstehung der Magdeburger Versicherung, die es zwar seit 1992 nicht mehr gibt, die aber dennoch Trikotsponsor wird und zwar des türkischen Fußballklubs Galatasaray. Einige Leser baten uns um Aufklärung. Hier kommt sie.














