Der ADAC plant einen Großangriff im Rechtsschutzmarkt. Die ADAC Rechtsschutz Versicherung bietet künftig auch Berufs-, Wohn- und Privatrechtsschutz an. Bislang hat sich die Gesellschaft auf den Verkehrsrechtsschutz für ADAC-Mitglieder konzentriert. Sie ist eine hundertprozentige Tochter des ADAC, die ADAC Autoversicherung dagegen ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Zurich. Bei dem neuen Angebot ist der Verkehrsrechtsschutz obligatorisch. Mitglieder erhalten fünf Prozent Preisnachlass.
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Kfz: Produktbasiertes Geschäftsmodell hat sich überlebt
The Long View – Der Hintergrund Um in der Kfz-Versicherung auch in Zukunft erfolgreich zu sein, müssen die Gesellschaften ihr Geschäftsmodell ändern. Nur Kfz-Policen anzubieten, reicht nicht mehr aus, auch Telematik-Tarife werden die Branche nicht retten. Sie sind schwer zu vermarkten, das Abgreifen der Daten ist mühsam. Sinnvoller erscheint eine Verbreiterung des Geschäftsmodells wie es Allianz und HUK-Coburg mit Aktivitäten im Gebrauchtwagen-Segment vorgemacht haben. Auch ein Platz in digitalen Ökosystemen zur Mobilität erscheint aussichtsreich.
Mylife hat neuen Eigentümer
Der Lebensversicherer Mylife geht durch eine komplexe Transaktion an die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Inlife. Der bisherige Besitzer – ein Fonds der Beteiligungsgesellschaft Augur Capital – verkauft seine Anteile an ein Konsortium, zu dem Inlife gehört. Inlife hat sich bisher auf die Abwicklung von Liechtensteiner und Schweizer Lebensversicherern konzentriert und will mit Mylife nun auch in Deutschland in den Run-off-Markt einsteigen. Mylife soll aber auch weiterhin Netto-Lebenspolicen verkaufen.
Der Herzschrittmacher als Cyberrisiko
Die zunehmende Digitalisierung im Gesundheitswesen macht auch Medizinprodukte wie Herzschrittmacher oder EKG-Geräte zu potenziellen Angriffszielen von Cyberkriminellen. Bislang sind den Aufsichtsbehörden und den Versicherern noch keine Schadenfälle aus diesem Bereich bekannt. Das ändert aber nichts daran, dass Hersteller und Betreiber von Geräten wie Krankenhäuser das Bewusstsein für die Problematik schärfen und das Risikomanagement ausbauen müssen, sind sich Experten einig. In diesem Bereich gibt es noch großen Nachholbedarf, weiß auch Peter Gausmann von der Ecclesia-Tochter Gesellschaft für Risiko-Beratung. Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert, sei groß.
Versicherer Coya erhält BaFin-Lizenz
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat dem jungen Schaden- und Unfallversicherer Coya grünes Licht gegeben und die Versicherungslizenz erteilt. Damit ist der Weg frei für den Markteintritt der Berliner. Der Versicherer unter Leitung von Thomas Münkel will in den kommenden Wochen zunächst mit zwei Policen an den Start gehen, einer Hausrat- und einer Fahrradversicherung. Die BaFin hat bei dem rein digitalen Versicherer, der bald auch künstliche Intelligenz einsetzen will, genau hingeschaut. Im Unterschied zu anderen neuen Versicherern tritt Coya als Konkurrent auf, sucht also nicht die Kooperation mit den etablierten Versicherern.
EuGH: Kehrtwende bei vertraulichen BaFin-Unterlagen
Legal Eye – Die Rechtskolumne Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat sich am 19. Juni 2018 (Rechtssache C-15/16) in einer Grundsatzentscheidung zur Reichweite von Berufsgeheimnissen geäußert. Er hat entschieden, dass nicht alle Informationen, die Finanzmarktaufsichtsbehörden über überwachte Unternehmen erlangen, automatisch unter das Berufsgeheimnis fallen und vertraulich sind. Vielmehr sei es so, dass die Schutzwürdigkeit von Informationen mit der Zeit abnimmt. Nach einem Zeitraum von fünf Jahren sind demnach Informationen, die möglicherweise Geschäftsgeheimnisse waren, nicht mehr aktuell und deshalb nicht mehr automatisch vertraulich. Die Entscheidung kann auch Auswirkungen auf Versicherer haben.
Digital und grün
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Insurtechs, Solvency II-Konferenz des Insurance Europe-Verbands, GDV-Pressegespräch zu nachhaltigen Finanzierungen und Urteil des BGH zu Bewertungsreserven
PKV: Betriebliche Policen brauchen Steuerfreiheit
Der Gesetzgeber sollte endlich dafür sorgen, dass die Beiträge zur betrieblichen Krankenversicherung wieder steuerfrei werden, fordert die Spitze des Verbands der privaten Krankenversicherung (PKV) im aktuellen Rechenschaftsbericht. Die Hoffnung: Das würde dieses Mittel der Mitarbeitergewinnung und -bindung für Arbeitgeber noch attraktiver machen. Die betriebliche Krankenversicherung hat 2017 weiter zugelegt, wenn auch auf vergleichsweise niedrigem Niveau. In die Gegenrichtung entwickelte sich wieder das Kerngeschäftsfeld Vollversicherung. Der Bestand hat sich weiter verkleinert, erneut sind mehr Versicherte von der PKV in die gesetzliche Krankenversicherung gegangen als in die umgekehrte Richtung.
Wie der Deckel die Lebensversicherer retten könnte
Herbert Frommes Kolumne Trotz der Krise im Unionslager wegen der Asylpolitik wird in Berlin immer noch Fachpolitik gemacht. Dazu gehört das bislang nicht offiziell bestätigte Arbeitspapier der Regierung zur Zukunft der Lebensversicherung mit den Kernpunkten Erleichterung bei der Zinszusatzreserve, Provisionsdeckel, Run-off und Stärkung des Notfallfonds. Erneut machen Vermittlerverbände und manche Versicherer mobil gegen die Regierungspläne. Dabei kann nur ein Provisionsdeckel für die dringend erforderlichen Kostensenkungen sorgen und so den schleichenden Tod der Lebensversicherung verhindern.
Lemonade: Wir haben auch Probleme
Der US-Versicherer Lemonade räumt bei der Veröffentlichung seiner Halbjahreszahlen Fehler ein. Versicherungstechnisch sei das Start-up immer noch in den roten Zahlen, schreibt Gründer Shai Wininger. Auch beim Schadenmanagement gibt es Probleme. Konnte der Bot von Lemonade einen Schaden nicht bearbeiten, bräuchten die menschlichen Sachbearbeiter viel zu lange. Deshalb hat das Unternehmen den Prozess umgebaut und ein neues Team nur für die Kundenkommunikation während der Schadenbearbeitung eingestellt. Lemonade hat aktuell mehr als 200.000 Policen verkauft und im ersten Quartal 2018 rund 8 Mio. Euro Umsatz generiert.
Bancassurance mit Wachstumschancen
Zehn Jahre lang war das Allfinanzgeschäft aus der Mode, jetzt kommt es mit Macht zurück. Das war der Konsens einer Diskussionsrunde im Rahmen der Konferenz Digisurance in Berlin. Weil die Banken anhand von Transaktionen einen Wissensvorsprung beim Versicherungsbedarf der Kunden haben, sind sie gegenüber den Agenturen der Versicherer im Vorteil, sagte David Furtwängler, Hauptbevollmächtigter des Versicherers BNP Paribas Cardif in Deutschland. Die Assekuranz versucht, mit Anwendungen zu kontern, mit denen sich nicht nur Versicherungen, sondern auch Kapitalanlagen und Konten verwalten lassen.
Private Pflegeversicherung wird teurer
In der privaten Krankenversicherung (PKV) werden die Prämien für die Pflegepflichtversicherung deutlich steigen. Der Vorsitzende des PKV-Verbands Uwe Laue rechnet mit einer Anhebung um 20 Prozent bis 30 Prozent. Grund sind die Leistungsausweitungen für Pflegebedürftige und die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geplante Schaffung neuer Pflegestellen. Im juristischen Streit über die Rolle der Treuhänder bei Beitragsanpassungen in der PKV erwartet Laue, dass der Bundesgerichtshof die Position der Branche teilt und das bisher praktizierte Verfahren für rechtmäßig erklärt.
Munich Re tut sich mit Kuka und Porsche zusammen
Der Rückversicherer Munich Re, Roboterbauer Kuka und die Porsche-Beratungstochter MHP wollen zusammen neue Lösungen für die industrielle Produktion der Zukunft anbieten. Unternehmen sollen Anlagen ganz oder teilweise als Serviceleistung nutzen können. Kuka stellt die Roboter, die Auto-affine MHP koordiniert das Projekt und Munich Re liefert Finanzierung, Risikobeurteilung, Schadenerfahrung und Versicherung. Eine Testanlage, mit der die drei Firmen ihr System verkaufen wollen, haben sie am Mittwochabend in München eröffnet.
PKV fordert Gleichbehandlung für Privatversicherte
Die privaten Krankenversicherer (PKV) sehen die Politik in der Pflicht, endlich Verbesserungen für die Privatversicherten auf den Weg zu bringen. Da die PKV Teil des sozialen Sicherungssystems ist, dürften sich Maßnahmen zur Entlastung der Versicherten nicht ausschließlich auf die gesetzliche Krankenversicherung beschränken, betonte der Vorsitzende des PKV-Verbands Uwe Laue auf der PKV-Jahrestagung in Berlin. Dringenden Handlungsbedarf sieht er vor allem bei den Mechanismen für Beitragsanpassungen.
Lucius wird Chef von Heubeck
Leute – Aktuelle Personalien Der Mathematiker Friedemann Lucius (Bild) wird zum 1. Oktober neuer Vorstandsvorsitzender des Beratungshauses Heubeck, das sich auf betriebliche Altersversorgung spezialisiert hat. Der 50-jährige Lucius ist bereits seit fünf Jahren im Vorstand des Unternehmens und folgt auf Richard Herrmann, der in den Ruhestand geht. Außerdem holt sich die Wefox-Gruppe mit Spiros Margaris einen international erfahrenen Fintech-Experten in den Beirat. Die Gothaer bekommt mit Thomas Berg einen neuen Leiter für den Exklusivvertrieb, Axa-Chef Thomas Buberl ist neuer Vorsitzender der Lobbyorganisation Pan European Insurance Forum und bei der Axa Schweiz wird Philipp Wolfensberger neuer Leiter des Bereichs Gesundheitsvorsorge. […]














