Das Provisionsabgabeverbot sollte nach Ansicht des Rechtswissenschaftlers Christoph Brömmelmeyer ersatzlos abgeschafft werden. Die Regelung schränke nicht nur den Wettbewerb ein, sie sei auch rechtlich nicht ausreichend legitimiert und wiederspreche dem Leitbild des zu vernünftigen Entscheidungen fähigen Verbrauchers, sagte er auf einer Veranstaltung in Berlin. Das Provisionsabgabeverbot läuft nach derzeitigem Stand 2017 aus. Befürworter des Verbots hoffen auf eine Festschreibung im Rahmen der Umsetzung der Vermittlerrichtlinie IDD in deutsches Recht.
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Marktanteile: Allianz gewinnt, Generali und Ergo verlieren
Die neuesten Marktanteilsstatistiken des Kölner Instituts für Versicherungsinformation (Kivi) zeigen klare Trends: Die Allianz, die öffentlichen Versicherer und die R+V gewinnen teils deutlich hinzu. Auch Talanx, HUK-Coburg, Zurich und Gothaer legen zu. Bei Generali und Ergo gibt es – teils gewollt – Rückgänge bei den Marktanteilen. Haupttreiber ist die Lebensversicherung. Naturgemäß können die Zahlen bislang nur das Jahr 2014 abbilden, Daten für 2015 liegen noch nicht vor. Vor allem der Langzeitvergleich über acht Jahre und die Detail-Tabelle für das Jahr 2014 sind spannend.
Diamanten: Mit Blockchain gegen Versicherungsbetrug
Die Blockchain-Technologie, auf der die Internetwährung Bitcoin fußt, kann auch für Versicherer von Nutzen sein. Das Londoner Start-up Everledger will mithilfe der digitalen Datenbank ein fälschungssicheres, elektronisches Herkunftsregister für Diamanten in aller Welt schaffen. Es soll unter anderem helfen, Versicherungsbetrug zu verhindern. Eine Reihe von Versicherern interessiert sich bereits für das Projekt, darunter die Allianz.
USA: Neue Spielregeln für den D&O-Schutz
Legal Eye – Die Rechtskolumne Die Klage des US-Justizministeriums gegen Volkswagen hat eine bisher in Deutschland kaum bemerkte Verschärfung der Regeln bei Fehlverhalten von Managern in den Blickpunkt gerückt. Die sogenannte Yates-Richtlinie erfordert eine Anpassung der D&O-Deckung. Das gilt auch für deutsche Manager, die in den USA tätig sind.
Haftpflicht: Neue und alte Welt
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Euroforum Haftpflicht-Konferenz in Hamburg.
Großmakler: Willis Towers zeigt die Zukunft
Herbert Frommes Kolumne Der Zusammenschluss des Maklers Willis mit der Unternehmensberatung Towers Watson ging keineswegs glatt. Aggressive Aktionäre hinterfragten den Zweck und vor allem die Bedingungen, zu denen die Milliardenfusion eingestielt wurde. Jetzt ist sie unter Dach und Fach – und sollte von der Branche mit großer Aufmerksamkeit verfolgt werden. Denn inhaltlich übernimmt nicht der Makler den Berater, sondern umgekehrt. Das könnte einen wichtigen Trend für die Großmakler zeigen: weg vom Provisionsgeschäft, hin zur echten Unternehmensberatung.
Generali verlagert Betriebsaktivitäten
Die deutsche Generali fasst nach Informationen von Versicherungsmonitor und Süddeutscher Zeitung Teile ihrer Betriebsaktivitäten in einem neuen Standort in Ostdeutschland – sehr wahrscheinlich Leipzig – zusammen. Betroffen sind Mitarbeiter in Hamburg, Köln, Saarbrücken und München. Der Schritt ist Teil des Kostensenkungsprogramms mit dem Deutschlandchef Giovanni Liverani den zweitgrößten Versicherer des Landes für die veränderte Marktsituation fit machen und den Kostennachteil gegenüber Wettbewerbern aufholen will.
Wer ist schuld am schlechten Ruf der Versicherer?
The Long View – Der Hintergrund Das Image der Versicherungswirtschaft ist schlecht, aber woran liegt das? Die Branche hat vor allem ein Problem bei den meinungsbildenden Eliten. Die Mehrheit der Menschen dagegen hat kein Problem mit ihren Versicherungen. Die Reputationsprobleme der Versicherungswirtschaft sind verordnet. Ein bestimmtes Milieu ist der Meinung, dass die Menschen ein Problem mit der Versicherungswirtschaft haben sollen.
Allianz: BGH kippt intransparente Riester-Klauseln
Nachdem bereits das Landgericht und das Oberlandesgericht Stuttgart Klauseln der Allianz zur Überschussbeteiligung bei Riester-Verträgen für unwirksam erklärt haben, hat sich nun auch der Bundesgerichtshof diesem Urteil angeschlossen. Die Klauseln erwecken laut Gericht den Eindruck, dass alle Kunden Anspruch auf eine Beteiligung an den Kostenüberschüssen haben, obwohl das nur für Verträge mit einem Garantiekapital ab 40.000 Euro gilt. Nach Angaben der Allianz sind rund 260.000 Policen betroffen, denen der Versicherer nachträglich bereits jeweils rund 10 Euro gutgeschrieben hat.
Hufeld: Lebensversicherer müssen handeln
BaFin-Präsident Felix Hufeld hat die Lebensversicherer aufgefordert, Kosten zu senken und andere Lösungen für die Probleme zu finden, die ihnen durch die Niedrigzinsen entstehen. Hufeld sagte, die Zinszusatzreserve betrage jetzt 32 Mrd. Euro, 10 Mrd. Euro mehr als vor einem Jahr. Aber weder die Zinszusatzreserve noch Übergangsmaßnahmen zu Solvency II lösen nach Hufelds Worten die Probleme, sie bringen lediglich Zeit. Er skizzierte beim Neujahrsempfang auch die Positionen der BaFin zu FinTechs, Run-off-Plattformen und zum hausinternen Verbraucherschutz.
Betriebsunterbrechungen machen am meisten Angst
Versicherungsexperten weltweit fürchten kein anderes Risiko so sehr wie Betriebsunterbrechungen. Das zeigt eine aktuelle Befragung des Industrieversicherers AGCS. Auf Platz zwei und drei folgen Marktentwicklungen und Cyberrisiken. Feuer, Explosionen und Naturkatastrophen spielen im Vergleich zum Vorjahr eine geringere Rolle.
Industrieversicherer bleiben unter Druck
Die Industrieversicherer müssen auch 2016 mit niedrigen Preisen kämpfen. Die Kapazität ist weiterhin hoch, damit bleibt der Druck auf die Prämien erhalten, sagte Reiner Siebert, Vorstand der Lufthansa-Versicherungstochter Delvag, auf dem Neujahrsempfang von Mapfre Global Risks. Auch in der Luftfahrt- und Transportversicherung bleiben die Preise trotz hoher Schäden niedrig, sagte Siebert.
Axa nimmt sich die Rentenphase vor
Klassische Lebensversicherungen mit Garantiezins werden für Anbieter und Kunden immer unattraktiver. In den vergangenen Jahren haben viele Gesellschaften daher neuartige Policen auf den Markt gebracht. Sie konzentrierten sich dabei vor allem auf Innovationen in der Ansparphase. Der Versicherer Axa bezieht jetzt die Rentenphase ein: Auch hier sollen Kunden künftig durch eine Indexbeteiligung noch am Kapitalmarkt partizipieren können, zudem sind Entnahmen, Zuzahlungen und eine Variation der Rentenhöhe möglich.
Stockhorst wird neuer Chef bei Ergo Direkt
Leute – Aktuelle Personalien Die berufliche Auszeit von Peter Stockhorst währte nur kurz. Der Manager, der Ende des vergangenen Jahres den Chefsessel bei Cosmos Direkt verlassen hat, wird am 15. Januar Vorstandsvorsitzender der Ergo Direkt Versicherungen. Dort folgt er auf Ergo-Vorstand Daniel von Borries, der sich künftig wieder auf das Kapitalanlagen-Management der Gruppe konzentrieren wird.
Ergo Leben-Vorstand: Einer geht, zwei kommen
Leute – Aktuelle Personalien Johannes Lörper, Vorstand der Ergo Lebensversicherung, hat angekündigt, Ende 2016 in den Ruhestand zugehen. Seine Aufgaben werden ab Mai 2016 Michael Fauser, zurzeit Continentale, und Max Happacher, noch Allianz, übernehmen. Außerdem: Axa beruft Laurence Boone zur Chefökonomin und Head of Research bei Axa Investment Managers. Bei der Dual Austria wurde Hannes Puchner zum Geschäftsführer ernannt, Ablavi Schmidt-Zango, Michael Moersch und Olaf Jonda steigen zu Prokuristen auf.















