Archiv ‘BaFin’

Astra Direct empört mit fragwürdigem Bündelangebot

Der Schließfachaufsteller Astra Direct ist spätestens seit 2015 kein unbeschriebenes Blatt mehr. Damals verkaufte die Mannheimer Gesellschaft ohne erforderliche BaFin-Lizenz Versicherungen für ihre Schließfächer. Die Finanzaufsicht reagierte mit einem Verbot. Seit September 2016 vermittelt die Astra Direct über ihre Tochter Astra Direct Versicherungen auf legalem Wege ihre Policen. Doch der junge Versicherer sorgt mit einem fragwürdigen Bündelangebot und unverständlichen Klauseln erneut für Aufregung.

FDP und Aon: Staat soll bei D&O handeln

Die FDP-Bundestagsfraktion hat eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung in Sachen D&O-Versicherung gerichtet. Sie verlangt Informationen über den Zustand der Sparte und zu möglichen Auswirkungen auf die Wirtschaft – gerade in Covid-Zeiten. Indirekt verlangt die Partei gesetzgeberische oder regulatorische Schritte der Regierung oder der BaFin. Führende Manager des Maklers Aon begrüßen den Vorstoß öffentlich in sozialen Medien, sie können sich einen staatlich gestützten D&O-Pool sowie Haftungserleichterungen vorstellen.

Allianz: Wir wollen niemals verkaufen

Angesichts Niedrigzinsphase und Corona-Krise denkt manch ein Lebensversicherer darüber nach, Altverträge mit hohen Garantiezins-Lasten an einen externen Abwickler zu verkaufen. Die Allianz werde das niemals machen, betonte Vorstand Andreas Wimmer beim „Bayerischen Finanzgipfel“ der Süddeutschen Zeitung. Der Versicherer hatte kürzlich die Schließung seiner Pensionskasse für das Neugeschäft angekündigt – und das Garantieniveau für Lebensversicherungskunden gekürzt. Obwohl viele Anbieter diesem Schritt gefolgt sind, gibt es immer noch einige Versicherer, die im Neugeschäft zu hohe Garantiezinsen versprechen, moniert BaFin-Chef Felix Hufeld.

Grund warnt vor zu hohen Garantiezusagen

Die deutschen Lebensversicherer sollten bei ihren Garantiezusagen gegenüber Kunden Vorsicht walten lassen, warnte Frank Grund, der oberste Versicherungsaufseher der Finanzaufsicht BaFin. Weiterhin geben viele Versicherer Garantiezusagen in Höhe des Höchstrechnungszinses von 0,9 Prozent. Die BaFin sieht das kritisch und will genau hinschauen, ob die Versicherer diese Versprechen stemmen können. Grund sieht die verantwortlichen Aktuare besonders in der Pflicht.

IT-Risiken: „Noch Luft nach oben“

Die BaFin hat die Umsetzung der versicherungsrechtlichen Anforderungen an die IT (VAIT) bei einer Reihe von Versicherern überprüft und teils erhebliche Mängel festgestellt. Demnach sind einige Versicherer nur eingeschränkt zur Steuerung von Informationsrisiken fähig, und es fehlt an Automatismen, um Sicherheitsvorfälle rasch zu erkennen. Schwächen fand die Aufsicht auch bei der Vergabe von Benutzerrechten und dem Management von IT-Risiken bei externen Dienstleistern. Die Aufsicht appelliert an die Branche, die Vorgaben umfassend umzusetzen.

Finanzministerium pocht auf BaFin-Vermittleraufsicht

Die Übertragung der Aufsicht über Finanzanlagenvermittler auf die BaFin bleibt das Ziel der Regierung. Das schreibt das SPD-geführte Bundesfinanzministerium (BMF) in seiner Antwort auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Stefan Liebich (Linke). Die Vermittler sind strikt gegen das Vorhaben. Durch den Wirecard-Skandal sehen sie sich in ihrer kritischen Haltung bestärkt. Liebich spricht sich dagegen gerade deshalb für die Übertragung aus. Allerdings ist sie innerhalb der Koalition umstritten.

BaFin sorgt sich um langfristige Corona-Folgen

Die Corona-Krise hat die Lebensversicherer bei der Kapitalanlage stark getroffen, bei vielen Anbietern hat sich die Lage aber relativ schnell wieder entspannt. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin befürchtet allerdings, dass die langfristigen Folgen der Krise bei den Anbietern zu Belastungen führen könnten, beispielsweise durch Firmeninsolvenzen, Anleiheausfälle und eine schlechtere wirtschaftliche Lage der Kunden. Auch ein Anstieg der Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeitsversicherung sei denkbar, sagte Guido Werner vom BaFin-Grundsatzreferat Lebensversicherung auf einer Fachveranstaltung. Sorge bereiten den Aufsehern nach wie vor die Zinsgarantien, und zwar nicht nur im Bestand, sondern auch im Neugeschäft.

Struktureller Reformbedarf bei Betriebsrenten

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Die Leistungsfähigkeit der betrieblichen Altersversorgung (bAV) steht auf dem Prüfstand. BaFin und Gesetzgeber haben bei Pensionskassen bereits mit Appellen an Trägerunternehmen zur Leistung von Sonderzuwendungen und mit der Einbeziehung der Subsidiärhaftung des Arbeitgebers in die gesetzliche Insolvenzsicherung reagiert. Maßnahmen zur Stärkung der bAV dürfen sich aber nicht nur in der Symptombehandlung erschöpfen. Erforderlich sind strukturelle Änderungen, damit das System dauerhaft tragfähig bleibt.

BaFin verbietet Check24 indirektes Versicherungsgeschäft

Das Vergleichsportal Check24 darf Kreditkunden nicht versprechen, ihre Monatsraten zu übernehmen, sollten sie arbeitslos werden. Das hat die Finanzaufsicht BaFin erklärt und eine Einstellung dieses Versicherungsgeschäfts angeordnet. Die Aktion „Kreditairbag“ des Vergleichsportals mutet wie eine Restschuldpolice an, als Vermittler darf Check24 aber nicht selbst das Versicherungsrisiko tragen. Vermittler dürfte die Anordnung freuen, sie wettern seit Langem gegen Check24.

BaFin will mehr Informationen über Corona

Frank Grund, Versicherungsaufseher der BaFin, fordert mehr Informationen von den Versicherern, wie sich die Corona-Krise auf sie auswirkt. Entsprechende Erklärungen habe er in den aktuellen SFCR-Berichten ebenso vermisst wie in den ORSA-Berichten unter Solvency II, monierte er bei einer Altersvorsorge-Konferenz der Süddeutschen Zeitung. Grund zeigte sich optimistisch, dass alle Lebensversicherer trotz Krise ihre Verpflichtungen erfüllen können.

BaFin: Restschuld weiter hoch provisioniert

Die Provisionszahlungen auf Restschuldversicherungen sind trotz der öffentlichen Diskussion kaum nennenswert gesunken. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Marktuntersuchung der Finanzaufsicht BaFin zu den Policen, die Banken zur Absicherung von Ratenkrediten vertreiben. Damit gelten weiter die Aussagen der Vorgängerstudie, nach der Provisionssätze von 50 Prozent des Beitrags keine Seltenheit sind. Der vom Bundesfinanzministerium geplante Provisionsdeckel lässt derweil weiter auf sich warten.

Solvency II-Review: Kommt die Gläubigerbeteiligung?

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Im Rahmen des Solvency II-Reviews 2020 strebt die Europäische Versicherungsaufsicht Eiopa die Einführung einer präventiven Sanierungs- und Abwicklungsplanung im Wege der Mindestharmonisierung an. Die Aufsichtsbehörden sollen frühzeitige Interventionsbefugnisse erhalten. Außerdem sollen Gläubiger, einschließlich Versicherte, zur Stabilisierung eines Versicherers beitragen müssen. Frühere Entwicklungen im Bankensektor werden so in der Versicherungsbranche nachgeholt.

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