Herbert Frommes Kolumne Ein Blick in die Zukunft: Auch am zweiten Weihnachtstag hatte sich die Skatrunde aus früheren Versicherungsvorständen in der Seniorenresidenz „Pecunia Non Olet“ im Münchener Vorort Grünwald zusammengesetzt, so wie jeden Samstag. Aber die Stimmung war nicht so gut an diesem 26. Dezember 2030. Denn gerade war die Nachricht gekommen, dass die chinesischen Eigner der Allianz-Gruppe die Pensionen der Ex-Vorstände drastisch beschneiden wollten. Auch wurde mancher prominente Weihnachtsbesucher vermisst, der in früheren Jahren immer gekommen war.
Archiv ‘Digitalisierung’
Digitalisierung – eine schöne Bescherung
Meinung am Mittwoch Dieses Jahr liegt unter dem Weihnachtsbaum der Versicherungsbranche ein ganz besonderes Paket. Die Zeiten der miefigen Aktenordner und verstaubten Amtsstuben sollen vorbei sein, die Digitalisierung ist da – eine schöne Bescherung? Sie kann in der Versicherungsbranche vieles erleichtern, die Kommunikation zwischen Versicherern, Vermittlern und Kunden verbessern und zu einer Zeit- und Kostenersparnis führen. Eine Fehlerquelle ist und bleibt aber auch hier der Mensch.
Keine Angst vor dem Robo-Berater
The Long View – Der Hintergrund Der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Beratung von Kunden wird in der Assekuranz heiß diskutiert. Vor allem Vermittlern ist nicht ganz wohl dabei, viele fürchten, durch die neue Technik überflüssig zu werden. Doch soweit muss es nicht kommen. Wenn der Vertrieb es schafft, die Digitalisierung als unterstützendes Instrument für Kundenzugang, Kundenberatung und die Vertriebsprozesse zu verstehen, steht es durchaus positiv um die Zukunft der Agenten.
Der perfekte Sturm
Herbert Frommes Kolumne 2016 verspricht, ein höchst interessantes Jahr für die Versicherungswirtschaft zu werden. Die Gemengelage aus niedrigen Zinsen, einem Überangebot an Kapital, dem scharf geschalteten Regelwerk Solvency II und dringendem Investitionsbedarf durch die Digitalisierung ist brandgefährlich. Bald wird sich herausstellen, welche Gesellschaft wetterfest ist und welche nicht.
Zurich investiert kräftig in Digitalisierung
Die deutsche Zurich-Gruppe investiert in den kommenden Jahren mehr als 200 Mio. Euro in den digitalen Umbau. Außerdem will das Unternehmen seine komplexe Struktur deutlich vereinfachen. Nach Angaben von Deutschlandchef Ralph Brand steht der Mietvertrag für die neuen Gebäude, die in Köln errichtet werden (Bild), kurz vor der Unterschrift. In der klassischen Lebensversicherung, die nur noch einen kleinen Teil des Neugeschäfts ausmacht, senkt die Zurich die Überschussbeteiligung um einen halben Prozentpunkt auf 2,3 Prozent.
Investoren planen PKV-Neugründung
Eine Investorengruppe mit großer Erfahrung bei Internetunternehmen plant die Gründung eines digitalen privaten Krankenversicherers in Deutschland. Die neue Gesellschaft soll 2017 an den Start gehen und vor allem die Krankenvollversicherung und die private Pflegeversicherung anbieten, Zusatzversicherungen spielen eine kleinere Rolle. Das neue Unternehmen will seine Kunden eng begleiten, dabei ist die Smartphone-App das Hauptkommunikationsmittel. Vorbild für die Neugründung ist der US-Krankenversicherer Oscar, an dem sich vor kurzem Google beteiligt hat.
Versicherer im Digitalisierungswahn
Medienanalyse Die deutschen Versicherer, seit jeher nicht der Inbegriff von Innovationskraft, übertreffen sich in diesem Herbst mit groß angelegten Strategieplänen. Digitalisierung heißt der fahrende Zug, auf den die Unternehmen in diesen Tagen aufspringen – teilweise aus weitsichtiger Überzeugung, teilweise aus Furcht, er könnte bald abgefahren sein. Im Fokus der Medien standen angesichts der Wechselsaison in der Kfz-Versicherung in den vergangenen Wochen insbesondere Telematik-Tarife. Immer mehr Anbieter sehen in den Produkten ein Mittel, um die Kundenorientierung zu steigern.
Swiss Re: Big Data verändert Lebensversicherung
Neue Technologien und immer mehr digitale Daten über Kunden werden die Lebensversicherung revolutionieren, erwartet der Rückversicherer Swiss Re in seiner neuen Sigma Studie. Damit könnten die Versicherer die Risikoprüfung deutlich effizienter machen. Bislang nutzt die Assekuranz die neuen Möglichkeiten aber noch weniger als andere Branchen, so der Konzern. Die technische Entwicklung birgt auch Risiken. Lebensversicherer müssen Kundendaten besser schützen und sich Gedanken über den Umgang mit neuen Akteuren machen.
Eiopa sieht Big Data zwiespältig
Die europäische Versicherungsaufsicht hat einen Bericht über die wichtigsten Verbrauchertrends im Versicherungsbereich vorgelegt. Dazu zählt natürlich auch die Nutzung von Big Data. Eiopa sieht darin Vorteile für Verbraucher, aber auch Gefahren. Die Aufsichtsbehörde will das Thema im kommenden Jahr genauer unter die Lupe nehmen.
Gothaer baut Lebensversicherer um
Der Kölner Versicherer Gothaer baut seine Lebensversicherung radikal um. Ab 2016 will er mit neuen Lebensversicherungsangeboten punkten, darunter ein klassisches Angebot ohne laufende Gutschrift, aber mit Garantiezins bei Fälligkeit. Die Produkte sollen online, per Telefon und beim Vertreter angeboten werden. Als laufenden Überschuss deklariert die Gothaer für 2016 2,5 Prozent, nach 3,1 Prozent. Im Schadenbereich zielt das Unternehmen auf wohlhabende Privatpersonen sowie kleine und mittelgroße Unternehmen und bringt für sie auch eine Cyberpolice auf den Markt.
Rieß bereitet Ergo auf Umbau und Kostensenkung vor
Seit zwei Monaten ist Markus Rieß Chef der Ergo. Jetzt hat er zum ersten Mal der Belegschaft mitgeteilt, wo er seine Schwerpunkte in den kommenden Monaten sieht. Das Schreiben ist lang, bleibt aber unkonkret und ist in manchen Teilen kryptisch. Klar ist: Ergo will den Gewinn erhöhen, die Marktanteilsverluste stoppen, die Kosten senken, die Struktur vereinfachen und die Digitalisierung voranbringen. Über mögliche Auswirkungen auf Arbeitsplätze sagt das Papier nichts. Im Ausland fährt das Unternehmen eine differenzierte Strategie – Zukäufe in Asien, Konsolidierung in Osteuropa.
Dokumentiert: Die Mail von Ergo-Chef Rieß
Dokumentation In einem Schreiben an Mitarbeiter und Vertreter stimmt Ergo-Chef Markus Rieß Belegschaft und Vertriebe auf die anstehenden Veränderungen im Unternehmen ein. Seit zwei Monaten ist der frühere Chef der Allianz Deutschland in Düsseldorf, zusätzlich zu seiner Rolle als Vorstand der Muttergesellschaft Munich Re. Konkrete Umsetzungsschritte nennt Rieß noch nicht, es bleibt bei allgemeineren Ankündigungen. Im Folgenden dokumentiert der Versicherungsmonitor das Schreiben des Ergo-Chefs.
Zurich: Digitalisierung aus Kundensicht
Versicherer gehen die digitale Transformation ihrer Unternehmen momentan noch nicht richtig an, glaubt Ulrich Mitzlaff, operativer Chef des deutschen Lebensversicherungsgeschäfts der Zurich. Sie müssten stärker den Blickwinkel des Kunden einnehmen, forderte er auf einer Konferenz der Universität St. Gallen in Bonn. Er ermutigte die Branche zu mehr ergebnisoffenen Projekten im Bereich Digitalisierung. Auch Scheitern müsse erlaubt sein. Vom Einsatz künstlicher Intelligenz zur Analyse der Kundenkommunikation verspricht er sich dagegen nur geringe Zugewinne.
Axa sucht Parkplätze und wächst
Der deutsche Axa-Konzern baut seine digitalen Projekte und Partnerschaften aus. In diesen Tagen startet der neue Telematik-Tarif in der Autoversicherung, der nur auf dem Smartphone beruht und ohne Blackbox auskommt. In Düsseldorf hat sich der Versicherer mit Evopark zusammengetan und bietet eine Online-Parkplatzsuche. Deutschlandchef Thomas Buberl denkt auch über eine Auflösung der traditionellen Arbeitsplätze nach. Mit den Wachstumszahlen 2015 ist er zufrieden, 2016 werde „herausfordernd“.












