Archiv ‘Digitalisierung’

Vom Regulierer zum Lösungsanbieter

Die Schadenbearbeitung ist für viele Versicherer eine Bewährungsprobe. Die Geschwindigkeit und Kundenfreundlichkeit bei der Regulierung von Schäden können über die Loyalität des Versicherungsnehmers entscheiden. Das berichtet die Beratungsfirma Bain & Company in einer aktuellen Studie. Private Sachversicherer könnten durch den Aufbau von Dienstleistungsnetzwerken, den Ausbau ihrer technologischen Infrastruktur und die effiziente Verteilung von Arbeitsmitteln ihre Gesamtkosten um bis zu fünf Prozent senken. Die Risikoträger müssen vom Schadenregulierer zum Lösungsanbieter werden, mahnt der Berater.

Das Problem sind die Kernversicherungssysteme

 The Long View – Der Hintergrund  Bei vielen Versicherern besteht dringender Handlungsbedarf, was die Modernisierung der Kernsysteme anbelangt. Die Standardsoftware, die es am Markt gibt, ist aber nicht allein in der Lage, die digitale Transformation zu bewältigen. Die gängigen Angebote an Standardsoftware sind für die große Mehrheit an kleinen und mittelständischen Versicherern auch schlichtweg nicht bezahlbar. Bei der Auswahl eines Kernsystem-Anbieters sollten die Gesellschaften vor allem auf die Integrationsfähigkeit der Software achten.

Ergo: Einfach mal ausprobieren

Mit einer neuen Police, die alle wesentlichen Risiken eines jungen und urbanen Menschen abdeckt, will die Munich Re-Tochter Ergo bei der online-affinen Zielgruppe punkten. Die Versicherung ist der neueste Testballon auf der Online-Plattform des Versicherers namens Innosure.me. Hier experimentiert die Gesellschaft mit Policen, die später in das Sortiment der Online-Marke Nexible oder direkt zu Ergo wechseln können, wenn sie sich als erfolgreich erweisen. Digitalchef Mark Klein erklärt im Interview mit dem Versicherungsmonitor, wie der Versicherer dabei vorgeht und welche Policen sich besonders großer Beliebtheit erfreuen.

Herbert Fromme

Einmal die Allianz loben

 Herbert Frommes Kolumne  Die Allianz SE kommt mit einem eigenen digitalen Autoversicherer auf den Markt. Zurecht sehen das die Landesgesellschaften als Konkurrenz. Sie müssen beweisen, dass auch sie digital gut sind und ihre etablierten Vertriebswege beruhigen. Das macht Allianz-Deutschlandchef Klaus-Peter Röhler ganz geschickt mit seiner Pressemitteilung zu den Halbjahreszahlen der deutschen Gruppe. Dabei hat er in einem Punkt wirklich recht: Mit der neuen Homepage allianz.de ist den Münchenern ein großer Wurf gelungen.

Wenig Bewegung bei den Vertriebswegen

Einfirmenvermittler bleiben mit Abstand der wichtigste Vertriebsweg für Versicherungspolicen, in der privaten Krankenversicherung kommt mehr als jede zweite Police über sie. An zweiter Stelle folgen in allen Sparten die Makler. Der Direktvertrieb spielt nur in der Kfz-Versicherung für das Neugeschäft eine nennenswerte Rolle – ebenso wie der Verkauf über die Bankschalter in der Lebensversicherung. Das zeigt die vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft veröffentlichte Vertriebswegestatistik für das Jahr 2018.

Digitale Erfolgsmeldungen der Allianz

Deutschlands größter Versicherer Allianz hat im ersten Halbjahr ein Plus von 15 Prozent bei den Beitragseinnahmen erreicht und damit seinen Marktanteil weiter ausgebaut. Deutschlandchef Klaus-Peter Röhler führt das vor allem darauf zurück, dass es der Allianz gelungen sei, die digitale Weiterentwicklung mit persönlichem Kundenservice zu kombinieren. Der Lebensversicherer war mit einem Plus von 24,8 Prozent erneut der größte Wachstumsbringer. In der privaten Krankenversicherung musste die Gruppe einen deutlichen Rückgang des operativen Gewinns hinnehmen.

Neustart der IT im laufenden Betrieb

 Meinung am Mittwoch  Der Erfolg im digitalen Zeitalter basiert auch im Versicherungsgeschäft auf einer leistungsstarken IT. Anders als neue Wettbewerber können etablierte Anbieter solch eine moderne Infrastruktur allerdings nicht einfach auf der grünen Wiese errichten. Doch auch ein Umbau der bestehenden IT-Architektur kann gelingen. Dabei sollte der Fokus auf die drängendsten Kundenbedürfnisse sowie auf die intelligente Einbindung bewährter Legacy-Systeme gelegt werden.

Mit der App Motorräder sicherer machen

Schon 2020 will das französische Start-up Liberty Rider mit seiner App, die das Motorradfahren sicherer machen soll, nach Deutschland kommen. Die App will Liberty Rider zusammen mit einer Reihe französischer Versicherer vertreiben, über das Vertriebsmodell im Rest Europas macht das Unternehmen aus Toulouse noch keine Angaben. Jetzt wollen die Gründer die App auch für Fahrradfahrer nutzbar machen und weitere Ergänzungen einbauen.

Grund: Krise der Lebensversicherer nicht vorbei

Versicherungsaufseher Frank Grund sieht die Krise der Lebensversicherer noch nicht ausgestanden. Die Zinsstrukturkurve, mit der die Unternehmen ihre Rückstellungen berechnen, hat ihren historisch niedrigsten Stand erreicht. Das könnte dazu führen, dass die Zahl der Versicherer unter intensivierter Aufsicht der BaFin wieder ansteigt, erklärt Grund im Interview mit der Süddeutschen Zeitung und dem Versicherungsmonitor. Zudem spricht er über Pensionskassen, die Überarbeitung des Aufsichtsregimes Solvency II, den geplanten Provisionsdeckel, Run-off und Cyberrisiken.

Vertreter: „Münchener Ignoranz“ bei der Allianz

Unter den Allianz-Vertretern wächst die Unzufriedenheit. Dabei geht es nicht ums Geld – die meisten von ihnen haben in den vergangenen Jahren deutlich mehr verdient, weil der Konzern kräftig wächst. Grund für die Verärgerung sind Probleme in der IT und mit dem Innendienst. Vor allem in der Allianz Privaten Krankenversicherung und in manchen Teilen der Sachversicherung, zum Beispiel Tierkrankenpolicen, gibt es Probleme. Bei der APKV habe es inzwischen überwundene Bearbeitungsrückstände gegeben, erklärt Vorstandsmitglied Joachim Müller. Probleme in anderen Sparten sieht er als Einzelfälle, die auch durch das starke Wachstum der Allianz entstanden seien.

Ergo investiert in Gesundheits-Start-up

Der zur Munich Re gehörende Versicherer Ergo hat sich über seinen neuen Wagniskapitalfonds an einer 550 Mio. Dollar schweren Kapitalspritze für das britische E-Health-Start-up Babylon beteiligt. Neben der Ergo sind unter anderem auch der staatliche Investmentfonds von Saudi-Arabien und ein großer US-Krankenversicherer beteiligt. Das mit 2 Mrd. Dollar bewertete Unternehmen, das mit dem Versicherer Prudential und dem britischen Gesundheitssystem NHS zusammenarbeitet, zählt zu den sogenannten Einhörnern der Branche. Ergo kann sich vorstellen, mit dem Telemedizin-Anbieter in Deutschland gemeinsame Sache zu machen.

China wird größter Insurtech-Markt

Die chinesische Versicherungswirtschaft boomt dank Versicherern wie Ping An, Zhong An und Anbang. Dennoch sieht auch die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt immer noch Luft nach oben. Etablierte Versicherer sollten mit Insurtechs kooperieren, um von deren technologischen Know-how zu profitieren, heißt es in einer Studie des chinesischen Versicherers Zhong An und des Wirtschaftsprüfers KPMG. Gemeinsam seien Versicherer und Insurtechs in der Lage, die Wertschöpfungskette der Versicherungsbranche in ihrem Kern so zu verändern, dass sie zukunftsfähig wird.

Wachwechsel bei Guidewire

 Leute – Aktuelle Personalien  Der US-Softwarehersteller Guidewire hat einen neuen Chef. Mike Rosenbaum, bislang im Management des Software- und Cloudanbieters Salesforce, löst den 45-jährigen Gründer Marcus Ryu ab, der als Chairman im Unternehmen bleibt. Ryu habe den Wechsel selbst veranlasst, sagte er in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Guidewire gehört weltweit zu den größten Anbietern von Software für Schaden- und Unfallversicherer. Es gibt bereits eine Kooperation mit Salesforce, die ausgebaut werden könnte.

WordPress Cookie-Hinweis von Real Cookie Banner