Archiv ‘Eiopa’

Whistleblowing 2.0?

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Versicherer sind schon seit mehr als fünf Jahren dazu verpflichtet, einen Prozess einzurichten, der es ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen unter Wahrung der Vertraulichkeit ihrer Identität ermöglicht, potenzielle oder tatsächliche Missstände an eine geeignete Stelle innerhalb des Unternehmens zu melden. Ein neues Gesetz, das in Deutschland auf dem Weg ist, geht über bisherige Vorgaben zum Hinweisgebersystem hinaus. Nach der Umsetzung des Gesetzes sollten Versicherer ihre bestehenden Meldesysteme noch einmal auf den Prüfstand stellen.

Wie sag ich’s meinem Kunden?

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Ab August müssen Vermittler die Nachhaltigkeitspräferenzen der Kunden im Gespräch abfragen. Eine erste Orientierung dafür bietet eine neue Leitlinien-Konsultation der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa. Klar ist: Auf Kunden und Vertriebe werden viele neue Begriffe und Fragen zukommen, und Beratungsgespräche werden länger und komplexer. Die Neuregelungen sind zwar noch gar nicht anwendbar, aber es wäre schon jetzt Zeit für eine Neufassung.

Eiopa will Stresstest-Ergebnisse veröffentlichen

Schon beim letzten europaweiten Stresstest 2021 hatte sich Eiopa-Chefin Petra Hielkema bitter darüber beklagt, dass sich die meisten Versicherer nach wie vor beharrlich weigern, ihre individuellen Ergebnisse zu veröffentlichen. Jetzt fordert die Behörde in einem Schreiben an EU-Parlament und -Kommission sowie den Europäischen Rat das Recht ein, die Einzel-Resultate selbst zu veröffentlichen. Eine Änderung beim Aufsichtsregime Solvency II soll das ermöglichen.

Zinsanstieg beflügelt Solvenzquoten

Dank gestiegener Zinsen können die deutschen Lebensversicherer mit besseren Solvenzquoten aufwarten. Das zeigen Analysen der Ratingagentur Assekurata und des Zweitmarktanbieters Policen Direkt. Sie haben die Solvency II-Berichte unter die Lupe genommen, die Versicherer bis Freitag vergangener Woche veröffentlichen mussten. Gleichzeitig gibt es große Unterschiede zwischen den Anbietern, was die Bedeckung ihrer Leistungsversprechen angeht.

GDV: Nur wenn das Risiko stimmt

Bei der Überarbeitung der Solvency II-Aufsichtsregeln geht es auch um die Kalibrierung von Naturkatastrophenrisiken sowie um den Umgang mit nachhaltigen Investitionen. Die europäische Kommission hat der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa entsprechende Prüfaufträge erteilt. Der Versichererverband GDV ist gegen eine willkürliche Besserstellung grüner Investments, ohne dass sie mit einem geringeren Risiko begründet werden kann.

Juli-Fluten drücken auf Solvenzquote

Eine Woche vor der Veröffentlichung der Solvency II-Berichte hat der Versichererverband GDV die voraussichtlichen Solvenzquoten der deutschen Versicherungsbranche genannt. Die Lebensversicherer standen demnach deutlich besser bei der Bedeckung ihrer Leistungsversprechen da als im Vorjahr. Die Schaden- und Unfallversicherer schnitten dagegen wegen der hohen Schäden durch Überschwemmungen infolge von Tief „Bernd“ etwas schlechter ab. Beim Solvency II-Review wünscht sich der Verband eine Abmilderung des Vorschlags zur Änderung der sogenannten Zinsstrukturkurve.

„Ein Viertel der Beiträge für Kosten!“

Nachdem die BaFin-Untersuchung zu Effektivkosten in der Lebensversicherung für viel Aufmerksamkeit gesorgt hat, hat der Bund der Versicherten jetzt berechnet, wie hoch die Kostenlast im Verhältnis zur Beitragszahlung ausfällt. Im Schnitt fallen demnach bei klassischen Lebensversicherungen Kosten in Höhe von 16 Prozent der Beiträge an, bei fondsgebundenen Produkten sind es knapp 29 Prozent. Der BdV sieht einen Widerspruch zum Versicherungsprinzip.

Was sich Eiopa von Versicherern wünscht

Im Dezember vergangenen Jahres hatte die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa die Ergebnisse des letzten Stresstests veröffentlicht. Obwohl sich die Versicherer in den simulierten Extremszenarien relativ gut geschlagen haben, gab es auch einige Kritikpunkte. Die hat die Behörde jetzt noch einmal als Handlungsempfehlung an nationale Aufseher konkretisiert: Vor allem sollen sie dafür sorgen, dass die Versicherer ihre zum Teil starke Abhängigkeit von den Solvency II-Übergangsmaßnahmen reduzieren.

Klimaneutralität: Die Investitionschance unseres Lebens?

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Private Finanzierung durch große institutionelle Investoren wie die deutschen Versicherer ist essenziell, um eine klimaneutrale Wirtschaft zu erreichen. Die erforderlichen Investitionen sind aber häufig riskanter und passen nicht zu den regulatorischen Vorgaben. Hier könnten sogenannte Blended Finance-Strukturen helfen, bei denen das Risikoprofil einer Anlage durch staatliche Beteiligung verbessert wird. Politik, Wirtschaft und Wissenschaft befassen sich bereits intensiv mit diesem Thema, es fehlt aber noch an Koordination, Kooperation und praktischer Umsetzung.

GDV: Keine Entwarnung bei Provisionen

Die Leiterin des Bereichs Vertrieb beim Versichererverband GDV Elisabeth Stiller sieht den Provisionsvertrieb angesichts der Pläne der EU-Kommission für eine Kapitalmarktunion in Gefahr. Hier gebe es Überlegungen, den Kleinanlegerschutz stärker an der Finanzmarktrichtlinie MiFID II auszurichten, die Provisionen in der unabhängigen Beratung ausschließt, sagte sie auf einer Veranstaltung des Berliner Assekuranz-Clubs. Auch sei nicht auszuschließen, dass die Regierung sich das Thema vornimmt.

Eiopa mit Plan für einheitlichere Aufsicht

Die Versicherungsaufsicht Eiopa hat ihren Konvergenzplan 2022 vorgelegt. Mehr Einheitlichkeit in der europäischen Aufsichtspraxis wünscht sie sich demnach im Umgang mit Unklarheiten und Lücken von Versicherungsbedingungen im Hinblick auf Corona sowie bei Fragen der digitalen Transformation. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin begrüßt das Papier. Es ist der dritte Konvergenzplan bislang.

Eiopa warnt vor steigenden Deckungslücken

Die von der Pandemie befeuerte Digitalisierung in der Versicherungsbranche bringt nicht nur Vorteile mit sich, warnt die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa in ihrem aktuellen Bericht zu Verbrauchertrends. Der Einsatz von Technologien könne einige Personengruppen benachteiligen oder gar ausschließen. Die Behörde ist zudem besorgt über die steigende Zahl von Ausschlüssen in Vertragsbedingungen, die dazu führen, dass sich die Versicherungslücke vergrößere.

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