Archiv ‘Eiopa’

Eiopa: KI ist nicht gleich KI

Die EU will mit einer Verordnung die Anwendung von künstlicher Intelligenz (KI) regulieren. KI-Tools bei Versicherern sollten dabei nicht automatisch als hochriskant eingestuft werden, forderte Eiopa-Chefin Petra Hielkema bei der Jahreskonferenz der europäischen Aufsichtsbehörde. Es mache einen Unterschied, ob die Anwendungen im Pricing und Underwriting oder im Backoffice zum Einsatz kämen. Zudem sollte die Überwachung der KI-Nutzung Sache der Aufsicht bleiben. Dringenden Handlungsbedarf sieht Hielkema bei der Absicherung von Verbrauchern bei grenzüberschreitenden Versicherungsverträgen.

Hielkema: Die Versicherer sind reif genug

 Exklusiv  Petra Hielkema ist seit September 2021 Chefin der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung und dem Versicherungsmonitor erklärt sie, warum Versicherer ihre individuellen Stresstest-Ergebnisse veröffentlichen sollten. Auch in anderen Bereichen, sei es bei Corona-Ausschlüssen in Reiseversicherungen oder fondsgebundenen Policen, wünscht sie sich mehr Transparenz.

Sozialpartnermodell im Aufwind

 Was die Woche bringt  An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: bAV-Expertenforum des HDI, Kongress des Ebersbacher Kreises, Jahreskonferenz der Eiopa, Rückversicherungskonferenz von Meyerthole Siems Kohlruss, Willis Towers Watson lädt zur HR-Executive-Konferenz und International Insurance Day von Taylor Wessing

Wie das EU-Parlament Solvency II ändern will

Markus Ferber, der Berichterstatter für die Überarbeitung der Solvency II-Richtlinie im EU-Parlament, hat im Wirtschaftsausschuss den Gesetzentwurf der EU-Kommission zerpflückt. Er wünscht sich wesentlich mehr Verhältnismäßigkeit bei der Anwendung der Regeln und mehr Raum für langfristige Investitionen. Ganz streichen will der CSU-Abgeordnete den Prüfauftrag für die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa zur Vorzugsbehandlung von grünen Investments – und erntet dafür viel Kritik von den Schattenberichterstattern aus anderen Parteien.

Whistleblowing 2.0?

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Versicherer sind schon seit mehr als fünf Jahren dazu verpflichtet, einen Prozess einzurichten, der es ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen unter Wahrung der Vertraulichkeit ihrer Identität ermöglicht, potenzielle oder tatsächliche Missstände an eine geeignete Stelle innerhalb des Unternehmens zu melden. Ein neues Gesetz, das in Deutschland auf dem Weg ist, geht über bisherige Vorgaben zum Hinweisgebersystem hinaus. Nach der Umsetzung des Gesetzes sollten Versicherer ihre bestehenden Meldesysteme noch einmal auf den Prüfstand stellen.

Wie sag ich’s meinem Kunden?

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Ab August müssen Vermittler die Nachhaltigkeitspräferenzen der Kunden im Gespräch abfragen. Eine erste Orientierung dafür bietet eine neue Leitlinien-Konsultation der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa. Klar ist: Auf Kunden und Vertriebe werden viele neue Begriffe und Fragen zukommen, und Beratungsgespräche werden länger und komplexer. Die Neuregelungen sind zwar noch gar nicht anwendbar, aber es wäre schon jetzt Zeit für eine Neufassung.

Eiopa will Stresstest-Ergebnisse veröffentlichen

Schon beim letzten europaweiten Stresstest 2021 hatte sich Eiopa-Chefin Petra Hielkema bitter darüber beklagt, dass sich die meisten Versicherer nach wie vor beharrlich weigern, ihre individuellen Ergebnisse zu veröffentlichen. Jetzt fordert die Behörde in einem Schreiben an EU-Parlament und -Kommission sowie den Europäischen Rat das Recht ein, die Einzel-Resultate selbst zu veröffentlichen. Eine Änderung beim Aufsichtsregime Solvency II soll das ermöglichen.

Zinsanstieg beflügelt Solvenzquoten

Dank gestiegener Zinsen können die deutschen Lebensversicherer mit besseren Solvenzquoten aufwarten. Das zeigen Analysen der Ratingagentur Assekurata und des Zweitmarktanbieters Policen Direkt. Sie haben die Solvency II-Berichte unter die Lupe genommen, die Versicherer bis Freitag vergangener Woche veröffentlichen mussten. Gleichzeitig gibt es große Unterschiede zwischen den Anbietern, was die Bedeckung ihrer Leistungsversprechen angeht.

GDV: Nur wenn das Risiko stimmt

Bei der Überarbeitung der Solvency II-Aufsichtsregeln geht es auch um die Kalibrierung von Naturkatastrophenrisiken sowie um den Umgang mit nachhaltigen Investitionen. Die europäische Kommission hat der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa entsprechende Prüfaufträge erteilt. Der Versichererverband GDV ist gegen eine willkürliche Besserstellung grüner Investments, ohne dass sie mit einem geringeren Risiko begründet werden kann.

Juli-Fluten drücken auf Solvenzquote

Eine Woche vor der Veröffentlichung der Solvency II-Berichte hat der Versichererverband GDV die voraussichtlichen Solvenzquoten der deutschen Versicherungsbranche genannt. Die Lebensversicherer standen demnach deutlich besser bei der Bedeckung ihrer Leistungsversprechen da als im Vorjahr. Die Schaden- und Unfallversicherer schnitten dagegen wegen der hohen Schäden durch Überschwemmungen infolge von Tief „Bernd“ etwas schlechter ab. Beim Solvency II-Review wünscht sich der Verband eine Abmilderung des Vorschlags zur Änderung der sogenannten Zinsstrukturkurve.

„Ein Viertel der Beiträge für Kosten!“

Nachdem die BaFin-Untersuchung zu Effektivkosten in der Lebensversicherung für viel Aufmerksamkeit gesorgt hat, hat der Bund der Versicherten jetzt berechnet, wie hoch die Kostenlast im Verhältnis zur Beitragszahlung ausfällt. Im Schnitt fallen demnach bei klassischen Lebensversicherungen Kosten in Höhe von 16 Prozent der Beiträge an, bei fondsgebundenen Produkten sind es knapp 29 Prozent. Der BdV sieht einen Widerspruch zum Versicherungsprinzip.

Was sich Eiopa von Versicherern wünscht

Im Dezember vergangenen Jahres hatte die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa die Ergebnisse des letzten Stresstests veröffentlicht. Obwohl sich die Versicherer in den simulierten Extremszenarien relativ gut geschlagen haben, gab es auch einige Kritikpunkte. Die hat die Behörde jetzt noch einmal als Handlungsempfehlung an nationale Aufseher konkretisiert: Vor allem sollen sie dafür sorgen, dass die Versicherer ihre zum Teil starke Abhängigkeit von den Solvency II-Übergangsmaßnahmen reduzieren.

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