Versicherer tun zu wenig, um ihren Kunden ein positives Erlebnis zu bieten. Die Folge: Immer mehr Versicherte kündigen ihre Verträge. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Managementberatung Horvath. Vor allem bei der Schadenregulierung sind viele Versicherer noch zu langsam. Zudem legen immer mehr Kunden bei ihren Policen Wert auf ESG-Aspekte. Für Unternehmen gibt es also noch viel zu tun.
Archiv ‘ESG’
Asset-Manager mit ESG-Daten unzufrieden
Um Finanzprodukte nach ESG-Kriterien zu klassifizieren sowie entsprechende Berichts- und Transparenzpflichten einzuhalten, ist eine zuverlässige Datengrundlage unverzichtbar. Doch daran hapert es, zeigt eine Studie der BaFin, für die sie Kapitalanlagegesellschaften und Anbieter von ESG-Ratings befragt hat. Die Asset Manager halten die verfügbaren ESG-Daten und Ratings für verbesserungswürdig und zu teuer – und haben auch darüber hinaus einiges auszusetzen.
Axa erreicht Platz 1 bei ESG-Transparenz
Bereits zum vierten Mal in Folge erreichte der französische Versicherer Axa den ersten Platz bei der transparentesten ESG-Berichterstattung, wie eine Studie des Analysehauses Zielke Research Consult unter 21 europäischen Versicherern zeigt. Auch Zurich, Helvetia, Munich Re, Prisma Life und Baloise konnten ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung deutlich verbessern. Potenzial gibt es aber noch bei der Allianz, die im Ranking nur den neunten Platz belegt.
Der peinliche E-Mail-Fehler
Herbert Frommes Kolumne Bei der Traditionsversicherung sind zwischen Weihnachten und Neujahr die meisten Büros verwaist. Aber Vorstand Sascha-Alexander Esposito hält die Stellung, er bereitet die Vertriebs- und Maklertagungen für Anfang 2024 vor. Eigentlich keine besonders interessante Aufgabe. Doch dann sorgt eine E-Mail einer Mitarbeiterin für Aufregung, die offenbar nicht für ihn bestimmt war, in der sie aber heftig über ihn lästert. Was wird Esposito tun?
Ausblick 2024: Wo Versicherer ihre Positionierung ändern müssen
The Long View – Der Hintergrund Im kommenden Jahr werden das Dauerthema Nachhaltigkeit, aber auch die Veränderung der Risikolandschaft und Verschiebungen in der Wertschöpfungskette die Agenda der Versicherer prägen. Sie müssen sich entscheiden: Geht es um eine strategische Ausrichtung auf Nachhaltigkeit, oder reagieren sie nur auf Marktzwänge? Wie wollen sie Gefahren wie Naturkatastrophen, Cyber- und Reputationsrisiken begegnen? Wollen sie die Wertschöpfungskette beherrschen oder sich eine Nische suchen?
Vielen Dank, Mark Branson!
Meinung am Mittwoch BaFin-Präsident Mark Branson hat von einer „Sackgasse“ gesprochen, in die uns die regulatorischen Vorgaben im Bereich ESG manövriert haben. Dafür gebührt ihm Dank und Anerkennung. Insbesondere die zunehmenden Berichtspflichten durch die Taxonomieverordnung erfordern einen großen Aufwand, den man an anderer Stelle sinnvoller einsetzen könnte, um damit wirklich etwas zu bewirken.
Zurich warnt vor Missbrauch von Sammelklagen
Der Versicherer Zurich rechnet mit einem grundlegenden Wandel in der Austragung von Rechtsstreitigkeiten in Europa, nachdem die Europäische Union per Direktive den Weg für Sammelklagen freigemacht hat. Zurich sei dafür im engen Austausch mit seinen Firmenkunden, sagte Tom Thornberry, Global Head of Financial Lines Claims, auf einer Online-Veranstaltung. Höhere Haftungsrisiken drohten insbesondere im Bereich ESG und Nachhaltigkeit. Zurich setzt sich auch mit dem Folgen für das eigene Haus auseinander, sagte Zurich Commercial Insurance-CEO Sierra Signorelli.
ESG: Stille Lasten verhindern Kapitalanlage-Umbau
Bayerische-Vorstand Herbert Schneidemann sieht die deutschen Lebensversicherer in einem Dilemma: Aufgrund der stillen Lasten infolge des Zinsanstiegs sind sie darauf bedacht, ihre Papiere bis zur Endfälligkeit zu halten, um Abschreibungen zu vermeiden. Das gleichzeitige Vorhaben, die Kapitalanlagen zügig nachhaltig umzubauen, sei unrealistisch, sagte er beim Handelsblatt Insurance Summit. Anders sehe es erst 2027 aus, wenn in größerem Umfang Mittel aus der Zinszusatzreserve frei werden. Die Bayerische stehe aufgrund ihrer ungewöhnlichen Anlagestrategie besser da.
Gothaer will Nachhaltigkeit vorantreiben
Der Kölner Versicherer Gothaer will durch nachhaltige Kapitalanlagen ESG-konformer werden. Ziel ist es, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Herausforderungen sind jedoch strenge Regularien, der Mangel an Daten und die fehlende Bereitschaft von Kunden, nachhaltige Investitionen zu tätigen. Das berichten Vorständin Alina vom Bruck und ESG-Expertin Natalia Geng von Gothaer Asset Management in einem Workshop zum Thema nachhaltige Kapitalanlagen.
ESG: Wenig Konkretes im sozialen Bereich
Die Nachhaltigkeitsberichterstattung der Versicherer hat sich erneut verbessert, zeigt eine Studie des Analysehauses Zielke Research Consult. Bei den Themen Umwelt und gute Unternehmensführung attestiert Analyst Carsten Zielke den Gesellschaften verschärfte Anstrengungen. Er vermisst allerdings Informationen zu sozialen Themen. Hier sind die Versicherer sogar weniger auskunftsfreudig als im Vorjahr. Ihre Einstellung werden sie mit der ab nächstem Jahr geltenden neuen Corporate Sustainability Reporting Directive überdenken müssen, glaubt Zielke.
Wochenspot: Von Monte Carlo bis Baden-Baden
Wochenspot – der Podcast Regelmäßig gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe sprechen Chefredakteurin Friederike Krieger und Redakteurin Katrin Berkenkopf über ihr Fazit zu den Rückversicherungstreffen in Monte Carlo und Baden-Baden, warum beide Orte ein wenig aus der Zeit gefallen sind und wie sich die Klimaaktivisten benommen haben.
Lebensversicherer suchen Liquiditätsreserven
Exklusiv Während Lebensversicherer aus Märkten wie Frankreich und Italien sich einer hohen Stornogefahr durch die steigenden Zinsen gegenübersehen, wirkt die Lage bei deutschen Anbietern noch entspannt. So ganz scheinen die Gesellschaften dem Braten aber nicht zu trauen. Immer mehr Versicherer wollen sich zur Absicherung Liquiditätsreserven aufbauen, berichten Michael Schmidt und Sarat Reddy von der niederländischen Bank ABN AMRO im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Sie fragen bei dem Kreditinstitut etwa zusätzliche Liquiditäts-Linien nach.
Viel Bewegung bei den Wirtschaftsprüfern
Exklusiv Ein achtköpfiges Team um André Prossner wechselt vom Wirtschaftsprüfer EY zum Rivalen Mazars, ihr Schwerpunkt ist das IT-Audit. Und: Ab 2024 wird sich die deutsche Tochter des globalen Rückversicherers Gen Re von der Firma prüfen lassen. Bei den Prüfern ist viel Bewegung. Mazars-Partner Thomas Volkmer (links) und Marc Böhlhoff zeigen sich im Interview mit dem Versicherungsmonitor optimistisch.
Klimaleugner im Angriffsmodus
Herbert Frommes Kolumne Die Ratingagentur Standard & Poor’s hat gerade die Veröffentlichung ihrer ESG-Ratings eingestellt. Klimaleugner sind begeistert. US-Staatsanwälte können mit einem einfachen Drohbrief die größten Versicherer der Welt dazu bringen, ihre Mitgliedschaft in der Net Zero Insurance Alliance aufzugeben. Klar, noch sind alle klimabewusst oder tun jedenfalls so. Doch jetzt gibt es eine ernsthafte Gegenbewegung. Die Gegner von ESG-konformen Investments machen mobil. Die Welle ist besonders virulent in den USA, wird aber bei uns auch zu spüren sein. Die Finanzwirtschaft muss vorbereitet sein.
Asmussen: Investoren brauchen Planungssicherheit
Um die Erderwärmung zu stoppen, muss die Wirtschaft klimafreundlicher werden – nicht zuletzt mit Hilfe privater Investitionen. In einer Podiumsdiskussion der Nichtregierungsorganisation Bürgerbewegung Finanzwende diskutierten Vertreter der Versicherungswirtschaft, der Wissenschaft und des Verbraucherschutzes darüber, wie das gelingen kann. Die Investoren brauchen neben Rendite vor allem Planungssicherheit, betonte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Claudia Kemfert vom DIW forderte Nachschärfungen an den ESG-Kriterien und kritisierte weiterhin hohe Subventionen für fossile Energien.













