Der französische Cyberassekuradeur Stoïk feiert in diesem Jahr seinen fünften Geburtstag. Für den Co-Gründer und CEO Jules Veyrat hat sich in dieser Zeit kaum etwas verändert: Noch immer hätten zu wenig Unternehmen eine Cyberversicherung, erklärt er im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Und die Risiken werden immer größer – vor allem durch künstliche Intelligenz. Das gilt allerdings auch für die Chancen.
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Sturm „Nils“ in Frankreich wird teuer
Sturm „Nils“, der in der vergangenen Woche über den französischen Südwesten gefegt ist, hat zu hohen versicherten Schäden geführt. Die Ratingagentur DBRS Morningstar hält eine Gesamtbelastung von mehr als 3 Mrd. Euro für möglich. Die Analysten loben das öffentlich-privat organisierte System der automatischen Deckung gegen Elementarschäden in Frankreich. Dadurch habe das Land eines der „umfassendsten und stabilsten Versicherungssysteme für Naturkatastrophen in Europa“.
MSK: Captives sind gekommen, um zu bleiben
Firmeneigene Versicherer, sogenannte Captives, werden für Unternehmen immer beliebter, um Risiken zu managen. Laut der aktuariellen Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) gab es in den vergangenen zwei Jahren in Europa 60 Captive-Gründungen. Das Prämienvolumen steigt kontinuierlich, wenn auch langsamer als der Gesamtmarkt.
Baobab gewinnt Scor als Risikoträger
Der Cyber-Assekuradeur Baobab will künftig auch komplexere Risiken im industriellen Sektor abdecken und ist dafür eine Partnerschaft mit dem Rückversicherer Scor eingegangen. Mit dem Lloyd’s-Syndikat von Scor als weiterem Risikoträger erweitert Baobab seine Zeichnungsbefugnis für Cyberrisiken auf Unternehmen mit bis zu 1 Mrd. Euro Umsatz in Deutschland und Österreich.
Zwischen den (Rechts-)Welten
Internationale tätige Unternehmen müssen sich mit verschiedenen rechtlichen Umgebungen auseinandersetzen. Die Schwierigkeiten liegen auf der Hand: Was in dem einen Staat als normaler Umgang unter Geschäftsleuten angesehen wird, kann in dem anderen Land Korruptionsvorwürfe begründen. Probleme können dabei nicht nur an den geopolitischen Bruchlinien durch Sanktionen und Gegensanktionen entstehen, schreibt Sören Rettig, Geschäftsführer und COO des D&O-Spezialisten VOV. Das zeigt der Fall eines französischen Cloudanbieters in Kanada.
Internationale Impulse für den deutschen Lebensversicherungsmarkt
Lebensversicherungen mit kapitalmarktorientierter Ausrichtung haben großes Potenzial – das zeigen Frankreich und Italien. Deutschland hinkt hier trotz vergleichbarer Bedürfnisse nach Renditeorientierung bei niedrigen Zinsen hinterher. Dabei könnte eine Kombination aus moderater Garantie, flexibler Fondskomponente, moderner Beratung, regulatorischer Transparenz und steuerlicher Gestaltung eine neue Generation lebensversicherungsbasierter Spar- und Anlageprodukte etablieren, schreibt Christian Eck von BNP Paribas.
Elementarschaden: Das Rad nicht neu erfinden
Bei der Elementarschadenversicherung in Deutschland geht es kaum voran. Das bestehende System funktioniert nicht, durchschlagende neue Ideen gibt es nicht. Um aus der Situation herauszukommen, muss aber nicht das Rad neu erfunden werden, sagte SPD-Politiker Johannes Fechner auf einer Veranstaltung des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz. Deutschland sollte das französische Modell als Vorbild nehmen. Doch nicht jeder Aspekt würde hierzulande funktionieren, sagten die Diskussionsteilnehmer.
A.M. Best: Captive-Zuwachs in Frankreich
Einige europäische Länder wie Frankreich bemühen sich, mit Gesetzesänderungen ein attraktiverer Standort für firmeneigene Versicherer, sogenannte Captives, zu werden. Das scheint Früchte zu tragen, wie eine Analyse der Ratingagentur A.M. Best zeigt. Während die etablierten europäischen Captive-Standorte Guernsey, Luxemburg, Isle of Man und Irland 2024 netto firmeneigene Versicherer verloren haben, verzeichnen die Newcomer Zuwächse.
Coalition setzt Europa-Expansion fort
Der US-amerikanische Cyber-Assekuradeur Coalition startet in Frankreich, seinem mittlerweile vierten europäischen Markt. Erst 2024 kam das Unternehmen nach Deutschland, seit Mai dieses Jahres ist es auch in Dänemark und Schweden aktiv. Risikoträger in Frankreich ist die Allianz Commercial, mit der Coalition auch in seinen anderen Märkten zusammenarbeitet.
Allianz Commercial verbessert Auslandsdeckungen
Exklusiv Wenn Unternehmen grenzüberschreitende Risiken absichern müssen, wird es schnell kompliziert. Für große Unternehmen ist der Einsatz internationaler Versicherungsprogramme Standard, im Mittelstand ist es oft komplizierter. Der Firmenversicherer Allianz Commercial verspricht jetzt deutliche Verbesserungen für seine Kunden in dem Segment. Bislang hinkte die Allianz hier der Konkurrenz hinterher und brauchte oft deutlich länger für die Ausstellung von Auslandsversicherungen.
Wochenspot: Wie sieht staatliche Rückversicherung aus?
Wochenspot – der Podcast Regelmäßig gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe des Wochenspots sprechen Redakteurin Katrin Berkenkopf (rechts) und Chefredakteurin Friederike Krieger darüber, wie die geplante staatliche Rückversicherung als Begleitung für eine Pflichtversicherung aussehen könnte. Diesen Podcast können Sie auch frei auf den gängigen Plattformen hören: Spotify, Apple Podcasts und Amazon Music












