Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft hat seine Schätzung der versicherten Schäden durch das Sturmtief „Bernd“ um eine halbe Milliarde nach oben gesetzt: Er geht jetzt von 4,5 bis 5,5 Mrd. Euro aus. Die neue Prognose umfasst neben Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen auch andere Bundesländer wie Bayern und Sachsen. Auch weitere Versicherer haben Schätzungen abgegeben: Die Allianz Deutschland rechnet mit einer Belastung von mehr als 500 Mio. Euro, die Signal Iduna hat bisher Schadenmeldungen in Höhe von 44 Mio. Euro registriert.
Archiv ‘GDV’
Hohe Lasten für Scor und Swiss Re
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Quartalszahlen der Rückversicherer Scor und Swiss Re
Wochenspot: Elementarschäden und Klimawandel
Wochenspot – der Podcast Einmal in der Woche gibt es den Versicherungsmonitor jetzt auch zum Hören. In dieser Ausgabe diskutieren Katrin Berkenkopf und Jonas Tauber über eine mögliche verpflichtende Elementarschadendeckung und sprechen über die Rolle des Klimawandels im Wahlkampf.
GDV: Unwetter kostet 4 bis 5 Mrd. Euro
Die Schadenschätzungen zum Sturm „Bernd“ werden immer höher. Der GDV rechnet mit versicherten Schäden von 4 bis 5 Mrd. Euro. Die Rechnung für die Versicherer dürfte noch steigen. Die Schäden in Bayern und Sachsen sind in dieser Prognose noch nicht enthalten. Die aktuarielle Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) hatte zuvor von über 1 Mrd. Euro Schaden für die Versicherer gesprochen. Die wirtschaftlichen Schäden des aktuellen Unglücks seien wegen der geringen Verbreitung der Elementarschadendeckung mehr als doppelt so hoch wie der versicherte Schaden, so MSK. Das lässt die Diskussion über eine Versicherungspflicht neu aufflammen.
An die Spitze der Debatte setzen
Kommentar Sturm „Bernd“ hat bislang unbekannte wirtschaftliche Schäden angerichtet. Die Versicherer werden viel davon zahlen müssen, aber nicht alles. Noch nicht einmal jedes zweite Haus in Nordrhein-Westfalen ist gegen Elementarschäden wie Überschwemmungen versichert, in Rheinland-Pfalz sind es sogar noch weniger. Es droht – wie schon nach dem Hochwasser 2013 – damit wieder eine Debatte um eine Pflichtversicherung. Statt diese Forderung abzuwehren, sollte die Branche dieses Mal proaktiv Lösungen ins Gespräch bringen.
Lohrmanns Verunsicherung: Der Riester-Trainer
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Jogi Löw findet neue Herausforderung.
„Bernd“ kommt Versicherer teuer zu stehen
Erst die Unwetterserie im Juni, jetzt der Sturm „Bernd“. Das Jahr 2021 könnte sich zu einem der schadenträchtigsten seit 2013 entwickeln, warnt der GDV. Wie viel „Bernd“ die Versicherer kosten wird, ist noch unklar. Bisher wagte nur die Allianz Schweiz eine erste Schätzung. Doch die Rechnung könnte hoch ausfallen. Im Kreis Ahrweiler stürzten mehrere Häuser durch die Wassermassen ein. Das Unwetter, das vor allem im Westen Deutschlands wütete, forderte zahlreiche Todesopfer.
Wochenspot: Hackerangriff und Onlineshops
Wochenspot – der Podcast Einmal in der Woche gibt es den Versicherungsmonitor jetzt auch zum Hören. In dieser Ausgabe sprechen Kaja Adchayan und Katrin Berkenkopf über den Hackerangriff auf die Haftpflichtkasse und die aktuelle Umfrage des Spezialversicherers Hiscox zur Risikowahrnehmung von Onlineshop-Betreibern.
Briten wollen Milliarden in grüne Projekte investieren
Britische Versicherer und Pensionseinrichtungen könnten ein Drittel des erforderlichen Investitionsvolumens bereitstellen, um die CO2-Emissionen Großbritanniens bis 2050 auf null zu reduzieren. Das zeigt eine Analyse des Beraters Boston Consulting Group. Konkret geht es um ein Volumen von 900 Mrd. Pfund, das die Versicherungsbranche freisetzen und investieren könnte – wenn sie denn dürfte. Im Moment seien den Anbietern die Hände gebunden, moniert der Branchenverband ABI. Er fordert eine tiefgreifende Reform.
Nur Bronze für den GDV
Nachschlag – der aktuelle Kommentar Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), krempelt den Verband grundlegend um. Eine Reihe führender Mitarbeiter musste gehen, weitere werden folgen. Der GDV hat sich weit geöffnet für neue Themen, gerade im Bereich Nachhaltigkeit. Doch jetzt kommt ein schwerer Rückschlag. Der GDV hat nur Bronze erreicht. Worum geht es? Um Riester versus andere Formen der Altersvorsorge? Um die mehr oder weniger gut gelungene Darstellung von Haftpflichtrisiken oder der Anlagepolitik der Branche? Nein, viel wichtiger: um die Zertifizierung der neuen Fahrradständer.
EU: Neue Strategie für nachhaltige Finanzanlagen
Die EU-Kommission hat ihre inzwischen drei Jahre alte Strategie für mehr nachhaltige Finanzanlagen überarbeitet. Im Fokus der neuen Strategie stehen grüne Anleihen, sogenannte Green Bonds. Sie sollen dabei helfen, Europa als ersten Kontinent bis 2050 klimaneutral zu machen. Banken, Versicherer und Rating-Agenturen sollen künftig Umwelt- und Nachhaltigkeitsrisiken verbindlich einbeziehen müssen. Der deutsche Versichererverband GDV findet lobende Worte, sieht allerdings Verbesserungspotenzial.
Abschlusskosten stabil bei 7,5 Mrd. Euro
Die deutschen Lebensversicherer haben 2020 für Abschlusskosten 7,5 Mrd. Euro aufgewandt – ebenso viel wie im Vorjahr, zeigt eine Veröffentlichung des Versichererverbands GDV. Das ist Rückenwind für Kritiker, die nach Konsequenzen rufen. Die Vermittlungsaufwendungen in der Lebensversicherung stehen seit Längerem in der Kritik. Die Bundesregierung hatte zur Begrenzung eigentlich einen Provisionsdeckel geplant, der aber gescheitert ist. Abschlusskosten sind nicht nur Provisionen, betont der Verband gegenüber dem Versicherungsmonitor.
Unwetter kosten Versicherer 2,5 Mrd. Euro
Zerbeulte Autos, beschädigte Dächer und vollgelaufene Keller: Die Unwetterschäden der vergangenen zehn Tage in Deutschland, Österreich und der Schweiz kosten die Versicherer nach einer aktuellen Schätzung über 2,5 Mrd. Euro. Sie fallen damit deutlich höher aus als ursprünglich erwartet. Das ist allerdings die Regel nach Naturkatastrophen, schließlich ist es kurz nach einem solchen Ereignis für die betroffenen Gesellschaften schwer, das genaue Ausmaß abzuschätzen. Die Beratungsgesellschaft MSK sieht bei der aktuellen Gewitterserie auch den Klimawandel am Werk.










