Archiv ‘GDV’

Wochenspot: GDV und PKV

 Wochenspot – der Podcast  Einmal in der Woche gibt es den Versicherungsmonitor jetzt auch zum Hören. In dieser Ausgabe sprechen Katrin Berkenkopf und Herbert Fromme über den Umgang des GDV mit Mitgliedsunternehmen, die beim Verhaltenskodex nicht mehr mitmachen, über neue Entwicklungen in der privaten Krankenversicherung und den Einfluss der Pandemie.

Raus aus dem Kodex, ran an den Pranger

 Exklusiv  Versicherer regen sich über den Umgang des GDV mit Unternehmen auf, die nicht mehr beim freiwilligen Verhaltenskodex für den Vertrieb mitmachen möchten: Statt von der entsprechenden Liste einfach zu verschwinden, werden sie dort deutlich erkennbar durchgestrichen. Dadurch fühlen sich Unternehmen an den Pranger gestellt. Der GDV sieht das naturgemäß anders: Das Vorgehen sei von Anfang an so geplant gewesen. Während einige Anbieter glauben, der Kodex habe mit der Vermittlerrichtlinie IDD seine Berechtigung verloren, sieht der Verband ihn weiterhin als wichtig an für die Transparenz der Branche.

GDV warnt vor Solvency II-Review

Die Vorschläge der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa für die Überarbeitung der Eigenkapitalregeln Solvency II liegen inzwischen bei der Europäischen Kommission. Der Versicherverband GDV dringt weiter auf eine Entschärfung der vorgesehenen Änderung der Zinskurve zur Berechnung langfristiger Zahlungen. Er warnt vor ungerechtfertigten zusätzlichen Lasten in Höhe von über 30 Mrd. Euro für die deutsche Branche und negativen Folgen für den Umbau der Wirtschaft zu mehr Nachhaltigkeit.

Rechnungszins soll auf 0,25 Prozent fallen

Lange war die Forderung von Versicherungsmathematikern nach einer Absenkung des Höchstrechnungszinses ohne Widerhall geblieben, jetzt steht der Schritt offenbar doch an. Nach Medienberichten plant das Bundesfinanzministerium eine Absenkung von 0,9 Prozent auf 0,25 Prozent ab 2022. Der Verordnungsentwurf soll in den nächsten Tagen an die anderen Ministerien und an Verbände gehen. Mit dem Schritt sollte auch die Beitragsgarantie unter Riester gelockert werden, fordert Jörg Asmussen vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Höferlin: IT-Schwachstellen angehen

Cyberversicherungen können dabei helfen, die verbesserungswürdige IT-Sicherheit im deutschen Mittelstand zu stärken. Es braucht aber auch bessere Rahmenbedingungen. Das zeigte eine virtuelle Diskussion zwischen dem FDP-Fachpolitiker Manuel Höferlin und GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Höferlin machte sich für eine umfassende Verschlüsselung des Datenverkehrs stark und forderte einen aktiveren Umgang mit IT-Schwachstellen. Das IT-Sicherheitsgesetz 2.0 bezeichnete er als Einbahnstraße.

GDV fordert Änderungen am Baurecht

Nach Ansicht des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) werden noch immer zu viele Wohngebäude in überschwemmungsgefährdeten Gebieten gebaut. Obwohl sich Wetterextreme wie Überschwemmungen, Starkregen oder Hagel in Deutschland häuften, habe es bislang keine Anpassung der Raumordnung und der Bauplanung gegeben. Nur mit Änderungen des Baurechts könnten die künftigen volkswirtschaftlichen Schäden durch Klimaänderungen und Extremwetterereignisse verringert werden, betont der Verband.

Versicherer sorgen sich wegen Containerverlusten

In den vergangenen Monaten haben sich Havarien von großen Frachtern gehäuft, bei denen zahlreiche Container über Bord gegangen sind. Von November bis März sind so mehr als 3.000 Stahlboxen verlorengegangen, deutlich mehr als im üblichen Jahresschnitt. Für die Versicherer ist das teuer. Der Versichererverband GDV schätzt den Schaden auf 150 Mio. Euro. Er warnt aber auch vor den Umweltschäden durch über Bord gegangene Ladung. Sie kann Gefahrgut aber auch kleine Plastikteile enthalten, die für die Tierwelt gefährlich sind.

Olaf Scholz greift Versicherer-Lobby an

Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat die Versicherungsbranche frontal angegriffen. In der Talkshow von Anne Will brachte er die Lobbyarbeit von Versicherern und Vertrieben in Sachen Provisionsdeckel in Zusammenhang mit der Masken-Affäre von Unionsabgeordneten zur Sprache. Diese Lobbyarbeit sei ein Beispiel für Vorgänge, für die „sehr harte Regeln“ entwickelt werden müssten. „Leute im Bundestag“ hätten den Deckel bekämpft – und zwar nicht aus allgemeinen Erwägungen, sondern weil sie ihrerseits Leute schätzten, die ein Interesse an Provisionen haben.

CO2-Emissionen brauchen ihren Preis

Unter der Moderation von GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen haben Jungpolitiker von FDP und Grünen zusammen mit einem Versicherungsmanager über Nachhaltigkeit diskutiert. Die Sprecherin der Grünen Jugend Anna Peters sprach sich für klare Richtlinien der Politik aus, der Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen Jens Teutrine setzt dagegen auf den freien Markt. Einig waren sich die beiden mit Michael Menhart von Munich Re, dass die angemessene Bepreisung von CO2-Emissionen eine wichtige Rolle auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit spielen kann.

Eine Datenbank für mehr Nachhaltigkeit

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft fordert in Sachen Nachhaltigkeit Zugang zu standardisierten Daten, damit Versicherer und andere Investoren belastbare Entscheidungen treffen können. Diese sollen in einer öffentlich zugänglichen Datenbank veröffentlicht werden. Das schreibt der GDV in einem Positionspapier zur anstehenden Neuregelung der EU-Vorgaben für Nachhaltigkeitsberichte. Der Verband erwartet dafür im April einen Vorschlag der Europäischen Kommission.

Versicherungspflicht mit Fragezeichen

Die vom Versichererverband GDV befürwortete staatlich gestützte Pandemiedeckung muss eine Pflichtversicherung sein. Darin waren sich der Hauptgeschäftsführer des Verbands Jörg Asmussen und der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler Gert Wagner in einer Diskussionsveranstaltung des GDV einig. Ob sich vorbeugende Maßnahmen in einer niedrigeren Prämie niederschlagen sollen, ist aber offen. Wagner kritisierte die ablehnende Haltung des Verbands bei einer verpflichtenden Elementarschadendeckung.

Herbert Fromme

Zeit für den Plattform-Gipfel

 Herbert Frommes Kolumne  Die Industrieversicherung hat ein großes Problem: Es fehlt eine gute und von allen akzeptierte Plattform für den Datenaustausch, für Quotierungen und Schadenverfolgung. Was die Autobauer und Zulieferer mit ihrem Odette-System seit Jahren vorexerzieren, kriegen die Beteiligten an der Industrieversicherung nicht hin. Die Kundenseite ist immer weniger bereit, das zu akzeptieren, und sucht Lösungen. Die sollte sie schnell gemeinsam mit Maklern und Versicherern finden. Wenn die Marktteilnehmer sie nicht selbst aufbauen, kommt eine Lösung sehr wahrscheinlich von außen.

Asmussen: Große Sorgen um Riester

Wenn die Regierung in dieser Legislaturperiode keine Maßnahmen wie die Absenkung des garantierten Beitragserhalts ergreift, kann das auf eine „Defacto-Beerdigung“ der Riester-Rente hinauslaufen. Das sagt Jörg Asmussen im großen Interview mit der Süddeutschen Zeitung und dem Versicherungsmonitor. Er ist seit Oktober 2020 Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft. Weitere zentrale Punkte des Gesprächs: Pandemiefolgen, der Stand der Digitalisierung, die Nachhaltigkeit, seine Erwartungen an die künftige BaFin, die Nachwuchswerbung und die personellen Veränderungen im Verband.

Kabinett beschließt Pauschalreisen-Absicherung

Die Regierung hat die vom Bundesjustizministerium vorgelegte Neuregelung der Insolvenzsicherung für Pauschalreisen verabschiedet. Vorgesehen ist ein verpflichtender Fonds für Reise-Anbieter mit über 3 Mio. Euro Jahresumsatz, die fixe Haftungsobergrenze wird durch eine dynamische in Höhe von 22 Prozent des Umsatzes ersetzt. Damit zieht Berlin die Konsequenzen aus der Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook 2019, als die Obergrenze von 110 Mio. Euro gesprengt wurde. Zuständiger Versicherer war die Zurich.

WordPress Cookie-Hinweis von Real Cookie Banner