Die Pläne von SPD, Grünen und FDP für die Zukunft der Altersvorsorge in Deutschland stoßen in der Versicherungsbranche nur auf bedingte Zustimmung. Während es für die angestrebte teilweise Kapitaldeckung in der gesetzlichen Rentenversicherung und die Anlage des Geldes am Kapitalmarkt durchaus Applaus gibt, hagelt es Kritik für den angedachten staatlich verwalteten Altersvorsorgefonds. Ob die Koalitionspartner wirklich ein Ende der Riester-Rente anstreben, ist umstritten – die Wege, um die staatlich geförderte Altersvorsorge zu retten, sind es auch.
Archiv ‘Ideal’
Riester: Ideologie statt Reform
The Long View – Der Hintergrund Das Bundesfinanzministerium hat den Höchstrechnungszins abgesenkt, sich aber gleichzeitig einer Anpassung der Beitragsgarantie bei der Riester-Rente verweigert. Das läutet das Ende des Förderprodukts und von Teilen der betrieblichen Altersversorgung ein. Dahinter steht eiskaltes Machtkalkül. Weite Teile der SPD und auch der Grünen und der Linken stehen der privaten Vorsorge ablehnend gegenüber – und wollen die staatliche Vorsorge ausbauen. Wie gut staatliches Handeln funktioniert, zeigt die Pandemiebekämpfung: Dysfunktionalitäten, soweit das Auge reicht.
Ideal findet Jacobus-Nachfolger
Leute – Aktuelle Personalien Der Berliner Versicherer Ideal regelt die Nachfolge für Vorstandschef Rainer Jacobus. In zwei Jahren will Jacobus in den Ruhestand gehen, dann soll Maximilian Beck (Bild) Vorstandsvorsitzender werden. Zunächst kommt er als einfaches Vorstandsmitglied nach Berlin. Aktuell ist Beck Vorstand bei der Basler. Außerdem: Lloyd’s bekommt eine neue Europa-Chefin, die Axa einen neuen Group Chief Innovation Officer und die Pensionskasse BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes einen neuen Finanzchef. Neue Gesichter gibt es auch bei Thomas Miller Specialty und MS Amlin Underwriting Limited.
Kapital und Know-how für junge Insurtechs
Exklusiv Der Firmeninkubator Crossbuilders hat sich mit vier Versicherern zusammengetan und den Insurtech-Fonds „Venpace“ aufgelegt. Junge Unternehmen im Versicherungsumfeld, die sich noch in einer frühen Entwicklungsphase befinden, können darüber bis zu 500.000 Euro und bei Bedarf eine Anschlussfinanzierung erhalten. Mit Blick auf die starke Konkurrenz unter den Investoren im Insurtech-Bereich will Venpace mit einem stark partnerschaftlichen Ansatz punkten. Wie das funktionieren soll, erklären Geschäftsführer Ingo Küpper und Walter Botermann, der auch Aufsichtsratschef der Alte Leipziger-Hallesche Gruppe ist, im Interview mit dem Versicherungsmonitor.
Reputationsschaden ist bei Run-off nicht vom Tisch
Als die Generali vor zwei Jahren den Verkauf von vier Millionen Lebensversicherungspolicen an die Run-off-Plattform Viridium verkündete, war der öffentliche Aufschrei groß. Letztendlich hat der Deal dem Ruf der Gesellschaft nicht groß geschadet. Dennoch sollten Versicherer wachsam sein. Die Reputation der Bestandsmanager sei noch nicht gefestigt, warnte Unternehmensberater Lutz Golsch auf einer virtuellen Fachtagung der Süddeutschen Zeitung. Die Öffentlichkeit sei nach wie vor wachsam und beobachte Assekuranz und Abwickler genau. Es gibt immer noch viele Kritiker der Bestandsübertragung, darunter Ideal-Chef Rainer Jacobus und Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten.
Die Pandemie-Prämien der Assekuranz – Teil 2
Exklusiv Was steuer- und abgabefreie Sonderzahlungen an die Belegschaft betrifft, verfahren die Versicherer höchst unterschiedlich – das zeigt auch der zweite Teil unserer Umfrage zu den Pandemie-Prämien der Assekuranz. Die Palette an nichtfinanziellen Unterstützungsangeboten für die Mitarbeiter ist durchaus bunt. Sie reicht von Homeschooling-Hilfe über digitale Veranstaltungsformate, Sportkurse und Beratungsdienste bis hin zu Unterstützung beim Thema Kinderbetreuung.
Zwischen verkorkstem Image und goldenem Zeitalter
Wie steht die Versicherungswirtschaft im Corona-Jahr 2020 da? Um diese Frage ging es bei der „Elefantenrunde“ auf der Vermittlermesse DKM. Trotz drohender Umsatzrückgänge, unklarer wirtschaftlicher Aussichten und des Streits um Betriebsschließungsschäden zeigten sich Axa-Vorstand Nils Reich, HDI-Manager Patrick Dahmen und Allianz Leben-Chef Andreas Wimmer betont optimistisch. Der neu entstehende Bedarf an Absicherung bedeute große Geschäftschancen für die Assekuranz. Ideal-Chef Rainer Jacobus mahnte allerdings, dass die Versicherer Situationen wie derzeit in der Betriebsschließungsversicherung vermeiden sollten. Der von einer Nischensparte ausgehende Imageschaden könne fatal für die gesamte Branche sein.
AGCS ernennt erstmals Chief Data Officer
Leute – Aktuelle Personalien Der Allianz-Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) ernennt erstmals einen Chief Data Officer. Ali Shahkarami, 46, (Bild) übernimmt die neue Position zum 1. April. Er wird für die Entwicklung und die Umsetzung der Daten-Strategie des Unternehmens verantwortlich sein, teilt AGCS mit. Außerdem: Die Berliner Ideal verliert Vorstand Arne Barinka und die Munich Re muss einen neuen Compliance-Chef suchen. Klaus Zehner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der SV Sparkassenversicherung, geht in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Ralph Eisenhauer.
Wertverlust durch Niedrigzins
Seit der Finanzkrise sind die Ablaufprognosen von klassischen Lebensversicherungen um 5,5 Prozent zurückgegangen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Policenaufkäufers Partner in Life. Unternehmenschef Dean Goff sieht hier vor allem die Niedrigzinsphase am Werk. Auch der Aufbau der Zinszusatzreserve hat die Ausschüttungsfähigkeit der Lebensversicherer in Mitleidenschaft gezogen. Goff rät den Gesellschaften, ihre Kunden transparent über ihr Vertragsguthaben zu informieren. Denn nur dann könnten sie erkennen, dass die Verträge trotz Einbußen immer noch eine ordentliche Rendite liefern.
Provisionsdeckel wirft seinen Schatten voraus
Ein konkreter Vorschlag des Bundesfinanzministers zum angekündigten Provisionsdeckel für Lebensversicherungen lässt weiter auf sich warten, nach dem ursprünglichen Zeitplan sollte er bis Ende März kommen. Die fehlende Klarheit hielt hochrangige Vertreter von Versicherern, Vermittlern und Verbraucherschützern aber nicht von einem lebhaften Schlagabtausch zum Thema ab. Der Vorstandssprecher des Bundes der Versicherten Axel Kleinlein machte sich für eine Provisionsgrenze von 1,5 Prozent stark, die er angesichts der gesunkenen Rendite von Lebensversicherungen als Maximum bezeichnete. Der Vorstandschef der Ideal Rainer Jacobus nahm die Vermittler in die Pflicht, den Wert ihrer Beratungsleistung selbstbewusster gegenüber den Kunden zu vertreten.
Allianz Leben mit stabiler Überschussbeteiligung
Der Marktführer Allianz hält die Überschussbeteiligung für 2019 stabil. Kunden mit einer neuen Garantiepolice des Typs „Perspektive“ erhalten eine laufende Verzinsung von 2,9 Prozent und eine Gesamtverzinsung von 3,7 Prozent. Versicherte mit klassischen Policen erhalten mit 2,8 Prozent beziehungsweise 3,4 Prozent etwas weniger. Damit fügt sich die Allianz in den bisherigen Trend bei den Überschussdeklarationen für 2019 ein. Nur die Ergo hat bisher eine Absenkung der Verzinsung bei ihrem Direktversicherer angekündigt. Der kleine Berliner Versicherer Ideal will dagegen die Überschussbeteiligung erhöhen.
Ideal Leben hebt Überschussbeteiligung an
Kunden, die eine Kapitallebensversicherung beim Berliner Versicherer Ideal abgeschlossen haben, erhalten für 2019 eine laufende Verzinsung von 3,3 Prozent, nach 3,0 Prozent. Die Ideal Leben ist damit nach eigenen Angaben der erste Anbieter, der seit Ausbruch der Finanzkrise vor rund zehn Jahren die Überschussbeteiligung erhöht. Die Versicherer hatten die laufende Verzinsung in den vergangen zehn Jahren regelmäßig gesenkt oder im besten Fall konstant gehalten. Für das kommende Jahr geht der Trend in Richtung stabile Überschussbeteiligung.











