Exklusiv Die Preise für Industrie- und Rückversicherungsschutz sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Davon profitiert auch der Versicherungsmarkt Lloyd’s of London. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor zeigt sich Finanzchef Burkhard Keese allerdings nicht mit allen Sparten zufrieden. Er kritisiert den starken Preisverfall bei D&O-Policen. Lloyd’s will sich daran nicht beteiligen und notfalls auf Geschäft verzichten, kündigt er an. Auch die Preise im europäischen Sachversicherungsmarkt hält Keese nicht für hoch genug.
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Aon beklagt Führungs-Oligopol
Exklusiv In der Führung großer Industrierisiken hat sich ein Oligopol herausgebildet, beklagt der Makler Aon. Deutschlandchef Kai-Frank Büchter und sein Vize Hartmuth Kremer-Jensen sehen große Gefahren für Konzerne, sollte es zu bedeutenden Schäden kommen. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor sprechen die beiden auch über die Entwicklung von Preisen und Kapazitäten, die Zangenbewegung der Rückversicherer gegenüber dem Markt und die Notwendigkeit gerade für Mittelständler, sich einen besseren Überblick über die eigenen Risiken zu verschaffen.
Sach-Industrieversicherung: „Still no fat to cut“
Meinung am Mittwoch Der Trend zu höheren Preisen in der industriellen Sachversicherung, getrieben durch Inflation, Klimawandel und Rückversicherungskosten, bleibt ungebrochen. Für die Anbieter bleibt Profitabilität mit Blick auf die Erneuerungsrunde zum 1. Januar 2024 die entscheidende Herausforderung.
Swiss-Re-Corso-Chef Berger: „Der Markt bleibt hart“
Nachgefragt – Das Video-Interview Andreas Berger, Chef des Industrieversicherers Swiss Re Corporate Solutions, ist davon überzeugt, dass der Industrieversicherungsmarkt in der Feuersparte hart bleibt. Der Markt werde auf einem Plateau bleiben, sagte er im Video-Interview mit dem Versicherungsmonitor. Bei den Preisen müsse auch die Inflation berücksichtigt werden. In anderen Sparten sei das Bild ganz anders. Berger sprach über die Bedeutung von ESG-Kriterien, die Skepsis bei Cyber, die Bedeutung der KI und seine Erfahrungen mit Rassismus.
Hypoport baut Industrie-Plattform
Die Hypoport-Gruppe baut einen digitalen Marktplatz für die Industrieversicherung, der Industriekunden, Makler und Versicherer zusammenbringen soll. Unter dem Namen Corify will der Konzern die Plattform im vierten Quartal auf den Markt bringen. Bezahlt werden soll das System von Versicherern und Maklern, die Industrie zahlt nichts, berichtet Geschäftsführer Artur Reimer. Hypoport sieht sich als Technologieunternehmen für die Finanzwirtschaft. Der Gruppe gehört unter anderem das Maklerprogramm Oasis.
D&O-Versicherung: Endlich Klarheit bei Masseschmälerung?
Legal Eye – Die Rechtskolumne Die Haftung der Geschäftsleitung für Zahlungen nach Eintritt der Insolvenzreife eines Unternehmens, die sogenannte Masseschmälerung, war lange Zeit sehr streng geregelt. Alle pflichtwidrigen Zahlungen waren demnach zu erstatten. Potenzielle Gegenleistungen wurden bis auf wenige Ausnahmefälle nicht haftungsmindernd berücksichtigt. Das hat sich durch das Gesetz zur Fortentwicklung des Sanierungs- und Insolvenzrechts geändert. Jetzt kommt es auf den tatsächlich entstandenen Schaden an. Das bringt allerdings auch neue Herausforderungen für Geschäftsleiter und ihre D&O-Versicherer mit sich.
WTW: „Der Markt hat den Peak erreicht“
Exklusiv Bei den Erneuerungs-Verhandlungen in der Industrieversicherung können sich die Einkäufer aus der Industrie auf eine entspanntere Situation einstellen als im vergangenen Jahr, berichten die Expertinnen Monika Behrens (rechts) und Olga Losing-Malota vom Makler WTW im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Der Markt ist stabiler, auch wenn die Preise für viele Deckungen noch hoch sind. Sorgen bereiten den beiden allerdings die Kfz- und die Sachversicherung sowie die Absicherung gegen politische Risiken.
Lufthansa will Captive und Makler verkaufen
Die Fluggesellschaft Lufthansa will sich stärker auf das Kerngeschäft besinnen. Neben Wartungseinheit und Caterer sind jetzt auch der firmeneigene Versicherer Delvag und der Vermittler Albatros in den Fokus gerückt. Branchenkreise bestätigen entsprechende Medienberichte, nach denen Lufthansa den Verkauf der zwei Töchter plant. Andere Unternehmen denken angesichts hoher Preise und knapper Kapazitäten für den Versicherungsschutz darüber nach, sich firmeneigne Versicherer, sogenannte Captives, zuzulegen.
Das Unerwartete erwarten
Meinung am Mittwoch Unternehmen bewegen sich in einem Spannungsfeld, das sich immer weiter verschärft. Geopolitische Risiken führen zu erheblichen Schäden, während viele Versicherer Deckungen einschränken und ihre Kapazitäten reduzieren. Unternehmenslenker müssen einen kühlen Kopf bewahren und ein klares Bild davon haben, welchen potenziellen Gefahren sie ausgesetzt sind.
Allianz erwartet weiter hohe Preise
Die Allianz kann ihr Glück kaum fassen. In der Industrieversicherung hat sie Schaden- und Kostenquoten um die 90 Prozent, gleichzeitig steigen die Erträge aus den Kapitalanlagen auch in der Industrieversicherung kräftig. Der Zustand wird noch zwei Jahre andauern, glaubt Konzern-Finanzchef Giulio Terzariol. Im ersten Halbjahr erzielte der Versicherer insgesamt sehr gute Gewinne. Für das dritte Quartal erwartet er deutlich höhere Naturkatastrophenschäden. Unter anderem kosten Hagelstürme in Italien die Allianz mehr als 200 Mio. Euro. Terzariol verteidigte den Austritt aus der Net Zero Insurance Alliance.
Digitale Versicherer als Helfer bei der Klimastrategie
Meinung am Mittwoch Neue Reporting-Richtlinien nach der Corporate Sustainability Reporting Directive und die neuen festgelegten europäischen Standards für Nachhaltigkeitsberichterstattung werden in naher Zukunft allen Unternehmen in der EU mehr Transparenz abverlangen. Insbesondere die Erfassung von Klimarisiken, deren Auswirkung und die adäquate Berichterstattung stellen Unternehmen vor große Herausforderungen, bieten jedoch auch Chancen für Firmen, eine holistische Klimastrategie zu entwickeln. Digital kompetente Versicherer haben hier viele Möglichkeiten, sie kompetent und partnerschaftlich zu begleiten.
„KI stand nicht in der Stellenbeschreibung“
Inflation, geopolitische Unsicherheiten und zunehmende Regulatorik: Der Druck auf Industrie- und Rückversicherer steigt. Um den veränderten Marktbedingungen standzuhalten, muss die Assekuranz bei der Digitalisierung – speziell im Bereich Underwriting und Automatisierung – einiges tun. Die Bereitschaft zur Veränderung hält sich jedoch in Grenzen. Zu diesem Ergebnis kommt die Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC in einer aktuellen Untersuchung.
Zeitreise: Kartellvorwürfe gegen Industrieversicherer, Provinzial Nord
Vor 20 Jahren Rekordhitze, ein sich langsam erholender Dax, Kartellvorwürfe gegen sieben Versicherer und ein Fortgang der Gerling-Saga: Der Juli 2003 hatte trotz Sommerloch eine Menge zu bieten. Die Pleite der Mannheimer Leben wurde in dem Monat durch die Bestandsabgabe an die Auffanggesellschaft Protektor abgewendet, und die mittelgroße Provinzial Nord in Kiel musste einen Verlust von sage und schreibe 517 Mio. Euro aus Aktienanlagen melden.
Allianz startet Revolution im Industriegeschäft
Die neue Struktur der Allianz in der Industrie- und Gewerbeversicherung ist ab heute scharf geschaltet. Künftig werden Kunden mit mehr als 10 Mio. Euro Umsatz von der Allianz Commercial bedient, einer virtuellen Firma, die vor allem aus der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) und den jeweiligen Landesgesellschaften besteht. Der Versicherungsmonitor hatte bereits im März über das Vorhaben berichtet. Dass die Ländergesellschaften als Risikoträger für einen Teil des Geschäfts die Zeichnungshoheit an die AGCS und Commercial-CEO Joachim Müller abgeben, könnte zum Problem werden.












