Die deutsche Industrie wehrt sich gegen eine zu allgemeine Behandlung des Themas ESG-Risiken durch die Versicherer. Aktuell sehen sich die Betriebe als Adressaten von Entscheidungen der Versicherer, nicht als Gesprächspartner, sagte Patrick Fiedler, Versicherungschef bei BASF und neuer Vorstandsvorsitzender des Gesamtverbandes der versicherungsnehmenden Wirtschaft, auf einer Pressekonferenz. „Wir wollen das Thema auf Augenhöhe mit den Versicherern diskutieren.“ ESG-Fragebögen sollten gemeinsam entwickelt werden. Der Vorstand der Organisation forderte generell mehr „Lust auf Risiko“ bei den Versicherern. „Außerdem sollten sie den Ausschluss-Reflex abschalten.“
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Scor zieht sich aus Erstversicherung zurück
Exklusiv Scor hat Kunden in Deutschland unterrichtet, dass sich das Unternehmen aus der Erstversicherung von Industrierisiken zurückzieht. Die Gesellschaft hatte seit 2022 versucht, in den Markt mit Industriekonzernen vorzudringen, und dafür in Deutschland zwei Spezialisten angestellt. Offenbar passt das Geschäftsfeld nicht mehr in die Strategie des neuen Chefs Thierry Léger. Auch an anderer Stelle spürt der Konzern einen neuen Ton: Eine Betriebsvereinbarung für die Mitarbeiter in Deutschland zur Zahl der Tage im Homeoffice hat das Unternehmen wenige Monate nach der Unterzeichnung wieder gekündigt. Nachtrag vom 11. Mai, 16.30 Uhr: Scor hat 24 Stunden nach der Anfrage des Versicherungsmonitors reagiert. […]
D&O: Nicht nur auf das Cyber-Risiko schauen!
Meinung am Mittwoch Kriminelle Akteure im Cyber-Raum organisieren sich heute sehr arbeitsteilig, geradezu im industriellen Maßstab. Ihre hochspezialisierten Lösungen können auch in Händen technisch weniger begabter Krimineller zu einer mächtigen Waffe werden. Deswegen fürchten Manager auch kein Haftungsrisiko so stark wie einen erfolgreichen Cyber-Angriff auf ihr Unternehmen. Sie sollten andere große Risiken dadurch aber nicht aus den Augen verlieren. So bieten auch ESG-Aktivitäten großes Haftungspotenzial für Manager.
Mahnke: Nicht immer nur nein sagen
Mit der rigorosen Ablehnung bestimmter Risiken könnten sich die Industrieversicherer auf Dauer überflüssig machen, warnte Alexander Mahnke, Chief Commercial Officer der MSIG Insurance Europe AG, beim Ecclesia-Symposium. Die Kunden bräuchten die Gesellschaften gerade für die schwierigen Probleme. Die Digitalisierung kann eine wichtige Rolle dabei spielen, Risiken besser einschätzbar und damit versicherbar zu machen, sagte Glenn van Mele, Geschäftsführer bei HDI Risk Consulting.
Südvers: Industrie-Prämien steigen auch 2023
Die Kunden in der Industrie- und Gewerbeversicherung werden auch im Jahr 2023 auf die Probe gestellt. In viele Sparten müssen sie weiter mit einem harten Markt rechnen. Das schreibt der Versicherungsmakler Südvers in seinem aktuellen Marktreport. Ein großes Problem ist die Inflation, die sich auf vielfältige Weise in den verschiedenen Sparten bemerkbar macht und den Versicherungsbedarf der Unternehmen erhöht. Auch Elementarschäden, und die Energieknappheit sowie der anhaltende Krieg sorgen für Herausforderungen.
Howden Deutschland: Neuer Chef, neue Einheit
Leute – Aktuelle Personalien Der britische Makler Howden hat mit Karl-Heinz Holz einen neuen Chef für sein Deutschlandgeschäft ernannt. Er wird zum 1. Oktober 2023 CEO der neu gegründeten Einheit Howden Deutschland AG, die aus der Tochter Euroassekuranz hervorgehen soll. Außerdem: Berkshire Hathaway Specialty Insurance hat drei neue Führungskräfte in der Schadenregulierung in Deutschland und die Arag einen neuen Chef für ihre kanadische Tochtergesellschaft.
Zurich: Industrieversicherung knackt 1 Milliarde Euro
Nach einer Phase der Wachstums- und Ertragsschwäche sieht sich die Zurich in Deutschland wieder auf Kurs. Ihre Ziele, die sie sich vor fünf Jahren bis 2023 gesetzt hatte, habe sie bereits 2022 übererfüllt, sagte Chef Carsten Schildknecht vor Journalisten. Ein Wachstumstreiber war die Industrieversicherung. Sie hat im vergangenen Jahr erstmals die Marke von 1 Mrd. Euro Beitragseinnahmen geknackt. Wachsen will Industrie-Chefin Petra Riga-Müller vor allem im Bereich erneuerbare Energien.
Wie Captives helfen können
Meinung am Mittwoch Der Industrieversicherungsmarkt befindet sich in der schwierigsten Phase seit zwei Jahrzehnten. Die Prämien werden in den nächsten zwei Jahren weiter steigen. Eine Eigenversicherung kann Risikomanagern und Unternehmen helfen, einen Teil des Risikos im Konzern zu halten. Aufgrund der Marktlage gewinnen sogenannte Captives zunehmend an Relevanz. Dies ist eine Bereicherung.
VKB erlebt heftigen Umsatzrückgang
Der erfolgsverwöhnte öffentliche Versicherer Versicherungskammer Bayern musste 2022 einen deutlichen Rückgang bei den Beitragseinnahmen von 9,28 Mrd. Euro auf 8,92 Mrd. Euro hinnehmen. Die Gruppe erlitt einen spürbaren Rückgang bei den Einmalbeiträgen in der Lebensversicherung. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor machte Konzernchef Frank Walthes (Bild) dafür auch die Regierung verantwortlich, die in der Altersvorsorge in die falsche Richtung gehe.
Everest holt Haftpflichtexperten Wernecke
Leute – Aktuelle Personalien Der im vergangenen Jahr mit einer Niederlassung in Deutschland gestartete Industrieversicherer Everest hat sich mit Frank Wernecke verstärkt. Wernecke hat zuletzt für Axa XL und davor für die XL Group gearbeitet und ist im Markt als Haftpflichtexperte bekannt. Außerdem: VOV bekommt Zuwachs für das Underwriting-Team, VIG Re eine neue Chefaktuarin und Aon ein neues Mitglied im Verwaltungsrat.
Industriegeschäft subventioniert Privatkunden
Die drei global agierenden Versicherer Allianz, Axa und Zurich konnten bislang die negativen Folgen der Inflation ausgleichen, die vor allem im Privatkundengeschäft wirkt. Geholfen haben in erster Linie ihre Marktposition und die deshalb möglichen Preiserhöhungen in der Industrieversicherung. Damit begründet die Ratingagentur Fitch, warum ihr Ausblick für die Ratings bei Allianz und Zurich für das Jahr 2023 stabil und bei der Axa sogar positiv ist, also auf eine Rating-Verbesserung hinauslaufen könnte.
Mehr Daten für die Risikoanalyse nutzen
Meinung am Mittwoch Die Nutzung von Daten für die Risikoanalyse könnte ausgefeilter sein. Es ist an der Zeit, das Blickfeld zu erweitern: Es gibt zahlreiche Quellen für Wirtschafts- und Risikoinformationen. Anstatt sich einer beliebigen Wirtschaftsauskunftei zu bedienen, könnten Versicherer längst aus einem ganzen Ökosystem schöpfen und von unterschiedlichen Spielarten des Risikomanagements profitieren. Damit könnten sie Unternehmen besser einstufen und unbekanntes Umsatzpotenzial heben. Auch die Kunden würden profitieren.











