Die deutsche Industrie will sich nicht mehr alles von den Versicherern gefallen lassen. Der harte Markt werde nicht ewig anhalten und die Unternehmen werden sich daran erinnern, wer sich in der schwierigen Zeit als Partner gezeigt habe, sagte Alexander Mahnke, Vorstandsvorsitzender des Gesamtverbandes der versicherungsnehmenden Wirtschaft, zum Auftakt der Jahrestagung des Verbandes in Unterschleißheim bei München. Mahnke forderte die Versicherer auch dazu auf, angesichts des Krieges in der Ukraine und der drohenden Energiekrise ihre Nachhaltigkeitspolitik zu überdenken.
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D&O: Noch keine Trendwende in Deutschland
Exklusiv In den USA haben die Preise in der Managerhaftpflicht bereits ihren Zenit überschritten und sinken wieder. Eine solche Entwicklung ist für Deutschland und Mitteleuropa noch nicht zu erkennen, sagte Christian Böhm, stellvertretender Vorsitzender des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft und Risikomanager beim Technologieunternehmen Freudenberg im Interview. Auch in der Cyberversicherung sieht er keine Entspannung. Insgesamt setzen die Versicherer zu stark auf Ausschlüsse, anstatt Lösungen zu finden, kritisiert er.
Aon wirft Versicherern Scheindiskussionen vor
Exklusiv Der Makler Aon wirft manchen Versicherern Scheindiskussionen vor. Sie argumentierten bei Preiserhöhungen und Kapazitätsreduzierungen immer mit der Inflation, auch wenn es ihnen vor allem um die Bestandssanierung gehe. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor erklären Kai Büchter, CEO der DACH-Region (Bild), und Chief Broking Officer DACH Hartmuth Kremer-Jensen die aktuelle Lage der Industrieversicherung, einschließlich der Folgen des Ukraine-Krieges und des Fachkräftemangels.
Berkshire mischt im deutschen Cybermarkt mit
Exklusiv Angesichts hoher Schäden werden Industrieversicherer immer zurückhaltender mit Cyberdeckungen. Die zu Warren Buffetts Firmenimperium gehörende Berkshire Hathaway Specialty Insurance (BHSI) geht den umgekehrten Weg und bietet in Deutschland erstmals Cyberpolicen an. Der Versicherer will aber nicht in großem Stil in den Markt einsteigen, das Angebot richtet sich an Bestandskunden, betont Andreas Krause, Leiter der DACH-Region bei BHSI, im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Die anstehende Erneuerungsrunde wird herausfordernd – vor allem wegen der zunehmenden Inflation.
„Renewals“ – Wirkliche Erneuerungen?
Legal Eye – Die Rechtskolumne Längst haben die Diskussionen zwischen Industrieversicherern und Kunden begonnen. Die alljährlichen „Renewals“ stehen an. Was hier und da irgendwie ein wenig ritualisiert wirkt, ist für die Beteiligten regelmäßig eine Stressphase gefolgt von vorweihnachtlicher Erleichterung, wenn alles geklappt hat. Ja, es sind schwierige Zeiten, auch für die Versicherungswirtschaft mit Klimakrise, Krieg und Kalamitäten unterschiedlichster Art. Doch wie geht Erneuerung in diesem Kontext wirklich – und wie nicht?
Sanierungsopfer Wahrheit
Herbert Frommes Kolumne Die Industrieversicherer sanieren weiter. Mit einer Schaden- und Kostenquote von über 150 Prozent in der industriellen Sachversicherung haben sie gute Gründe dafür. Doch leider gibt es bei manchen Versicherern aktuell den Trend, anstehende Preissteigerungen oder Kapazitätsreduzierungen nicht mit ihren eigenen Ergebnissen zu begründen, sondern mit der Anwendung von ESG-Kriterien. Das ist leicht durchschaubar und verärgert die Kunden. Ohnehin tut sich die Branche schwer mit ESG: Es ist klar, dass Europa in den kommenden Monaten mehr Strom aus Kohle braucht. Aber mancher Industrieversicherer hat noch nicht begriffen, dass er dafür seine ESG-Kriterien anpassen muss.
Offene Wunden in der Industrieversicherung
Kommentar Die vergangenen Erneuerungsrunden in der Industrieversicherung haben Spuren hinterlassen. Zwar bemühen sich die Anbieter, verlorenes Vertrauen der Kunden wiederzugewinnen, aber die Zusammenarbeit läuft immer noch nicht gut. Auch die Aussicht auf weiter steigende Prämien bei den kommenden Verhandlungen hilft nicht. Die Versicherer sollten den Unmut ihrer Kunden ernst nehmen. Eine Chance für persönliche Gespräche bietet das Symposium des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft in zwei Wochen.
BDJ schließt sich Warwegs Maklergruppe an
Exklusiv Paukenschlag bei der GGW Group: Der alteingesessene Industrieversicherungsmakler und Assekuradeur BDJ wird Teil von Tobias Warwegs Maklergruppe. Der Maklerteil des Hamburger Unternehmens soll eng mit dem Maklergeschäft von GGW verzahnt werden. Marke und Standorte sollen aber erhalten bleiben, auch Stellenabbau soll es keinen geben, verspricht Warweg im Gespräch mit dem Versicherungsmonitor. Mit dem Neuzugang holt er sich unter anderem Expertise bei der Versicherung von Einzelhandelsunternehmen und den marktführenden Assekuradeur in der Filmversicherung ins Haus.
Talanx wächst kräftig
Der Hannoveraner Talanx-Konzern hat im ersten Halbjahr bei den Prämieneinnahmen stark zugelegt, vor allem in der Rück- und Industrieversicherung. Für das Gesamtjahr hat das Unternehmen seine Wachstumsprognose angepasst und peilt jetzt ein Prämienwachstum von rund zehn Prozent an. Das Gewinnziel von 1,05 bis 1,15 Mrd. Euro will Talanx trotz des herausfordernden Umfelds beibehalten, auch wenn sich der Konzern „strecken muss“, damit das passt, betonte Finanzchef Jan Wicke. In den ersten sechs Monaten verbuchte Talanx hohe Schäden durch Ukraine-Krieg und Naturkatastrophen.
Globaler Versicherungsschutz vs. deutscher Tellerrand
Legal Eye – Die Rechtskolumne Was darf der Versicherungsnehmer erwarten, wenn er weltweiten Versicherungsschutz einkauft? Diese Frage ist in der Praxis immer wieder umstritten. Sie kann bei einer internationalen Deckung nur aus der Perspektive desjenigen beantwortet werden, dem der Versicherungsschutz zugutekommen soll. Maßgeblich ist also die Perspektive des oder der Betroffenen. Die Praxis zeigt aber: Der „deutsche Tellerrand“ stellt die Funktionalität internationaler Deckungen immer mehr in Frage. Dazu zwei Schlaglichter.
Wochenspot: Steigende Preise und Insurtechs
Wochenspot – der Podcast Einmal in der Woche gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe diskutieren Redakteurin Kaja Adchayan und Herausgeber Herbert Fromme über die steigenden Preise in der Industrieversicherung und die Konsequenzen, die Unternehmen daraus ziehen. Außerdem sprechen sie über die Neuausrichtung des Insurtechs Mailo vom Gewerbeversicherer zum Assekuradeur.
Wochenspot: Nachhaltige Industrieversicherer
Wochenspot – der Podcast Einmal in der Woche gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe berichten Chefredakteurin Friederike Krieger und Herausgeber Herbert Fromme von der Roundtable-Diskussion des Versicherungsmonitors zu Industrieversicherern und Nachhaltigkeit, aktuellen Marktentwicklungen und dem neuen Bild- und Tonstudio des Versicherungsmonitors.
Südvers: „Wir bleiben eigenständig“
Exklusiv Nach über zwei Jahren Pandemie sitzt Geschäftsführer Florian Karle wieder in seinem Büro beim Makler Südvers. Auch die Mitarbeiter sind wieder zurückgekehrt. „Die Regel ist zwei Tage Homeoffice, drei Tage Büro“, sagt er im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Karle spricht über den aktuellen Zustand der Maklerbranche, erklärt, was er von Private Equity-Unternehmen hält und warum der von Russland geführte Krieg in der Ukraine den Beratungsbedarf der Kunden erhöht.
Industriekunden kritisieren Territorialausschluss
Dem Gesamtverband der versicherungsnehmenden Wirtschaft (GVNW) missfallen die umfangreichen Ausschlüsse, die Versicherer in Bezug auf Russland, die Ukraine und Belarus in internationalen Verträgen verankern wollen. Insbesondere sind die Industriekunden von weitreichenden Territorialausschlüssen genervt, die auch die Absicherung von Lieferungen verhindern, die keinen Sanktionen unterliegen. Der GVNW fürchtet, dass dieses Modell auch für andere Krisenregionen Schule machen könnte.













