Nachdem der Rückversicherer Swiss Re im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie tief in die roten Zahlen gerutscht war, konnte er im ersten Quartal 2021 wieder mit einem überraschend hohen Gewinn aufwarten. Der Konzern verdiente dank einem guten Ergebnis in der Schaden- und Unfallrückversicherung unter dem Strich 333 Mio. Dollar, nach einem Minus von 225 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum. Covid-19-Schäden mussten die Schweizer vor allem in der Lebensrückversicherung verbuchen.
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Kielholz: Großschäden als Daseinsberechtigung
Die Corona-Krise hat den Rückversicherern hohe Schäden beschert, allen voran der Swiss Re. Für Walter Kielholz, den scheidenden Verwaltungsratspräsidenten des Schweizer Konzerns, ist das aber kein Grund zur Beunruhigung. Wenn es solche Großschäden nicht gäbe, würde niemand mehr Rückversicherungen kaufen, sagte er bei seinem letzten offiziellen Auftritt anlässlich der Hauptversammlung der Swiss Re. Auf Dauer will der Rückversicherer Pandemiebelastungen aber nicht allein stemmen – und wirbt für eine staatliche Lösung. In der Schweiz scheint die aber in weite Ferne gerückt zu sein.
Der Industrie-Markt ist keine Einbahnstraße
The Long View – Der Hintergrund Immer wieder gibt es Unmut über Preiserhöhungen, Kapazitätsreduktionen, Wording-Anpassungen in der Industrieversicherung – und einige Unternehmen fragen sich, ob die Risikogemeinschaft aus dem Lot geraten ist. Fairness und Partnerschaft sind auch im aktuellen Marktumfeld möglich. Der Markt darf allerdings keine Einbahnstraße sein. Und auch die Versicherer müssen ihre Hausaufgaben machen.
Ein Plädoyer für die Kapazität
Meinung am Mittwoch Resigniert hockt sie auf der Anklagebank, gefesselt, sichtbar und spürbar gezeichnet – die so wohlgeratene Kapazität der Industrieversicherer. Ebenjene nehmen der Kapazität substanznagende Entschädigungen übel, ebenso bestreitbare Eventual-Schäden, werfen ihr in der Anklageschrift launische Geschäftsergebnisse vor. Zwar versichern sie noch, zwar versichert sich die Allgemeinheit noch, nur zurückhaltend und mit schlotternden Knien. Der auskömmlichen Kapazität widerfährt ein kurzer Prozess. Nachfolgend plädiert einer ihrer Verteidiger.
Captives werden beliebter
Firmeneigene Versicherer sind für Industriekunden attraktiver. Wegen steigender Prämien und verschärfter Bedingungen infolge der Corona-Pandemie sehen laut dem Swiss Re Institute immer mehr Unternehmen in Captives eine Alternative zum traditionellen Versicherungsschutz. Der Trend in Richtung Captives greift danach von Nordamerika und Europa auch auf Asien und Lateinamerika über. In den reiferen Märkten sehen auch mittelgroße Unternehmen zunehmend die Vorteile von solchen Modellen – ohne dafür unbedingt selbst einen Versicherer aufsetzen zu müssen.
Das Janusgesicht der Industriemakler
Meinung am Mittwoch Durch ihre Sandwich-Position zwischen Versicherer und Kunde müssen Makler stets die Defizite ausgleichen. Das gilt auch für fehlende digitale Schnittstellen und Prozesse der Versicherer. Sie führen dazu, dass Informationen händisch in die Kundenportale eingepflegt werden müssen. Statt überflüssige Arbeit zu leisten, sollten Makler auf dem digitalen Weg bestehen.
Aon/Willis wohl nicht in Deutschland
Die Fusion zwischen Aon und Willis Towers Watson ist beschlossen – aber die EU als Kartellbehörde sträubt sich. Jetzt will Willis mit Einverständnis von Aon Teile des Geschäfts separat verkaufen, um die Kartellwächter gnädig zu stimmen. Dazu könnte auch die deutsche Tochter gehören, heißt es in Marktkreisen, die einen Bericht im Londoner Fachdienst Insurance Insider teilweise bestätigten. Unter anderem gibt es Gespräche mit dem US-Makler Arthur J. Gallagher, dessen Chef Patrick Gallagher seit Jahren nach Deutschland will. Das könnte das Hamburger Maklerhaus Funk – aktuell der Gallagher-Partner hierzulande – empfindlich treffen.
Wochenspot: Suez-Sperrung und Thinksurance
Wochenspot – der Podcast Einmal in der Woche gibt es den Versicherungsmonitor jetzt auch zum Hören. In dieser Ausgabe sprechen Kaja Adchayan und Herbert Fromme über die Havarie des Containerschiffs „Ever Given“ im Suez-Kanal und das Vorhaben des Plattformbetreibers Thinksurance, in der Industrieversicherung durchzustarten.
Corona treibt Lloyd’s in rote Zahlen
Die Corona-Schäden, allen voran Veranstaltungsausfälle, haben deutliche Spuren in der Bilanz des Londoner Versicherungsmarktes Lloyd’s hinterlassen. Rund 6,2 Mrd. Pfund hat der Markt für Corona-Schäden zurückgestellt beziehungsweise ausbezahlt. In der Folge schloss Lloyd’s das vergangene Jahr mit einem Minus von rund 900 Mio. Pfund ab. Trotzdem zeigte sich CEO John Neal zufrieden. Er sieht große Fortschritte, was die Bemühungen um eine höhere Profitabilität angeht.
BüchnerBarella setzt auf Expertise von Thinksurance
Der Plattformbetreiber Thinksurance setzt seinen Wachstumskurs fort. Nach Schunck, Marsh und MRH Trowe konnten die Frankfurter jetzt den inhabergeführten Industrieversicherungsmakler BüchnerBarella als neuen Kunden gewinnen. Über 370 Mitarbeiter erhalten ab sofort Zugang zur Thinksurance-Plattform und ihren Angeboten. Dazu gehören der digitale Abschluss von Verträgen und die Ausschreibung von komplexen Industrierisiken. BüchnerBarella verspricht sich von der Zusammenarbeit viel. Für dieses Jahr sind weitere gemeinsame Projekte geplant.
D&O: VW kostet dreistellig
Die Ansprüche des VW-Konzerns gegen zwei Ex-Manager wegen des Dieselskandals dürfte die D&O-Versicherer eine dreistellige Millionensumme kosten, erwarten Marktexperten. Führender Versicherer des Risikos ist die Zurich. Der Aufsichtsrat des Konzerns – hier sein Werk in Wolfsburg – hat am Freitag Ansprüche gegen den früheren Konzernchef Martin Winterkorn und den Ex-Audi-Chef Rupert Stadler wegen „fahrlässiger Pflichtverletzungen“ angekündigt. Winterkorn weist die Vorwürfe zurück, zeigt aber Verständnis für den Aufsichtsrat. Das Ziel dürfte ein Vergleich mit den Versicherern sein.
Industrieversicherer beschädigen ihren Ruf
Rabiate Preiserhöhungen, geringere Kapazitäten, neue Ausschlüsse, kaum Kommunikation – die Versicherungseinkäufer und Risikomanager großer Unternehmen sind nach den Vertragserneuerungen zum Jahresanfang sauer auf ihre Industrieversicherer. Wie schwer die Reputation der Branche beschädigt ist, zeigt eine aktuelle Umfrage des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft. 79 Prozent der befragten Mitglieder bewerten den Ruf der Anbieter als sehr schlecht. Was die Branche machen muss, um ihre Kunden wieder milde zu stimmen.
Zurich will im Mittelstand wachsen
Die Zurich hat die vergangenen drei Jahre nach Ansicht von Deutschlandchef Carsten Schildknecht gut gemeistert. Überwunden sieht er Probleme mit Wachstum, Kosten, volatilen Ergebnissen und unzufriedenen Mitarbeitern, mit denen die Gesellschaft in der Vergangenheit zu kämpfen hatte. 2020 hat sich der Versicherer trotz Corona-Krise wacker geschlagen. Dabei halfen auch Kooperationen wie mit der Deutschen Bank in der Lebensversicherung und bei Elektronikpolicen mit Media Markt Saturn. Zulegen will die Gesellschaft künftig aber auch im Gewerbe- und Industriesegment.












