Archiv ‘Industrieversicherung’

Mitversicherung: Streit um die Führungsklausel

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Ein größeres Risiko in der Sachversicherung auf mehrere Schultern zu verteilen macht für Versicherer und ihre Kunden Sinn. Weil der Versicherungsnehmer dennoch gerne nur einen Ansprechpartner hat, gibt es die sogenannte Führungsklausel. Sie regelt den Verantwortungsbereich des führenden Versicherers. Weil diese Klausel aber meist nicht sehr umfangreich ist, kann es über den Inhalt auch zum Streit kommen.

AGCS fordert Transparenz über Zulieferer

Betriebsunterbrechungsschäden kosten Versicherer immer mehr Geld. Bei der Allianz-Tochter AGCS sind sie im Schnitt um ein Drittel teuer als der Sachschaden, der etwa durch einen Brand entsteht. Das liegt auch daran, dass Kunden in Boomzeiten und angesichts von Sparzwängen immer weniger alternative Produktionsstandorte vorhalten, kritisiert der für das Sachgeschäft in Zentral- und Osteuropa zuständige AGCS-Manager Jürgen Wiemann im Interview mit Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor. Er fordert von den Kunden höhere Investitionen. Zudem will der Versicherer nur noch sehr beschränkte Deckungen für namentlich benannte Zulieferer bei Contingent BI-Policen geben.

Herbert Fromme

Das schwarze Loch der AGCS in den USA

 Herbert Frommes Kolumne  Die Probleme des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) treffen die Führung der Allianz härter als der kleine Umsatzanteil vermuten lässt. Die AGCS kann den Nimbus der Allianz-Führung gefährden, mit Volatilitäten im Geschäft gut umgehen zu können und Anlegern zuverlässig die versprochenen Gewinne zu liefern. Jetzt soll Joachim Müller an der Spitze der AGCS den Kurswechsel bewältigen: Unterstützt wird er vom früheren Chef Axel Theis, der heute Vorstand der Allianz SE ist. Es ist keineswegs sicher, dass sie Erfolg haben werden.

Wie das Maklernetz der Ecclesia funktionieren soll

Nach dem Ende der Partnerschaft mit JLT hätte es für Ecclesia bequemere Optionen gegeben, doch die Detmolder wählten die komplizierteste: Sie gründeten im November ein eigenes weltweites Maklernetzwerk, das sich aus eigenen Gesellschaften und selbstständigen Partnern zusammensetzt. Ein Maklernetz aufzubauen und zu führen, gilt als schwieriges Unterfangen. Warum das „Ecclesia Global Network“ dennoch Erfolg haben könnte, erläutert Ecclesia-Geschäftsführer Jochen Körner im Interview mit dem Versicherungsmonitor.

Herbert Fromme

Was digital geht – und was nicht

 Herbert Frommes Kolumne  Eine Schaden-App in der Kfz-Versicherung ist grober Unsinn. Denn nach einem Unfall wollen die Betroffenen mit Menschen reden und keine App laden und öffnen. Das Underwriting in der Industrieversicherung können Maschinen zum großen Teil zuverlässig erledigen – auch wenn fast jeder Underwriter das zunächst einmal heftig bestreiten würde. Solche Einsichten gab es bei der SZ-Konferenz „The Digital Insurance“ am Dienstag. Man konnte viel lernen.

FM Global: Kein Rückzug aus Problembranchen

Nach fast einem Jahrzehnt sinkender Prämien wollen die Industrieversicherer wieder profitabel arbeiten. Die US-Gesellschaft FM Global bildet da keine Ausnahme. Es gibt Fälle, in denen der Versicherer die Prämien von Kunden sogar verdoppelt hat, auch wenn das selten vorkommt, sagt Achim Hillgraf, Hauptbevollmächtigter von FM Global in Deutschland. Seiner Meinung nach gibt es keine Problembranchen, die von vornherein nicht gezeichnet werden. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor erklärt Hillgraf, welchen Vorteil Unternehmen davon haben, dass FM Global Risiken in der Regel allein zeichnet, welche Strategie der Versicherer bei Cybergefahren verfolgt und welche Rolle Schadenprävention in der Kundenbeziehung spielt.

Riedel wechselt zu Adesso

 Leute – Aktuelle Personalien   Der IT-Berater und Dienstleister Adesso vergrößert seinen Vorstand und holt Stefan Riedel an Bord. Der ehemalige IBM-Manager ist nun für den Versicherungsbereich des Unternehmens zuständig. Auch bei der Versicherungskammer Bayern gibt es Zuwachs: Der Konzern ernennt zwei neue Generalbevollmächtigte. Axa XL will sich unterdessen in der Absicherung von Umweltrisiken breiter aufstellen und gewinnt mit Sheri Wilbanks eine langjährige AIG-Managerin als Vorstandsmitglied.

Swiss Re Corso soll mehr Profil zeigen

Nachdem die ersten Portfolio-Bereinigungsmaßnahmen bei Swiss Re Corporate Solutions Wirkung gezeigt habe, will der neue Chef Andreas Berger den Industrieversicherer mehr herausputzen. Swiss Re Corso soll nicht mehr nur als Kapazitätsgeber fungieren, sondern durch Zusatzleistungen herausstechen. „Haben wir nichts Besonderes für einen Markt anzubieten, werden wir auch nicht in diesen Markt einsteigen“, sagte er auf dem Swiss Re Investor Day in London.

Swiss Re baut Plattform für internationale Programme

Swiss Re will bei internationalen Programmen in der Schadenversicherung neue Maßstäbe setzen. Mit einer neuen digitalen Plattform der Industrieversicherungs-Tochter Swiss Re Corporate Solutions soll das Erstellen aufeinander abgestimmter Master- und Lokal-Deckungen schneller und effizienter werden. Bei Details zum Zeitgewinn hält sich der Versicherer aber bedeckt.

Risikomanager fordern mehr Cyber-Standards

Wenn es um das Management von Cyberrisiken geht, sind mehr Standards vonnöten – für Europa, aber auch weltweit. Darin waren sich Experten beim diesjährigen Ferma-Forum in Berlin einig, dem Treffen der europäischen Risikomanager. Denn nur, wenn Cybergefahren durch gutes Risikomanagement minimiert werden können, lassen sich die Restrisiken auch gut versichern. Auch abseits von Cyberrisiken lauern viele Gefahren für Unternehmen, denen sich die Risikomanager annehmen müssen.

Staatsgarantie für Extremus verlängert

Der Terrorversicherer Extremus und die deutsche Industrie können aufatmen: Das Bundesfinanzministerium hat die Staatsgarantie für die Gesellschaft um drei Jahre bis zum 31. Dezember 2022 verlängert. Allerdings ist sie geschrumpft. Künftig steht der Staat nur noch für Schäden von rund 6,5 Mrd. Euro ein. Zurzeit sind es noch 7,5 Mrd. Euro. Damit sinkt die gesamte Kapazität von 10 Mrd. Euro auf 9 Mrd. Euro. Extremus-Chef Thomas Leicht findet das aber nicht weiter schlimm.

Allianz findet neuen AGCS-Chef

Die Allianz macht nach Informationen des Versicherungsmonitors Joachim Müller (Bild) zum neuen Chef des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS). Der Konzern wollte das nicht kommentieren. Müller ist aktuell Mitglied des Vorstands der Allianz Deutschland und verantwortet dort sowohl den Vertrieb als auch das Schaden- und Unfallgeschäft. Er soll Nachfolger von Chris Fischer Hirs werden, der die AGCS in den kommenden Tagen verlassen wird.

Allianz feuert AGCS-Chef Fischer Hirs

 Leute – Aktuelle Personalien  Die Allianz trennt sich nach Informationen des Versicherungsmonitors von Chris Fischer Hirs, dem Chef des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty. Offenbar soll die Trennung binnen weniger Tage erfolgen. Das Unternehmen wollte dazu nicht Stellung nehmen. Fischer Hirs war seit 1999 bei der Allianz, seit 2007 bei der AGCS und seit 2015 ihr Chef. Fischer Hirs wurde Opfer der seit mehreren Monaten fühlbaren Unzufriedenheit in der Allianz-Führung über die Industrieversicherungstochter. Dafür trägt er allerdings nicht allein die Verantwortung.

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