Archiv ‘Lebensversicherung’

CDU: Run-off wird Regulierungsthema

Die Kritik aus der Politik am Verkauf von Lebensversicherungsbeständen, die für das Neugeschäft geschlossen sind, reißt nicht ab. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Ralph Brinkhaus hat kurze Zeit nachdem sich die Finanzexpertin seiner Partei Anja Karliczek und Gerhard Schick von den Grünen zu dem Thema geäußert hatten noch einmal nachgelegt. Run-off werde in der kommenden Legislaturperiode „Regulierungsthema“, kündigte er an. Die FDP war zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Linke erkennt ebenfalls Regulierungsbedarf, sieht in dem Thema aber letztlich ein Symptom verfehlter Zins- und Vorsorgepolitik.

Herbert Fromme

Spiel mit dem Feuer

 Herbert Frommes Kolumne  Die schärfste Opposition gegen den Plan von Ergo und Generali, stillgelegte Lebensversicherer zu verkaufen, kommt von anderen Versicherern. Die Empörung bei ihnen ist groß, auch wenn sie meistens nur hinter vorgehaltener Hand geäußert wird. Doch die Vorstände anderer Gesellschaften sollten vorsichtig sein mit ihrer Kritik. Sie ist inzwischen bei der Politik angekommen, die Grünen wollen sogar gesetzgeberisch tätig werden. Das wäre auch für die heutigen Kritiker fatal. Denn es kann ihnen gut passieren, dass sie selbst in drei oder fünf Jahren einen Teilbestand abwickeln und verkaufen müssen. Die Kritiker spielen mit dem Feuer.

Generali: Niederlande-Verkauf schlägt aufs Ergebnis

Der italienische Versicherungsriese Generali hat in den ersten neun Monaten deutlich weniger Gewinn erwirtschaftet als im Vorjahr. Das liegt vor allem an dem Verkauf der niederländischen Tochter, der das Ergebnis mit 253 Mio. Euro belastete. Der Versicherer zieht sich gerade aus einigen Ländern zurück, die nicht zu seinen Kernmärkten gehören. In Deutschland will er die stillgelegte Generali Lebensversicherung abgeben. Ob Generali hierbei Fortschritte gemacht hat, wollte Finanzchef Luigi Lubelli aber nicht kommentieren.

Kontroverse Debatte um Run-off

 Medienanalyse  Die Ankündigungen namhafter Versicherer wie Ergo und Generali, ihre Lebensversicherungsbestände intern abzuwickeln oder an Spezialplattformen zu veräußern, sorgte im Oktober für Schlagzeilen. In der medialen Debatte wurden gegensätzliche Standpunkte deutlich: Während die von Niedrigzinsen und Kostendruck gebeutelten Versicherer die betriebswirtschaftliche Notwendigkeit eines Run-offs und mögliche Vorteile für die Kunden hervorheben, werfen Verbraucherschützer der Branche einen erheblichen Missbrauch des in sie gesetzten Vertrauens und einen gefährlichen Angriff auf die Altersvorsorge von Millionen Kunden vor.

Heitmann: HUK-Coburg baut Kfz-Dienste aus

HUK-Coburg-Chef Klaus-Jürgen Heitmann will die Dienstleistungen seines Unternehmens rund um den Privat-PKW weiter ausbauen, über Werkstätten und Gebrauchtwagenhandel hinaus. „Es kommt noch mehr“, sagte Heitmann, der seit August Vorstandssprecher ist. Im Interview mit Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor kündigte Heitmann an, dass der Versicherer künftig Telematiktarife ohne die bisherige Box anbieten wird. Die HUK will keine zweite Hauptverwaltung in einer Großstadt aufbauen. Er findet es sehr schwer für Newcomer, im deutschen Kfz-Markt zu punkten.

Frankfurter Leben: Run-off kein Reputationsrisiko

Der Finanzvorstand des Abwicklers Frankfurter Leben Bernd Neumann kann die aufgeregte Diskussion um Run-off-Geschäfte einzelner Versicherer nicht nachvollziehen. Von einer Abwicklung alter Bestände könnten alle beteiligten Parteien profitieren, wenn denn professionell gearbeitet werde, sagte er auf einer SZ-Fachkonferenz in Köln. Von einem möglichen Imageschaden für die Versicherungswirtschaft will Neumann nichts wissen. Eine Run-off-Plattform ist in seinen Augen ein ganz normaler Lebensversicherer.

BaFin: Unternehmen sollen Pensionskassen stärken

Weil es Pensionskassen wegen der schwierigen Kapitalmarktlage immer schlechter geht, plädiert BaFin-Versicherungsaufseher Frank Grund für ein stärkeres Engagement der Arbeitgeber und Aktionäre. Sie müssten Milliardenbeträge investieren, um die Not der Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung zu lindern. Der aktuellen Run-off-Debatte steht Grund mit gemischten Gefühlen gegenüber: Zum einen gehöre es zum Kerngeschäft, Portfolien regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen. Zum anderen sei eine öffentliche Debatte dem Vertrauen in die Assekuranz nicht gerade förderlich.

Axa mit leichtem Umsatzrückgang

Dem Pariser Axa-Konzern macht das rückläufige Geschäft mit Lebensversicherungen zu schaffen. Der Gesamtumsatz schrumpfte in den ersten neun Monaten leicht, trotz wachsender Prämieneinnahmen in den Gewerbesparten. Die Naturkatastrophen in den USA haben den Versicherer nicht besonders schwer getroffen, allerdings stellt der für 2018 geplante Börsengang von Teilen des US-Geschäfts das Unternehmen vor Herausforderungen.

Versicherer besorgt über Run-off-Diskussionen

Mit Sorge blicken Versicherer wie die Allianz, Ergo und Talanx auf die öffentliche Run-off-Diskussion. Nachdem bekannt wurde, dass Generali und Ergo Käufer für ihre Lebensversicherer suchen, kochte das Thema hoch: Verbraucherschützer sind alarmiert, die Deutschen fürchten um ihre Altersvorsorge. Bei der Vermittlermesse DKM diskutierten Vorstände von Allianz, Ergo, W&W und Talanx mit Versicherungsaufseher Frank Grund und unter Moderation von Marc Surminski die Auswirkungen der Run-off-Debatte und die Rolle der Vermittler in der Digitalisierung.

VDVM will fusionieren und erwartet Provisionsdeckel

Der Verband Deutscher Versicherungsmakler (VDVM) will seine Schlagkraft gegenüber der Politik erhöhen und plant deswegen ein Zusammengehen mit dem Bundesverband mittelständischer Finanz- und Versicherungsmakler. Die Entscheidung fällt im November. VDVM-Vorstand Hans-Georg Jenssen warnte die Versicherer außerdem davor, das Vertrauen der Politik durch zu viele Run-off-Geschäfte zu verspielen. Das könnte einige der Privilegien, die die Versicherer in der IDD durchgesetzt hatten, wieder ins Wanken bringen.

Jacobus: Transparente Lebenspolicen haben Zukunft

Der Berliner Versicherer Ideal glaubt an die Lebensversicherung – vor allem in der Form, in der das Unternehmen sie seit knapp zwei Jahren anbietet. Das neue Produkt ist in hohem Maße flexibel und transparent und lehnt sich an die in den USA verbreiteten Universal Life-Policen an. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor erläutern Unternehmenschef Rainer Jacobus (Bild) und Vorstandsmitglied Arne Barinka, wie das Angebot funktioniert, warum Ideal sich inzwischen als Insurtech sieht und das Wachstum gerade aus der Zusammenarbeit mit anderen Versicherern stammt.

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Durchbruch für Garantieverzicht durch Betriebsrenten

Nach der jahrelangen Dominanz von klassischen Lebensversicherungen mit Garantien fällt den Deutschen der Umstieg auf garantieärmere Altersvorsorgeprodukte schwer. Das neue Sozialpartnermodell könnte dem Garantieverzicht zugunsten einer höheren Rendite zum Durchbruch verhelfen, glaubt die Ratingagentur Assekurata. Dafür müssen sich die Tarifparteien aber erst mal auf das neue Modell einlassen. Assekurata-Chef Reiner Will zeigte Verständnis für den Wunsch einiger Lebensversicherer, ihre Altbestände in den Run-off zu geben und zu verkaufen. Er ist aber skeptisch, ob das auch im besten Interesse der Kunden ist.

Grund: Brexit nicht auf die leichte Schulter nehmen

Der Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union bringt die deutschen Versicherer in Zugzwang. Die Unternehmen sollten das Thema nicht unterschätzen und sich rechtzeitig vorbereiten, mahnte Frank Grund, oberster Versicherungsaufseher der BaFin. Mit den Fortschritten der Branche bei der Einführung der neuen europäischen Eigenkapitalregeln Solvency II ist er zufrieden. Er betonte, wie wichtig die Übergangsmaßnahmen für Versicherer sind, die sich mit einem abrupten Umstieg schwertun. Nachbesserungsbedarf sieht Grund bei der Zinszusatzreserve.

Ergo-Töchter: Mitarbeiter protestieren gegen Verkauf

Ärger für Ergo: Nachdem bekannt wurde, dass der Düsseldorfer Konzern offenbar seine drei Tochtergesellschaften Victoria Leben, Ergo Leben und Ergo Pensionskasse verkaufen will, haben 1.000 Ergo-Mitarbeiter nach einer außerordentlichen Betriebsversammlung am Standort Hamburg protestiert. Beschäftige, Betriebsräte und die Neue Assekuranz Gewerkschaft wollen sich weiter gegen das Vorgehen der Munich Re-Tochter wehren. Der Ergo-Konzern äußerte sich bis Redaktionsschluss nicht zu den Vorwürfen.

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