Archiv ‘Lloyd’s of London’

Filmbranche diskutiert Versicherung für Sexskandale

Die internationale Filmbranche fragt sich: Ist schlechtes Verhalten von Produzenten und Hauptdarstellern wie das von Harvey Weinstein, Kevin Spacey (Bild) oder Dieter Wedel versicherbar? Viele Produzenten sind beunruhigt und würden am liebsten eine spezielle Deckung abschließen, berichten Experten. Doch den reinen Vorwurf des sexuellen Missbrauchs, des Drogenkonsums oder der häuslichen Gewalt zu versichern, ist schwierig. Sollte es je eine Police geben, wird sie teuer und das Limit begrenzt sein.

Neuer Risikotyp belastet Lloyd’s of London

Dem Londoner Versicherungsmarktplatz steigen Fassadenkletterer aufs Dach, mindestens 49 Personen waren es in den vergangenen fünf Jahren. Doch die Akrobatik am berühmten Büroturm soll nun ein Ende haben. Per gerichtlicher Verfügung will Lloyd’s das Beklettern der Zentrale in der Lime Street untersagen lassen. Das soll auch für das Verbreiten von Anleitungen und die Ermutigung Dritter zum Aufstieg über die sozialen Medien wie Youtube, Facebook oder Snapchat gelten.

Bündnis für den Umgang mit neuen Risiken

Das Weltwirtschaftsforum hat eine Initiative zum Umgang mit Risiken ins Leben gerufen, die mit neuen Technologien wie selbstfahrenden Autos oder dem Internet der Dinge einhergehen. Namhafte Versicherer, Technologiefirmen und Staatsvertreter arbeiten dabei zusammen, um die Versicherbarkeit von Risiken sicherzustellen, die angesichts des rasanten technologischen Fortschritts immer schwieriger einzuordnen sind. 2018 sollen erste Ergebnisse vorgestellt werden. Das Weltwirtschaftsforum hat außerdem einen Bericht zum Thema erstellt.

Hohe Cat-Schäden für Scor, Partner Re und RenRe

Langsam werden die Schäden aus den Stürmen „Harvey“, „Irma“ und „Maria“ sowie aus den Erdbeben in Mexiko klarer. Weitere Rückversicherer melden ihre voraussichtliche Schadenbelastung, um Investoren zu beruhigen und gleichzeitig Kunden in den Preisverhandlungen für 2018 zu beeindrucken. Dazu gehören Scor, Partner Re und RenRe. Keine genauen Summen haben bisher die Weltmarktführer Swiss Re, Munich Re und Hannover Rück genannt.

Brexit: Chubb zieht nach Paris

Im Wettkampf um die neuen Post-Brexit-Standorte der in London angesiedelten Versicherer kann Paris einen Erfolg verzeichnen: Der amerikanische Versicherer Chubb hat sich entschieden, seinen europäischen Hauptsitz von London in die französische Hauptstadt zu verlegen. In Paris herrschen strenge arbeitsrechtliche Bestimmungen und hohe Steuern, was bisher viele Versicherer abgeschreckt hat. Chubb hat allerdings schon eine große Niederlassung in Paris. Sie wird nun zum neuen Hauptsitz ausgebaut, vorausgesetzt die Aufsicht stimmt zu.

Transportversicherung: Lloyd’s testet Blockchain

Der britische Versicherungsmarkt Lloyd’s of London bekommt eine Plattform, die die Transaktionstechnologie Blockchain in der Transportversicherung einsetzt. Wird der Blockchain-Einsatz ein Erfolg, könnten sich Berichten zufolge die Zeichnungskosten des 30 Mrd. Dollar-Versicherungsmarktes halbieren. Das Projekt des Beraters EY und der Blockchain-Firma Guardtime hat namhafte Unterstützer: Unter anderem sind Microsoft, die Reederei A. P. Møller-Mærsk, Willis Towers Watson, MS Amlin und XL Catlin an Bord.

Cyber-Schäden: Wie ein schwerer Hurrikan

Ein Cyber-Angriff könnte ebenso große Schäden wie eine schwere Naturkatastrophe verursachen, warnt der Versicherungsmarkt Lloyd’s of London in einem neuen Bericht. Eine großangelegte Attacke auf einen wichtigen Cloud-Anbieter könnte 53 Mrd. Dollar kosten – ähnlich viel wie Hurrikan Sandy, der 2012 die US-Ostküste verwüstete, heißt es. Die Versicherer können sich angesichts der Bedrohung über mehr Abschlüsse von Cyber-Policen freuen, haben aber noch Nachholbedarf, was das Verständnis der Cyberbedrohung angeht.

Brexit: Viele Versicherer suchen neuen EU-Standort

Am 23. Juni 2016 entschied sich die Mehrheit der Briten dafür, aus der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft auszutreten. Am 29. Mai 2017 leitete Premierministerin Theresa May den Austritt aus der EU offiziell ein. Der Prozess dauert rund zwei Jahre und soll im März 2019 abgeschlossen sein. Viele britische Versicherer sowie ausländische Gesellschaften mit Europazentralen in Großbritannien sehen sich derzeit nach neuen Standorten auf dem europäischen Kontinent um. Durch den Austritt des Landes aus der EU droht der Verlust der sogenannten Passporting-Rechte, das heißt, sie können von der Insel aus kein Geschäft mehr in der EU zeichnen. Viele europäische Länder werben um die […]

Herbert Fromme

Brexit-Chaos droht auch deutschen Firmen

 Herbert Frommes Kolumne  Der Brexit ist in der britischen Versicherungswirtschaft schon lange angekommen, aber bei Anbietern, Kunden und Maklern in anderen EU-Ländern noch nicht, auch nicht in Deutschland. Dabei werden viele von ihnen ebenfalls direkt oder indirekt vom Brexit betroffen sein – und müssen dringend etwas tun. Denn viel Zeit bleibt nicht. Sehr wahrscheinlich gehört Großbritannien schon Anfang 2019 zu den Ländern, in denen EU-Versicherer nicht mehr so einfach Risiken von Industriekunden aus ihren Heimatländern decken können, die dort Niederlassungen betreiben. Auch Makler müssen sich neu orientieren.

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